Krefeld: Krefeler für Youlius-Award nominiert

Aus den Stadtteilen : Krefelder für Youlius-Award nominiert

Der Youtuber Laki Perifantzis macht 8 Bit-Computer-Musik auf einem eigenen YouTube-Kanal. Er macht Musik mit Dingen, die nicht für die Musik gemacht sind — und das äußerst erfolgreich.

Wenn der Youtuber Laki Perifantzis von seinem ungewöhnlichen Hobby erzählt, steckt seine Begeisterung an. Er macht Musik mit Dingen, die gar nicht für Musik gemacht sind, indem er beispielsweise Platinen für den Computerbereich oder Diskettenlaufwerke zum Produzieren von ganzen Musikstücken benutzt, so wie andere Musiker ein Musikinstrument oder ein Sänger die Stimme. „Ein bisschen crazy ist das schon“, gibt der 30-Jährige lachend zu.

Es ist aber gerade das Außergewöhnliche seiner Art, Musik zu machen, das ihm die Nominierung für den Youlius-Award 2020 in der Kategorie „Musik, Kunst & Kultur“ eingebracht hat. Sein erstes Projekt nannte er „Floppy Symphony Orchestra“, bei dem sieben Diskettenlaufwerke und eine Festplatte zusammen Musik erzeugen. Außerdem benutzt der Bastelfan die beiden Entwicklungsboards Arduino UNO und MEGA, die eigentlich für kleinere automatische Abläufe gedacht sind oder mit denen Kinder Programmieren lernen können.

Die Musik, die Laki Perifantzis damit hervorbringt, erinnert klanglich an die 8 Bit-Computermusik der 80er und 90er Jahre, zum Beispiel an die Hintergrundmusik von Computerspielen. Daher folgte dann die logische Konsequenz, im nächsten Projekt Musik mit dem GameBoy zu machen. Diesen kennen viele Kinder der 90er Jahre noch gut, die darauf Super Mario, Tetris oder Pokemon gespielt haben. Und genau dieser GameBoy ist es auch, auf welchem der gelernte Informationselektroniker mit einem zusätzlichen Modul Musik einspielt oder in Kürze mit dem Programm LSDJ selber Stücke erstellen kann.

Die Musikstücke, die er covert, umfassen die ganze Bandbreite der modernen Medien: The Trooper von Iron Maiden, Bad Guy von Billie Eilish oder aus der Disneyproduktion Frozen „Let it go“ sind ebenso auf seinem YouTube-Kanal zu hören wie Take on me von a-ha.

Ungewohnt für das Ohr sind die bekannten Melodien bei einer solchen Umsetzung auf jeden Fall, aber es ist faszinierend, wie der Krefelder aus eingängiger Unterhaltungsmusik mittels minimalistischer Hardware 8 Bit-Musik, auch Chiptune genannt, erzeugt, oder „aus dem Minimum möglichst viel herausholt“, wie er es nennt. Unbedingt anhören und –sehen sollte sich jeder Starwars-Fan den Imperial March à la Laki Perifantzis, bei dem die Floppies den majestätisch-einschüchternen Diktus der bekannten Science Fiction Saga überzeugend wiedergeben.

„Das große Geld kann man mit diesem Liebhaberhobby nicht machen“, berichtet der Tüftler, „aber wenn es Zuschauern gefällt, das freut mich sehr“. Und ein Youlius-Award wäre eine durchaus genauso erfreuliche Belohnung. Drücken wir also dafür die Daumen.