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Krefeld Maike und Markus Maria schaffen Himmelsblicke in der Heeder

Ausstellung in Krefeld : Die Jansens schaffen Himmelsblicke

Um Ein-, Aus- und Durchblicke geht es in der Installation von Maike und Markus Maria Jansen in der Pförtnerloge. Sie heißt „Ich seh immer nur den Himmel“ und spielt mit Erwartungshaltungen. Der Raum wird dabei unsichtbar.

Es ist ein heimliches Vergnügen, dass kaum jemand gerne zugibt: durch fremde Straßen zu ziehen, dabei in Fenster zu schauen und zu fantasieren, welches Leben sich wohl in den Räumen abspielt. „Das ist ein Wechselspiel. Der Blick wandert von draußen nach drinnen, aber auch von innen nach draußen“, sagt Maike Jansen. Die Frage, was die Blicke in einem Raum erwarten und wie viel der Raum dem Blick frei gibt, war die Grundidee für die Gestaltung der Pförtnerloge.

Als erstes gemeinsam konzipiertes Projekt erschafft das Künstlerpaar Maike und Markus Maria Jansen für den Kunst-Raum der Fabrik Heeder eine Installation, die ab Samstag, 18. Dezember, zu sehen sein wird. Der Titel „Ich seh immer nur den Himmel“ setzt Erwartungen frei. Überraschungen sind programmiert.

Denn die haben auch die beiden Künstler erlebt. Beim Besuch der Dutch Design Week im niederländischen Eindhoven waren die Krefelder von einem Ausstellungsraum angetan, der mit Nesseltuch ausgekleidet war. „Ich hatte jahrelang große Mengen Nessel eingelagert, weil ich immer etwas damit machen wollte“, erzählt Jansen. Doch seine zahlreichen Projekte, die Musik mit den Bands M. Walking on the Water und Jansen sowie Theaterarbeit ließen keine Zeit. Am Ende war der Stoff verdorben. Als Textildesignerin war auch Maike Jansen angetan von dem schlichten Material. Es war ein Glücksfall, dass sie den Stoff aus der Ausstellung geschenkt bekamen für ihr Projekt. „Die Wiederverwendung für neue Kunst wäre ideal gewesen“, sagt die Textildesignerin.

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Das böse Erwachen kam bei der Verarbeitung. Die Jansens wollen für ihr Spiel mit Raum und Blick drei große Tunnel kreieren, die röhrenartig von jedem der drei Frontfenster der Pförtnerloge zum gegenüberliegenden Hoffenster führen. „Vom Raum wird man dann nichts mehr sehen“, so die Künstler. Der Blick wird mehr oder weniger auf den Himmel gelenkt.

„Beim Nähen war der Stoff total brüchig“, berichtet Jansen. Also wichen beide auf einen technischen Stoff aus, der im Messebau verwendet wird. Etwa 140 Quadratmeter werden in diesen Tagen verarbeitet. Noch ist nur erahnbar, wie es wirken wird. Aber „nur erahnbar“ ist auch das Stichwort für die erklärte Absicht des Künstlerpaars. Denn wer von außen durch die Tunnel ins gegenüberliegende „Außen“ schaut, soll überrascht werden. Bei einsetzender Dunkelheit werden Bewegungsmelder aktiv. Dann sorgen Beleuchtung, Klang und Luftgebläse für Bewegung und veränderte Wahrnehmung: „Mit der Installation wird der gewöhnliche Blick in den Raum verschlossen und somit im übertragenen Sinne auf den Innenraum gerichtet.“ Weil es nur eine Perspektive gibt, die alle anderen Sehwinkel ausschließt, aber etwas passiert, das nicht zu sehen ist, wollen sie die Neugier schüren.

Maike Jansen, 1986 in Tönisvorst geboren, hat an der Hochschule Niederrhein Textildesign studiert und ihren Master  an der Swedish School of Textiles in Boras gemacht. In Krefeld hat sie ihre Arbeiten im vergangenen Advent im Ziellenbachhaus und in diesem Jahr in der Galerie MAMA gezeigt.  Markus Maria Jansen (*1957) hat in Krefeld Grafik studiert, bevor die Musik zum zentralen Thema in seinem Leben wurde. Über seine Arbeit an verschiedenen Theatern - auch am hiesigen Gemeinschaftstheater - ist das Bildnerische jetzt wieder stärker in den Vordergrund gerückt.