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Krefeld Krieger-Denkmal in Orbroich ist umfassend restauriert worden

Krefelder Historie : Krieger-Denkmal in Orbroich restauriert

In den vergangenen fast 140 Jahren wurde das heute geschützte Ensemble von Bäumen und Denkmal aber auch immer wieder beschädigt. Nun wurde das kleine Denkmal für rund 3000 Euro umfassend restauriert.

(RP) Es muss ein festlicher Anlass mit einem Menschenauflauf gewesen sein: Im ländlichen Orbroich nördlich von Krefeld wurde am Sonntag, 17. Juni 1883, ein Kriegerdenkmal feierlich enthüllt, dessen Errichtung 1883 auf Initiative des dort ansässigen Bauern, Gastronomen und Veteranen Hubert Praß zurückging. Erinnert werden sollte an die gefallenen Orbroicher Soldaten der Kriege 1864 und 1866 sowie mit Frankreich 1870/1871. Der dortige Krieger-Verein lud am Nachmittag zu dem Festakt mit Reden, Böllerschüssen und dem Absingen der Nationalhymne ein. Im angrenzenden Scheifenhof fanden anschließend ein Gartenkonzert und ein Ball statt.

Die Inschriften für die im Ersten Weltkrieg umgekommenen Soldaten wurden 1930 am Kriegerdenkmal hinzugefügt. Umrahmt von drei Lindenbäumen und einer „Himmelseiche“ überstand das Denkmal mit Sockel, Säule und preußischer Adlerfigur die Jahrzehnte. In den vergangenen fast 140 Jahren wurde das heute geschützte Ensemble von Bäumen und Denkmal aber auch immer wieder beschädigt. Nun wurde das kleine Denkmal für rund 3000 Euro umfassend restauriert.

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„Wie sich schnell herausstellte, war es höchste Zeit für die Sicherung des Denkmals. Die Figur hatte bereits Risse, und die rostenden Eisendübel konnten die Teile nicht weiter zusammenhalten“, schildert Eva-Maria Eifert von der Unteren Denkmalbehörde Krefeld. Anfang des Jahres wurden Adler und Säule aus Sandstein abgebaut und in die Restaurierungswerkstatt von Steinmetz Manfred Messing in Kempen transportiert.

Das Krieger-Denkmal, das erst seit Herbst 2020 in Zusammenarbeit der Unteren Denkmalbehörde und der Gartendenkmalpflege beim Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz in die Denkmalliste eingetragen ist, zeigte bereits beim Abbau und Verladen Risse im Stein und an den darunterliegenden profilierten Plinthen. Korrosionsbedingte Absprengungen durch rostende Eisendübel und Frosteinwirkungen, mangelhafte Klebestellen aus vorhergegangenen Reparaturen und Plomben aus hartem Zementmörtel ergaben ein besorgniserregendes Gesamtbild.

„In der Werkstatt wurden nach Trocknung des Sandsteins alle losen Teile der Figur kartiert und wieder zusammengefügt. Die Befestigungen des Gefüges erfolgten mit Edelstahldübeln und Epoxidharz“, sagt Messing. Die Übergänge zwischen den Teilen und das Verfüllen der Klebestellen erfolgten durch Antragen eines mineralischen Restauriermörtels. Die Reinigung wurde mittels Berieselungstechnik vorgenommen. Durch stundenlanges Beregnen wurden Schmutzschichten gelöst. Mit Wasser und Bürste konnten sie schließlich größtenteils substanzschonend entfernt werden.

Infolge unsachgemäßer Reparaturen in der Vergangenheit ist im Anschlussbereich zwischen Säule und Figur eine größere Ausbruchsstelle entstanden. „Ich habe entschieden, dass die neu eingebrachte Stütze ebenso wie die kriegsbedingte Ausbruchsstelle im unteren Bereich der Säule aus Gründen des Zeugniswertes und der Authentizität sichtbar bleiben sollen“, erklärt Eifert.

Über das Orbroicher Krieger-Denkmal existieren aus der Planungs- und Umsetzungszeit keine schriftlichen oder mündlichen Quellen. Wenige Fotoaufnahmen dokumentieren den Zustand um 1883 und 1930. Eine Ansichtskarte des Scheifenhofs (um 1900) samt Krieger-Denkmal zeugen von einer Beliebtheit als Ausflugsziel der Krefelder. Die Gastwirtschaft mit seinem Biergarten erreichten die Städte mit dem „Schluff“, der in Hüls-Nord hielt. Von dort wanderten die Menschen hinaus nach Orbroich. Als auffällige Wegmarke diente das Denkmal, das nun an seinen angestammten Platz in Orbroich wieder aufgestellt wird.

(RP)