Krefeld: Krefelds letzter Wanderverein „Frisch Auf“ wird sich zum Ende des kommenden Jahres auflösen.

Aus den Stadtteilen : Wanderfreunde Hüls: Das Aus nach 37 Jahren

Krefelds letzter Wanderverein „Frisch Auf“ wird sich zum Ende des kommenden Jahres auflösen. Die Gründe für die Beendigung der Vereinsaktivitäten sind vor allem die Überalterung der Mitglieder und der Nachwuchsmangel.

37 Jahre aktives und lebendiges Vereinsleben finden bald ihr definitives Ende: Krefelds letzter Wanderverein „Frisch Auf“ aus Hüls wird sich zum Ende des kommenden Jahres offiziell auflösen. Die Gründe für die Beendigung der Vereinsaktivitäten liegen vor allem in der Überalterung der Mitglieder und dem fehlenden Nachwuchs. Der Vorstand um den 1. Vorsitzenden Günther Walther sieht keine andere Möglichkeit mehr, der zunehmenden Inaktivität seiner Vereinsmitglieder zu begegnen.

Eigentlich verwunderlich, meint Walther, denn: „Schaut man sich die Gegend rund um den Hülser Berg an, dann sieht man lauter Leute, die spazieren, joggen oder einfach nur an der frischen Luft entspannen. Das Interesse an Bewegung unter freiem Himmel ist also immer noch da und wahrscheinlich so groß wie noch nie“, erklärt Walter Eigner, ebenfalls Mitglied der Hülser Wandertruppe. Das – auch wegen Bewegungen wie Fridays for Future – gestiegene Interesse an Natur und Umwelt in Neuzugänge für den Verein umzumünzen, sei „Frisch Auf“ in den letzten Jahren nicht wirklich geglückt. Seit geraumer Zeit blieben Neuzugänge aus, und der momentane Altersdurchschnitt sei mit 73 Jahren sehr hoch, berichten die Männer. Außerdem seien von den zurzeit 40 Wanderfreunden lediglich 15 noch aktiv. Mit dieser Problemlage haben, berichten die Hülser, viele Wanderclubs in NRW zu kämpfen.

Trotz vorhandenen Interesses würden Außenstehende vom starr wirkenden Vereinsreglement abgeschreckt. Das war nicht immer so: Gerade in der Anfangsphase wuchs die Anzahl der Hülser Wanderfreunde von Jahr zu Jahr rapide an. Aus der fünfköpfigen Gründertruppe um Hans Decku, der 35 Jahre den Verein führte, wurde schnell ein Verein mit rund 100 Mitgliedern. Über all die Jahre hinweg zeichnete sich „Frisch Auf“ gerade durch seine Offenheit und Flexibilität aus, berichten die verbliebenen Wanderfreunde. „Man muss nämlich kein Mitglied sein, um bei uns mitzuwandern. Wir bieten offene Routen an, die von allen Interessierten das ganze Jahr hindurch gegangen werden können“, sagt Vorsitzender Walther. Auch die Ausrichtung von offenen Wandertagen, an denen Teilnehmer Strecken zwischen fünf und 20 Kilometer absolvieren konnten, reichten nicht aus, um Neumitglieder zu rekrutieren.

Finanzielle Beweggründe spielten bei der Entscheidung zur Vereinsauflösung keine Rolle. „Gemeinsam mit den Mitgliedern wird der Vorstand unsere noch vorhandenen Gelder gemeinnützigen Organisationen in Hüls zukommen lassen“, erklärt der Vereinskassierer Jakob Uthoff die Abwicklung des finanziellen Erbes der Wanderfreunde. Fahne, Wimpel und die über die Jahre angesammelten Ehrenabzeichen des Vereines wollen die Wanderer für die Nachwelt dem Hülser Heimat-Museum übergeben. Auf die Frage, ob es den noch eine Chance für den Erhalt des Clubs gibt, antwortet der Vorsitzende: „Unsere Entscheidung zur Auflösung ist definitiv. Wir bieten jedoch allen Interessierten bis zu unserer endgültigen Auflösung Ende nächsten Jahres alle unsere Aktivitäten wie gewohnt an.“