Krefeld: Museum Burg Linn hofft auf 50.000 Besucher im Jahr 2019

Krefelder Museen : Burg Linn will 50.000-Besucher-Marke knacken

Das Museum Burg Linn will eine neue Bestmarke setzen: In diesem Jahr sollen 50.000 Besucher die mittelalterliche Feste besuchen. Das Programm ist entsprechend attraktiv - mit Römercamps und goldenen Haaren des Teufels.

44.387 Besucher wurden im vergangenen Jahr im Museum Burg Linn gezählt: „Wir wünschen uns, dass wir 2019 die 50.000-Grenze knacken“, sagte Museumsleiterin Jennifer Morscheiser, die am Dienstag ihr Jahresprogramm vorstellte. Mit dem  attraktiven und sehr vielfältigen Programm ist das durchaus vorstellbar. Es gliedert sich in Ausstellungen, Vorträge, Veranstaltungen und Workshops. Außerdem sind Veränderungen in den Räumen in Arbeit oder Planung.

Im Fürstenraum wurde eine Vitrine eingebaut, die wie ein Setzkasten funktionieren soll. „In diesem Herzstück des Museums können wir Funde aus den fränkischen Gräbern zeigen und daran Geschichten zu den Menschen erzählen“, sagt Morscheiser. Die Erklärungen dazu – auch das eine Neuerung – werden auf Computern zu lesen sein. Eine neue Präsentation wird für die „Ehrenhalle“ erarbeitet: „Wir sind froh darüber, dass wir das zusammen mit der NS-Dokumentationsstelle tun“, sagte Morscheiser. In die Gestaltung des Erinnerungsortes werden die Linner Bürger einbezogen. Dreieckige Infosäulen stellen einen Zusammenhang her: Sie erklären das Geschehen, erzählen eine Biografie und geben Denkanstöße.

Die Sonderausstellung „Mit dem Selfie in die Römerzeit“ läuft bis zum 1. September. Ab 5. Mai geht es in der Burg mit „Sagenhaft! Zauberhaft! Märchenhaft“ um Bücher und Fantasie. Jennifer Morscheiser berichtete stolz – und augenzwinkernd –, dass Kurator Ralf Günter Stefan keine Kosten und Mühen gescheut habe, um „Originale“ zu beschaffen. So werden die Drei Goldenen Haare des Teufels, eine Feder der Goldenen Gans und die Erbse der Prinzessin zu sehen sein.
Auch im Jagdschloss wird ab 1. September eine Sonderausstellung präsentiert: Für „Von der Lochkarte in die Cloud“ werden Tische in allen Räume aufgebaut, auf denen ein Buch digital zu lesen sein wird. Das sogenannte Space Book liefert Informationen zur Musikgeschichte, deren jüngstes Kapitel „Krefeld rockt“ heißen wird. Die Geschichte der Seidenweber und der Musik werden miteinander verschränkt, ohne dass das althergebrachte Ambiente verändert werden muss.

Den Auftakt im Bereich der Forschung macht am 24. Januar der traditionelle Grabungsabend. Die Archäologen werden berichten, was die Grabung auf dem Gelände von Goodmills ergeben haben. „Die Aufarbeitung wird noch zwei oder drei Jahre dauern“, schätzt Morscheiser, „es kommen immer noch Schätze raus.“ Ab 10. November wird vieles gezeigt: „Abenteuer Großgrabung in Krefeld-Gellep“ im Sonderausstellungsraum und im Museum.

Im Mai kommen die Römer in großer Zahl. Mindestens 100 schlagen ihr Lager auf der Wiese hinterm Jagdschloss auf und zeigen den Besuchern, wie die Römer lebten und arbeiteten: „Ad Arma! Römerlager im Schatten der Burg“ am 18. und 19. Mai. Am Sonntag, 19. Mai, treffen bei „Crossover“ wieder Sport und Kultur aufeinander. 
Das Museum bietet Workshops. „Lightpainting“ für Jugendliche und Erwachsene. Bei „Helden gesucht“ entwickeln Jugendliche ein Theaterstück und führen es auf; eine Kooperation mit dem Kresch-Theater und der NS-Dokumentationsstelle. Im Sommer gibt es eine „Kinderferienwoche Römer“,  und es wird ein Handy-Fotografierkursus für Kinder angeboten: „Dort sehen die Kinder, wie sie schöne Selfies aufnehmen können“, sagt Morscheiser.

Für alle Altersgruppen wird ein Spiel in der virtuellen Wirklichkeit sein: Am 13. Februar können sich Besucher mit einer 3D-Brille in das Jahr 1377 versetzen lassen und sich darin üben, wie man einer Belagerung standhält. Auch soll in diesem Jahr eine App an den Start gehen, mit der sich die Besucher per Mobiltelefon informieren können. Fünf Vorträge bieten wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Archäologie. Und es soll eine Stelle in der Museumspädagogik geben.

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