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Krefeld Neuer Literatrurband mit Gedichten von Corona und Hülser Promis ist erschienen

Literatur in Krefeld : Gedichte von Corona und Hülser Promis

Der zweite Band der „Anekdoten, Bilder, Geschichten, Zeichnungen, Gedichte aus Hüls“ ist erschienen. Unterschiedliche Texte von der Literaturpreisträgerin bis zum Krefelder Original sind wunderschön in Szene gesetzt.

Das Titelbild strahlt in festlichem Glanz, der Rücken in sattem Geld und auf der Rückseite geht die Sonne neben dem Kirchturm von St. Dionysius in warmen Orangetönen unter: ein neues Buch aus und über Hüls. Es ist der zweite Band der „Anekdoten, Bilder, Geschichten, Zeichnungen, Gedichte aus Hüls“, so der Untertitel. Wie schon im Vorjahr hat der Kaltenmeier Verlag Beiträge aus und über den Stadtteil versammelt. Die Texte werden um bunte aktuelle oder schwarz-weiße Fotos ergänzt. Abbildungen alter Aufzeichnungen oder aus wunderschönen Schulheften, Aquarelle und Zeichnungen begleiten Aufsatz oder Betrachtung.

Vielfältig in Stil, Länge oder Sprache sind auch die Beiträge. Es gibt Gedichte in Prosa, die sich auf Corona beziehen. Es gibt Reime über den Heiligen Nikolaus hier am Ort oder eine gedichtete Liebeserklärung: „Gott segne das friedliche, biedere Hüls“ vom verstorbenen Willy Hermes. Literaturpreisträgerin Liesel Willems hat wieder zwei kleine Geschichten beigesteuert. Udo Houben schreibt liebevoll übers Altwerden und zwei tschilpende Spatzen – alles in der ihm eigenen Kleinbuchstabenschrift.

Wer sich in seinen kleinen Geschichten in die Fremde begibt, kommt doch immer wieder nach Hüls zurück; der eine trifft einen Landsmann in Spanien und der andere knüpft eine herzliche und lang andauernde Freundschaft in die Bretagne. Pierre Sommet schlägt wieder Brücken zwischen seiner Wahlheimat und seinem Herkunftsland Frankreich.

Herzerwärmend ist so manche Geschichte aus der Kindheit, etwa über den Sonntag als Festtag (Maria Jentgens). Und nicht selten ertappt der Leser sich bei einem beifälligen „Ach ja, so war das…“, wenn es etwa um Pfarrer Lunkebein (Heinz Webers, Hans Dieter Bockholt) oder „prominente“ Hülser geht (Georg P. Fennekels über seinen Lehrer Theo Schreurs). Und dann sind da noch die schönen Beiträge in Platt, die eben besonders heimatverbunden sind. Sehr schwierige Wörter werden übersetzt. Kleiner Tipp: Lautes Vorlesen entschleiert so manchen für Zugereiste unklaren Begriff. Zu vielen der Beiträge ist auch ein kleiner Kasten mit Lebensdaten beigefügt, manchmal ist es auch eine sinnreiche Sentenz.

Der zweite Band aus und über „Hüls“ ist ein buntes, heiteres, besinnliches Potpourri, das dem Leser in vielfältigen Facetten über die Menschen, den Ort und die Landschaft am Niederrhein erzählt. Man kann es immer wieder zur Hand nehmen.

Am Buch „Hüls. Anekdoten, Bilder, Geschichten, Zeichnungen, Gedichte aus Hüls“ Band 2, waren in Redaktion und Lektorat: Waltraud Hybel, Barbara Kaltenmaier vom H. Verlag Kaltenmeier Söhne, Jupp Pasch, Pierre Sommet, Silvia Stapper und zahlreiche Autoren aus dem Stadtteil beteiligt. Die Idee und das Konzept stammen von Harald Hafke.