1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Linke-Ratsfrau fordert Konsequenzen nach Tod eines Obdachlosen

Nach Tod eines Obdachlosen in Krefeld : Ratsfrau der Linken fordert Konsequenzen

Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft erhebt Ratsfrau Julia Suermondt (Die Linke) wegen des Todes eines drogenkranken Obdachlosen.

Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft erhebt Ratsfrau Julia Suermondt (Die Linke) wegen des Todes eines drogenkranken Obdachlosen (wir berichteten). Der sei bei „arktischer Kälte“ tot in einer Garageneinfahrt an der Dreikönigenstraße gefunden worden. Für Polizei und Staatsanwaltschaft habe schnell festgestanden, dass der junge Mann nicht erfroren, sondern offenbar an den Folgen seines Drogenkonsums gestorben sei. Ein Passant, so die Ratsfrau, habe den Obdachlosen schon in einer Nacht zuvor entdeckt und die Polizei wegen der Erfrierungsgefahr alarmiert. Die Polizei habe aber keinen Grund zum Handeln gesehen, sagte Julia Suermondt. Die Polizei wäre aber zum Handeln verpflichtet gewesen, wegen der Selbstgefährdung des Mannes, meinte sie. Weder Polizei noch Justiz hätten nach seinem Tod einen Grund gesehen, genauer die Todesursache festzustellen. „Hier liegt ein Rechtsvorstoß vor“, erklärte die Linke am Mittwoch. Der Tod könne verschiedene Ursachen bis hin zum Fremdverschulden haben, glaubt sie. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten sich an rechtliche und nicht an soziale Normen zu halten. „Wenn die sozialen Normen nicht gelebt werden, dann hast du zu verschwinden. Auch Sozialverbände und Stadt haben angeblich in jeder Hinsicht richtig gehandelt. Zwar werden in anderen Städten Hotels angemietet, um in Zeiten der Pandemie eine sichere Unterbringung zu ermöglichen, aber in Krefeld sei dies nicht nötig. In anderen Städten gibt es auch Drogenkonsumräume“, berichtete die Ratsfrau. „Wir werden den Toten nicht vergessen.“ Der Leichnam müsse obduziert werden, und der Fall müsse Konsequenzen für die Verantwortlichen haben.

(sti)