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Krefeld: Legionellen in den beiden Sporthallen der Schule Horkesgath

Fäkalgerüche in den Umkleidekabinen : Erneut Legionellen – diesmal Sporthallen Horkesgath

„Die Nutzung des Trinkwassers zum Duschen oder zum Auffüllen der Trinkflaschen ist untersagt“, so UWG-Ratsherr Drabben.

Der Krefelder Sport hat – nach den massiven Problemen im Badezentrum Bockum – einen neuen Legionellenfall: „Dieses Mal trifft es die beiden Sporthallen an der Schule Horkesgath. Bis auf weiteres können die Hallen zwar benutzt werden, aber die Nutzung des Trinkwassers zum Duschen oder zum Auffüllen der Trinkflaschen ist nun untersagt“, erklärt UWG-Ratsherr Andreas Drabben gegenüber unserer Redaktion. Der Politiker bemängelt schon länger den hygienischen Zustand der Sanitäranlagen in den beiden Hallen: „Hier kommt es immer wieder zu Fäkalgerüchen in den Umkleidekabinen und der Turnhalle. Wir als UWG haben die Verwaltung gebeten, hier mehrmals die Bodenabläufe zu wässern, da diese sicher austrocknen und der Geruchsverschluss dann nicht mehr gegeben ist. Leider war dieses bisher ohne Erfolg.“

Stadtsprecher Timo Bauermeister bestätigt den Vorfall. Zur Zeit läuft eine große Sanierungs- und Umbaumaßnahme im Rohrleitungssystem am Schulzentrum. Bei routinemäßigen Entnahmen im Trinkwassersystem sei am Montag an einer von fünf Proben Legionellen in einer geringen Konzentration nachgewiesen worden: „Ziel ist es, kurzfristig die Duschen mit endständigen Hygienefiltern zu sichern und die Duschen bis zum Wochenende wieder freizugeben.“

Belastungen mit Legionellen sind für die Verwaltung nicht unbekannt. Im Badezentrum Bockum haben Überprüfungen bereits mehrfach eine erhöhte Kontamination ergeben, die Einrichtung musste über Tage und Wochen geschlossen werden. Parallel wurden dort seitens der Stadt verschiedene wasserhygienische und bautechnische Maßnahmen durchgeführt sowie anschließend erneut Wasserproben entnommen und analysiert. Auswertungen im Juli ergaben, dass die Legionellenwerte im Trinkwassersystem noch nicht flächendeckend den vorgeschriebenen Richtwerten entsprachen. Insbesondere in einer Füllleitung waren erhöhte Werte festgestellt worden. Die Fachbereiche Gesundheit, Zentrales Gebäudemanagement sowie Sport und Sportförderung waren in die Ursachenbekämpfung eingebunden.

Das Problem mit den Legionellen im Badezentrum beschäftigt die Experten weiterhin. Zwar blieben Anfang August  die Werte im Hallenbad unter den kritischen Grenzen, es wurde wieder geöffnet, doch Kontrollen sind an der Tagesordnung. Legionellen können Auslöser der Legionärskrankheit sein, die Lunge, Nieren und Herz befallen und vor allem geschwächten Personen zu schaffen machen kann. Im Extremfall führt die Krankheit zum Tod.

Übrigens: Auch in Kühlsystemen von zwei Krefelder Unternehmen waren im vergangenen Jahr erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden. Pikant: Die Öffentlichkeit und die Politik hatten erst viel später davon erfahren. Das sollte in Zukunft nach dem Willen der Krefelder Sozialdemokraten unbedingt anders werden. „Wir unterstützen die bisherige Praxis der Bezirksregierung, erhöhte Werte nicht zu kommunizieren, ausdrücklich nicht“, versicherte Ende August Bürgermeisterin Gisela Klaer, Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit, Integration und Senioren. Vielmehr müsse eine vollständige Transparenz im Sinne des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung gewährleistet sein.