Krefeld: Martinszug durch Lehmheide soll kürzer werden

Bürgerverein Lehmheide : Krefelds größter Martinszug gerettet

Einer der traditionsreichsten Martinszüge Krefelds scheint eine Zukunft zu haben. Der Vorsitzende des ausrichtenden Bürgervereins, Bernd Albrecht, teilte jetzt mit, der Verein habe sich entschieden, einen Neuanfang zu wagen.

Gute Nachrichten für alle Freunde des Krefelder Brauchtums. Der große St.-Martinszug durch den Stadtteil Lehmheide wird aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Jahr stattfinden, und zwar mit Beteiligung aller Grundschulen und Kindertagesstätten. Bernd Albrecht, Vorsitzender des ausrichtenden Bürgervereins Krefeld-Süd/ Lehmheide, verkündete die frohe Botschaft im Rahmen der Jahreshauptversammlung.

Wie berichtet musste der beliebte Umzug im vergangenen Jahr ausfallen, da es gleich mehrere organisatorische Probleme gab. Im Jahr zuvor war der Zug in die Schlagzeilen geraten, weil es zu Unstimmigkeiten mit zwei Grundschulen gekommen war, die den Zug zwar traditionell begleiten, den Zugweg aber als unverhältnismäßig lang kritisierten und nur einen Teil der Strecke mitlaufen wollten. Schlussendlich schloss der Verein beide Schulen vom Zug aus, was zu hitzigen Debatten führte. Inzwischen jedoch scheinen diese Konflikte behoben.

Bernd Albrecht erklärt: „Mitte Februar haben wir uns mit den Schulen und Kitas zu einem Gespräch zusammengesetzt, um zu klären, wie die Zukunft des Martinszuges in unserem Bezirk wieder aufgenommen werden kann. Erfreulich ist, dass auch die beiden Grundschulen grundsätzlich bereit sind, wieder mitzumachen. Jetzt gilt es, zu überlegen, wie es weitergehen soll.“

Die Botschaft ist klar: Der Bürgerverein will einen Neuanfang wagen, trotz aller Probleme. Albrecht zählt auf: „In den letzten Jahren ist es immer schwieriger in unserem Bezirk geworden, dieses Brauchtum vernünftig durchzuführen, die gesetzlichen Bestimmungen wurden verschärft, und die Sammelbereitschaft hat nachgelassen“, und betont: „Die Ursachen für die Veränderung der Rahmenbedingungen liegen nicht beim Bürgerverein.“

Die Kritik der Lehrer, der Zugweg sei zu lang, sei in dem Gespräch aufgegriffen worden. „Es wurde überlegt, die Aufstellung des Zuges zum Vom-Bruck-Platz und in die Vom-Bruck-Straße zu legen, um dann durch den Baumwollweg, die Spinnereistraße, Ispelsstraße, Martin­straße zur Kurt-Tucholsky-Gesamt­schule zu gehen. Der Zugweg wäre damit rund 3,5 Kilometer lang. In Kempen sind es acht Kilometer. Das müsste eigentlich gut zu schaffen sein.“

Das Gebäude der Gesamtschule sei ideal, so der Vorsitzende, um die Tüten zu packen, auszugeben und die Martinsfeier durchzuführen. Im Gespräch seien zuvor auch eine Martinsfeier auf dem Ascheplatz des Ballspielvereins BV Union oder auf dem Parkplatz der Hochschule an der Obergath gewesen. Von beiden Standorten hätten die Experten in der Stadtverwaltung jedoch abgeraten, berichtet Albrecht.

Noch ist der Zug trotz aller guten Nachrichten nicht in trockenen Tüchern. Damit er in diesem Jahr auch wirklich stattfinden kann, braucht der Bürgerverein finanzielle Unterstützung. „Dazu werden dringend Ehrenamtliche gesucht, die Spenden einsammeln, und auch Helfer, die für die ordnungsgemäße Durchführung des Zuges unerlässlich sind. Wir haben für jeden Verbesserungsvorschlag ein offenes Ohr“, sagt Bernd Albrecht.

Er freut sich über die positive Entwicklung, steht aber weiter zu der Entscheidung des Vereins, den Schulen keine Sonderwege zu erlauben: „Wir haben immer versucht, alle Wünsche zu bedenken und gegebenenfalls umzusetzen. Das hat immer geklappt. Was wir nicht zulassen können, ist, dass Teilnehmergruppen unterwegs ausscheren und sich dadurch große Lücken bilden.“

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