Krefeld: Michael Heussen wurde beim Naturfilmfestival „Green Screen“ ausgezeichnet.

Naturfilmfestival : Krefelder gewinnt Preis für Film über Monsanto

Michael Heussen wurde beim Internationalen Naturfilmfestival „Green Screen“ ausgezeichnet.

(RP) Der Krefelder Fernsehjournalist Michael Heussen ist beim Internationalen Naturfilmfestival „Green Screen“ für die WDR-Story „Die Saat der Gier – wie Bayer mit Monsanto die Landwirtschaft verändert“ ausgezeichnet worden. Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke sagte in seiner Laudatio in Eckernförde: „Landwirtschaft ist die Basis jeder Zivilisation. Was aber, wenn in einer globalisierten Welt nur noch wächst, was von der chemischen Industrie designed und auf Gewinn optimiert ist? Am Beispiel der Konzerne Bayer und Monsanto zeigen die Autoren in dramatischen Bildern, welche Gefahren die zunehmende Verflechtung der Biotech-Multis birgt.“

Heussen und sein Kollege Ingolf Gritschneder hatten in den USA, in Brasilien, Argentinien und Indien recherchiert und gedreht. In einem ausführlichen Interview kam auch der ebenfalls aus Krefeld stammende Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann zu Wort. „Unser Ziel war es nicht, ein Urteil über genverändertes Saatgut und Glyphosat zu fällen“, sagt Heussen. „Das müssen Experten machen. Dazu sind wir als Journalisten nicht in der Lage. Wir wollten Befürworter und Gegner der von Bayer und Monsanto propagierten Landwirtschaftsmethoden zu Wort kommen lassen – und die Auswirkungen zeigen, die in anderen Teilen der Welt deutlich sichtbarer sind als bei uns in Europa.“

Auf welches Risiko sich Bayer bei der Monsanto-Übernahme einläßt, sei ihnen schon bei den Dreharbeiten 2016 und 2017 deutlich geworden. Erste Klagen wegen möglicher Krebsrisiken waren damals schon eingereicht. „Wer Monsanto eine Rettungsleine zuwirft, wird selbst mit runtergezogen“, sagte ein Kritiker am Monsanto-Hauptsitz in St. Louis. Doch Bayer-Chef Baumann wiegelte ab: mit dem guten Ruf von Bayer wollte er das schlechte Image von Monsanto überdecken. Inzwischen liegen über 18.000 Klagen wegen möglicherweise durch glyphosathaltige Herbizide ausgelöste Krebsfälle vor. Der Bayer-Aktienkurs hatte sich zwischenzeitlich fast halbiert. Es drohen Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe.

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