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Krefeld: Lebensgefahr beim Baden im Rhein

DLRG warnt : Lebensgefahr beim Baden am Krefelder Rheinufer

100 Meter oberhalb und unterhalb des Hafens gilt absolutes Badeverbot. Auch an Brücken, Schiffs- und Fährladestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden.

Es ist Sommer – da zieht es viele Menschen ins kühle Nass. Den Rhein sollte man sich jedoch ausdrücklich nicht für eine Abkühlung aussuchen. „Er ist eine Bundeswasserstraße mit erheblichem Schifffahrtsaufkommen und kein ausgewiesenes Badegewässer“, warnt ein Sprecher der Stadtverwaltung. „Selbst für gute Schwimmer besteht beim Baden im Rhein unter anderem durch die Sogwirkung der Schiffe Lebensgefahr. Das Baden im Rhein oder in anderen Naturgewässern erfolgt auf eigene Gefahr.“

Am vergangenen Wochenende hatte es einen tödlichen Badeunfall von Mutter und Sohn im Rhein in Hessen gegeben. Am Samstagabend war der fünfjährige Junge beim Baden in dem Fluss ertrunken. Bei dem Versuch, das Kind zu retten, starb auch seine Mutter. Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren beide von der Strömung mitgerissen worden. Auch die DLRG rief dazu auf, nicht im Rhein zu schwimmen. Vorbeifahrende Schiffe erzeugten einen kräftigen Sog, hieß es in einer Mitteilung. Zudem bildeten sich an den Steinaufschüttungen im Rhein strudelartige Strömungen. Es bestehe keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen, sobald eine scheinbar geschützte Bucht verlassen werde.

Die Stadt Krefeld warnt ebenfalls ausdrücklich vor dem Baden im Rhein. Im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein ist das Baden gemäß Verordnung über das Baden in der Bundeswasserstraße Rhein auf der Krefelder Rheinseite zwischen Stromkilometern 763,0 und 766,5 verboten. Dies betrifft den Bereich Bataverstraße/Hentrichstraße bis Rheinuferstraße (ehemals Bayer-Casino). Der Streckenabschnitt liegt im Eigentum der Hafen Krefeld GmbH.

Die Verbote sind im Bundeswasserstraßengesetz sowie in der Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve geregelt. So gilt 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen absolutes Badeverbot. An Brücken, Schiffs- und Fährladestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden. Die Überwachung der Badeverbote erfolgt durch die Dienststellen der Wasserschutzpolizei der Länder. „Im Umfeld von zum Beispiel Strandgaststätten, Liegestränden oder vergleichbaren Angeboten, die Menschen gezielt an Flussufer führen, besteht aus Gesichtspunkten der Verkehrssicherungspflicht auch die Verpflichtung des Betreibers, vor Gefahren des Badens in ausreichendem Umfang zu warnen“, ergänzt ein Mitarbeiter des Presseamtes. „Eine solche Einrichtung besteht auf Krefelder Stadtgebiet jedoch nicht.“