Krefeld: Lampen Holzapfel liefert seit 40 Jahren Spezialleuchten in die Welt.

Firmenjubiläum : 40 Jahre Lampen aus Krefeld in alle Welt

Das Lampengeschäft Holzapfel auf der Neuen Linner Straße ist in Krefeld bekannt. Doch die dahinter stehende Firma ist viel größer, feiert nun 40-jähriges Jubiläum und liefert Spezialanfertigungen in alle Welt.

Ihre Lampen schmücken große Hotels, Tagungsräume, Krankenhäuser und andere Großbauten in aller Welt. Sie lieferten Spezialanfertigungen zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im Jahr 2010, für hunderte Messestände oder Tankstellen. Seit 40 Jahren bauen Astrid und Jürgen Holzapfel ihr Geschäft aus und erarbeiteten sich über die Jahre einen sehr guten Ruf. In Krefeld sind sie auch mit einem Einzelhandelsgeschäft auf der Neuen Linner Straße präsent. Die Hauptlast des Umsatzes aber tragen die Maß- und Sonderanfertigungen für Groß- und Spezialprojekte in aller Welt.

In der 300 Quadratmeter großen Werkstatt liegt aktuell ein rund zweieinhalb Meter durchmessender Lampenschirm. Er ist bereits teilweise zum Versand verpackt und wird bald eine große Halle schmücken. „Das ist auch fast schon die maximale Größe für runde Ausführungen“, erläutert Jürgen Holzapfel. Dabei sind das limitierende Element aber nicht Bauart, Stabilität oder Gewicht. Es sind ganz praktische Probleme. „Es kommt immer wieder vor, dass Projektleiter oder Architekten anrufen und Lampen in noch größeren Durchmessern bestellen wollen. Ich sage dann immer: ‚Kein Problem. Haben Sie denn ein ausreichendes Loch gelassen?’. Das führt meist zu Irritationen. Der Punkt ist aber: Gibt es kein ausreichend großes Fenster oder eine Tür, dann ist es schlicht nicht möglich, den Schirm ins Gebäude zu bekommen“, erzählt der Geschäftsinhaber.

Eine große, selbst gebaute Lampe hängt auch im Büro. Sie war eine Anfertigung für ein Berliner Unternehmen, blieb dann aber doch in Krefeld. Foto: Sven Schalljo

Die meisten Lampen liefern die Ehepartner nach Deutschland, aber es gibt auch Projekte im EU-Ausland, in Asien oder eben, wie bei besagter Weltmeisterschaft, in Afrika. Häufig sind es auch Messestände, die sie illuminieren. „Wir hatten einmal einen Messestand vom Frankfurter Rat für Formgebung dabei. Das sind die Gurus für Design überhaupt. Als wir das im Bekanntenkreis erzählt haben, waren die Reaktionen oft geradezu ehrfürchtig. Das war schon interessant“, erzählt Astrid Holzapfel. Solche Projekte bleiben dann auch den beiden Profis in Erinnerung. Oder auch der größte Lampenschirm, den sie bis heute gebaut haben. „Das war ein 17-Meter-Schirm in einem großen Outlet-Center. Der ließ sich nur aus einzelnen Segmenten bauen und transportieren“, erinnert sich Jürgen Holzapfel.

Angefangen haben die Eheleute im Jahr 1978 in einem Schuppen in Verberg. Über die Jahre wuchs das Geschäft mit den durchgehend handgefertigten Lampen stetig. Irgendwann wurde die Werkstatt zu klein. „Wir sind dann zunächst auf die Roßstraße gegangen. Dort hatten wir auch erstmals einen eingeschränkten Lagerverkauf“, erzählt Astrid Holzapfel. Nach rund fünf Jahren ging es weiter zur Neuen Linner Straße. Hier gab es auch zum ersten Mal einen echten Laden, der nun seit 15 Jahren besteht. „Das Endkundengeschäft macht wohl knapp 20 Prozent unseres Umsatzes aus“, lautet nach kurzer Diskussion die Schätzung der Eheleute.

Für die Zukunft deuten sich aber wichtige Änderungen an. „LED verändert die Anforderungen. Wir müssen nun Deckenplatten aus Aluminium verwenden, um die Wärme abzuleiten. Entgegen dem Glauben der meisten Menschen erwärmen sich LEDs doch deutlich. Steigt die Temperatur über 60 Grad, sinkt die Lebensdauer der Leuchtmittel drastisch“, erläutert der Experte. Hier birgt die Zukunft also viel Neues. Nur eines ärgert den Geschäftsinhaber zunehmend: „Menschen kommen zu uns, lassen sich lange beraten, kaufen dann Lampen im Internet und bitten uns oft sogar, den Ramsch, den sie erwerben, im Schadensfall zu reparieren. Die schicken wir konsequent fort. Wir kennen Geschäftsleute, die aufgrund dieses Kundenverhaltens ihre Läden geschlossen haben“, sagt er deutlich. Bei den Holzapfels wäre dies zumindest nicht existenzbedrohend, denn die Spezialanfertigungen für Großprojekte, Brandschutzklasse B1 und das Know-how von 40 Berufsjahren lassen sich im Internet dann doch nicht so leicht finden.