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Krefeld: MSM-Abiturienten organisieren Einkaufsservice

Hilfsaktion in Krefeld : Abiturienten kaufen für Fischelner Senioren ein

Schüler aus Fischeln setzen sich für ältere Mitbürger ein und bieten einen Einkaufsservice an. Auch eine Lehrerin hat eine Hilfsgruppe gegründet, die im ganzen Stadtgebiet tätig wird.

Drei Abiturienten des Fischelner MSM-Gymnasiums wollen bedürftigen Menschen helfen, die wegen der Corona-Krise nicht aus dem Haus gehen können. „Unsere Idee ist, für diese Menschen zum Einkaufen zu fahren“, sagt Leon Aubrecht. Der 17-Jährige und seine beiden Freunde Linus Jark und Lennart Schell haben bereits eine Mail-Adresse eingerichtet, unter der Interessenten sich melden können. „Wer Hilfe benötigt, kann uns unter der E-Mail fischeln-einkaufshilfe@gmail.com schreiben und eine Liste der benötigten Dinge zusenden“, erklärt der Abiturient. Außerdem gibt es zwei Kontakt-Telefonnummern. Die Einkäufe wollen die Schüler, von denen einer bereits den Führerschein hat, dann vor die Wohnungstür liefern. „Wir haben uns das so gedacht, dass wir zunächst eine Tüte mit Liste und dem benötigten Bargeld abholen und dann die Einkäufe mit Quittung und Wechselgeld zurück vor die Haustür bringen.

Die Drei bereiten sich zwar gerade auf das Abitur vor, haben aber durch den ausfallenden Unterricht jetzt Zeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren. „Ich bin auf die Idee gekommen, als ich für meine Oma einkaufen war“, sagt Leon. Sollte der Bedarf groß sein, wollen die Schüler über ihre Whatsapp-Stufengruppe  weitere Helfer akquirieren.

Nicht nur Schüler helfen in diesen schwierigen Zeiten. Auch Lehrer werden aktiv. „Distanz wahren und zueinanderstehen. Das schließt sich für mich nicht aus“, sagt beispielsweise Jasmin Hedayati-Nia. Die 43-jährige Lehrerin hat mit Freunden eine Gruppe bei Facebook gegründet, die Meschen, die besonders gefährdet sind, helfen möchte,. „Krefeld ist mein zu Hause und viele liebgewonnene Menschen brauchen nun unsere Hilfe“, sagt Hedayati-Nia, die das Hilfsangebot zunächst spontan ihrer über 90-jährigen Nachbarin gemacht hatte.

Freunden von ihr fanden diese Intiative so gut, dass sie das Konzept übernahmen. Die Idee zu „Direkte Hilfe Krefeld“ war geboren. Mit der neuen Facebook-Gruppe soll als Nebeneffekt auch das Gesundheitsystem entlastet werden. „.Innerhalb von 48 Stunden haben sich bereits über 400 Personen der Gruppe angeschlossen und es erreichten sie bis zu 300 Hilfsangebote von Menschen, die sich zur Verfügung stellen, um unbürokratisch direkte Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird“, berichtet die Initiatorin begeistert-

Dank dieser überwätligenden Hilfsbereitschaft kann fast jeder Stadtteil bedient werden. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, die zum Schutz ihrer Gesundheit aufgerufen werden, Kontakte mit anderen so weit wie möglich einzuschränken, können sich auf einer gesonderte Hotline oder per Email registrieren. Die Helfer vom Organisationsteam kümmern sich dann darum, dass sie eine Person zugewiesen bekommen, die in dem Stadtteil, in dem sie wohnen, bereit ist, Erledigungen und Einkäufe für sie zu übernehmen. Die Absprache verlaufe schnell und individuell, erklärt Jasmin Hedayati-Nia. „Wir werden in den nächsten Wochen Hilfe benötigen, um die Versorgung der Älteren und Kranken in unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten und freuen uns über jeden, der mobil ist und uns aktiv unterstützen möchte. Jetzt heißt es, sich solidarisch zu zeigen. Die Resonanz auf unsere Initiative stimmt mich hierbei sehr optimistisch.“

Insbesondere werden noch Helferin folgenden Stadtgebieten gesucht: Stahldorf, Linn, Lindental, Gellep-Stratum, Dießem-Lehmheide, Königshof, Baackeshof, Kempener Feld, Gatherhof und Oppum, Forstwald, Elfrath, Gartenstadt, St. Tönis und Hüls.

Die „Direkte Hilfe Krefeld“ ist telefonische unter 0177 5602059 oder per Mail unter direktehilfekrefeld@web.de zu erreichen.
Die Mailadresse für den Einkaufsservice Fischeln ist fischeln.einkaufshilfe@gmail.com, telefonisch sind die Helfer unter 0151 67729598 oder 01577 0338317 erreichbar.