Krefeld: Lebenslange Haft für Mord an Krefelder Rentner

Krefeld : Urteil: Lebenslange Haft für Mord an Krefelder Rentner

Der 60-jährige Täter soll einer Prostituierten gleichsam hörig gewesen sein. Er gab ihr Tausende von Euros.

Das Krefelder Landgericht hat einen 60-Jährigen wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte seinen Nachbarn im März mit zahlreichen Messerstichen getötet. Die Kammer sprach von Habgier und Heimtücke. Der Angeklagte habe Geld gebraucht, um eine Prostituierte zu unterhalten, in die er sich verliebt hatte. In der Vergangenheit hatte er ihr viele tausend Euro gegeben.

Für Außenstehende sei die Gefühlswelt des Angeklagten schwer nachvollziehbar, sagte der Richter. Er habe immer wieder Geld für finanzielle Zuwendungen gebraucht, da die Prostituierte eine existentielle Bedeutung für ihn hatte. Damit habe er sich selber an den Rand des Abgrunds getrieben. Vor fünf Jahren sei der Krefelder Witwer geworden und habe sich sozial zurückgezogen. Er sei einsam und krank gewesen. Vor etwa zwei Jahren habe er dann die Prostituierte kennengelernt und sie finanziell unterstützt.

Zu seinem Nachbarn hatte er zur Tatzeit schon mehrere Monate keinen Kontakt mehr. Der hatte ihm vorgeworfen, Geld gestohlen zu haben. Am Tattag sei der Angeklagte dann mit einem Messer zu ihm gegangen, um ihn zu überfallen und zu töten. Die Aussage, er habe sich nur mit dem späteren Opfer aussprechen wollen, wertete das Gericht als Ausrede. Da der 60-Jährige bewaffnet war, sei die Möglichkeit einer Aussprache unwahrscheinlich. Er habe zugestochen und der gehbehinderte Nachbar sei umgefallen. Dann habe er „so lange auf ihn eingestochen, bis er sich nicht mehr rührte“ und die Geldbörse mit mindestens 500 Euro vom Tisch genommen.

Bei der Polizei und bei der Verkündung des Haftbefehls hatte der Mann gestanden, vor Gericht wollte er sich allerdings nicht äußern. Das Gericht ging von Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge aus. Die Verteidigung hatte lediglich eine Verurteilung wegen Totschlags beantragt und keine Angaben zur möglichen Strafhöhe gemacht.

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