Krefeld: Maßnahmenkatalog zum Ausbau der A 57

Abschnitt Krefeld : Das fordert die Stadt zum Ausbau der A 57

Der sechsspurige Ausbau der A 57 im Abschnitt Krefeld von der Anschlussstelle Gartenstadt im Norden bis Oppum im Süden ist geplant. Die Anwohner sorgen sich wegen des Lärms und Verkehrs. Die Stadt hat jetzt eine Stellungnahme an die zuständige Bezirksregierung Detmold geschickt.

Den Rahmen hat das Land NRW vorgegeben: Geplant ist der Ausbau der Bundesautobahn A 57 im zweiten Ausbauabschnitt auf Krefelder Stadtgebiet zwischen den Anschlussstellen Gartenstadt und Oppum. Im Süden startet der Ausbau des Abschnitts zwischen Oppum und dem Autobahnkreuz Meerbusch. Im Norden befindet sich der Ausbau zwischen der Anschlussstelle Gartenstadt und dem Autobahnkreuz Moers in der vorbereitenden Planung. „Die Situation des geplanten Ausbaus der Bundesautobahn A 57 verdeutlicht sowohl die herausragende Bedeutung der A 57 als zentrale Verkehrsverbindung für die Stadt Krefeld im europaweiten Verkehrsnetz als auch den Umfang der Betroffenheit der Krefelder Belange im Zusammenhang mit den geplanten Ausbaumaßnahmen“, betont Dezernent Thomas Visser in dem 22-seitigen Schreiben der Verwaltung. Einen besonderen Blick legt die Verwaltung jedoch unter anderem auf folgende Punkte:

Es sollen Abschnitte des parallel verlaufenden Rad- und Wanderweges zwischen den Anschlussstellen Gartenstadt und Zentrum verlegt werden. Große Teile werden auch Wartungswege für die Stützwände der A 57 und sind von der Stadt Krefeld zu unterhalten. Dieser mögliche Mehraufwand ist durch eine Vereinbarung zu konkretisieren.

Eine Abwägung, warum der nordwestliche Quadrant an der Anschlussstelle Zentrum nicht als „Ohr“ geplant wurde, fehlt. Eine solche Rampe würde die Auffahrt in Richtung Köln aus Osten von der B288 kommend vereinfachen und die heutige Unfalllage entschärfen. Parallel zu einem technisch ausgerichteten Gestaltungshandbuch wird im Auftrag der Stadt Krefeld die „Machbarkeitsstudie Fast Lane Park A57“ bearbeitet, die ebenfalls im Rahmen des Autobahnausbaus Berücksichtigung finden soll. Die Studie entwirft eine Idee für eine ansprechende und integrierende Gestaltung des Autobahnbauwerks ins Stadtbild. Unter anderem soll ein Landschaftspark mit einer durchgehenden Radwegeverbindung geschaffen werden. Dabei spielen insbesondere auch Flächen eine Rolle, die während der Bauzeit in Anspruch genommen werden.

Insbesondere wurden die Überlastungen an den Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle Zentrum nicht thematisiert. Hier kommt es sowohl morgens in der Abfahrtsrampe Köln-Uerdingen als auch nachmittags an den Auffahrtsrampen Uerdingen-Goch und Krefeld-Köln zu erheblichen Rückstauungen.

Die heutige Unfallsituation wurde offensichtlich nicht ausreichend betrachtet. Insbesondere an der Anschlussstelle Krefeld-Zentrum gibt es einige Auffahrunfälle.

Unter anderem sollen für die Herstellung der Bauwerke die Görlitzer Straße, Bergstraße, Bremer Straße und Essener Straße gesperrt werden. Insbesondere zum Erreichen des Bockumer Zentrums und zur Vermeidung von erheblichen Ausweichverkehren über ungeeignete Straßen kann letztere nur vorübergehend gesperrt werden. Die Essener Straße hat laut Lärmaktionsplan III eine jährliche Belastung von 2,7 Millionen Kraftfahrzeugen. Dies bedeutet, dass eine Sperrung über einen längeren Zeitraum aus Sicht der Verkehrsplanung nicht stattfinden kann. Die Gestaltung der Brückenpfeiler im Bereich der Schönwasserparkbrücke ist heute in Form von Säulen ausgeführt und Teil der Parkgestaltung im Rahmen der Euroga 2002plus geworden. Laut Lageplan 6 scheint hier zukünftig eine Gestaltung mit Stützwänden geplant zu sein. Die genauen Vorstellungen für eine Umsetzung sollten klarer formuliert werden und die gestalterische Leichtigkeit und Durchlässigkeit der heutigen Situation wieder aufnehmen und Sichtbeziehungen nur geringfügig beeinträchtigen.

Während der Bauphase sind das Landesimmissionsschutzgesetz und andere Rechtsvorschriften und Normen zu beachten. Werden Bauarbeiten und Baustellenlieferungen im Nachtzeitraum, an Feiertagen oder Wochenenden durchgeführt, bedarf dies einer Genehmigung durch die Stadtverwaltung.

Für die gesamte Stadt gilt ein weiterhin rechtskräftiger Luftreinhalteplan. Für die Dauer der Bauzeit sollte für die jetzt schon bekannten kritischen Straßenabschnitte der Kölner Straße, Hauptstraße, Berliner Straße, Essener Straße und Charlottering geprüft werden, ob an diesen Straßen Messpunkte für die Messung von Stickstoffdioxid-Immissionen eingerichtet und die verkehrsbedingten Luftschadstoff-Immissionen überwacht werden.

Die Kleingartenanlagen Ost I (Ostseite) sind von der A-57-Ausbauplanung besonders betroffen. In Abstimmung mit dem Kommunalbetrieb und dem Stadtverband der Kleingärtner prüft und entscheidet die Stadt über den Erhalt oder die Aufgabe und Kündigung der Kleingartenanlagen Ost I. Das Ergebnis ist bei der Planung zu berücksichtigen.

Die Verwaltung geht davon aus, dass durch die umfangreichen Baumaßnahmen zum Ausbau der A 57 im Stadtgebiet über mehrere Jahre starke Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnabschnitten und auf den öffentlichen Straßen auftreten werden. Die im Tagesverlauf auf der A 57 auftretenden Verkehrsstaus (Berufspendler, Transporte, andere Quell- und Zielverkehre) führen einschließlich des hohen Verkehrsaufkommens zu einem Umfahrungsverkehr auf den Verkehrsstraßen, zum Beispiel auf der Kölner Straße und der Hauptstraße.

Der einstimmig gefasste Beschluss des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtsanierung umfasst die folgenden Punkte:

1. Für die Ausbaumaßnahme A 57 wird ein Verkehrskonzept erarbeitet, das entstehende Ausweich- und Baustellenverkehre steuert und Schleichverkehre ausschließt bzw. minimiert.

2. Parallel zu den beginnenden Baumaßnahmen auf der A 57 ist die Einführung einer Temporeduzierung zu prüfen, sowie die bereits vorgesehene Anpassung der Höchstgeschwindigkeit auf der Ober- und Untergath auf Tempo 70 km/h umzusetzen.

3. Potenzielle Schwerpunkte für Temporeduzierungen auf Krefelder Stadtgebiet sind zu identifizieren und mit Blick auf die mögliche Erhöhung der Verkehrssicherheit vor Ort zu bewerten.

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