Kinderbetreuung in Krefeld Stadt wirbt mit Filmen über Kitas um Fachkräfte

Krefeld · Es fehlen Plätze und Personal in der Kinderbetreuung in Krefeld. Der Jugendhilfeausschuss sieht eine positive Entwicklung bei den Bewerberzahlen, möchte aber auch mehr ausbilden. So setzt die Stadt Videos ein und das muss das Land machen.

 Krefeld wirbt für mehr Personal in der Kinderbetreuung.

Krefeld wirbt für mehr Personal in der Kinderbetreuung.

Foto: dpa/Friso Gentsch

Die Stadt braucht Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung. Deswegen wirbt sie nun unter anderem mit Videos um Bewerber. In den Filmen stellen sich die Kindertagesstätten vor. Aus Sicht der Stadt sind die Videos ein Erfolg: 2022 habe es 120 Bewerbungsgespräche gegeben, 2023 waren es 166 Gespräche. Diese Zahlen teilte die Stadt im Jugendhilfeausschuss mit.

In Krefeld wirke sich der Fachkräftemangel auf die Betreuung von Kindern aus. Insgesamt gibt es 221 sogenannte ‚gesperrte Plätze’. Hier könnten Kinder betreut werden, praktisch ist es nach Angeben der Stadt wegen fehlenden Personals aktuell nicht möglich. Unterm Strich liegt zurzeit die Versorgungsquote bei U3-Kindern bei 37,8 Prozent und bei Ü3-Kindern bei 94,7 Prozent. Insgesamt verfügen die städtischen Kitas über 27 freie Plätze, die sich in Einrichtungen in Hüls und Fischeln befinden.

Um dem entgegenzuwirken, setzt die Stadt seit einigen Jahren auf Personalbildung und Maßnahmen, um mehr Personal zu gewinnen. Dazu wurde im Jahr 2018 die Aufgabe der „pädagogischen Ausbildungsbeauftragung“ installiert, und 2022 personell verstärkt. Mit Erfolg, so die Stadt. Die Bemühungen von der Werbung um Bewerber bis hin zu Neuerungen bei der Ausbildung hätten zu mehr besetzten Ausbildungsstellen geführt. „Derzeit befinden sich 103 Auszubildende und Studierende in den städtischen Kindertageseinrichtungen.“ Dies wolle man nächstes Jahr steigern. Das Land müsse dazu die Ausbildungskapazitäten an den Fachschulen und Berufskollegs erweitern.

Nicht nur in Krefeld fehlt es an Personal und an Betreuungsplätzen. Laut Ländermonitoring der Bertelsmann Stiftung fehlen in Deutschland rund 384.000 Kita-Plätze. Um den Bedarf der Eltern und einen kindgerechten Personalschlüssel zu gewährleisten, hätten 2023 bundesweit 308.807 zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden müssen. In NRW bestand 2023 mit einer Lücke von mehr als 65.000 Fachkräften der größte Bedarf.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort