Krefeld: Konzepte für Krefelder Parkverkehr

Krefelder Innenstadt: Konzepte für Krefelder Parkverkehr

Parkplätze lassen sich optimieren, das ist der Tenor eines Vortrags von Hans-Henrik Puvogel auf Einladung der CDU.

‚Smart City’ ist ein oft genutztes Schlagwort, dessen Bedeutung wenige kennen. „Es geht vor allem darum, Daten zu ermitteln, zu nutzen und zusammen zu führen“, erklärt Dr. Hans-Hendrik Puvogel im Rahmen einer CDU-Verstaltung in der VHS. Er ist als einer der Geschäftsführer des Unternehmens Parkopedia, das genau diese Daten für Parkverkehre sammelt und zusammen führt. Dabei seien moderne Autos als Datenquelle vollkommen ausreichend. „Sie haben alle hunderte Sensoren verbaut. Darunter Ultraschallsensoren, die man vom Einparken kennt. Diese messen bis 70 Stundenkilometern zuverlässig auch was am Straßenrand passiert und melden es in Echtzeit weiter“, erläutert er. Daten über freie Parkplätze stünden also zur Verfügung und müssten nur ausgewertet werden.

Doch sie zu kennen sei keine Lösung des Problems. Wichtig sei, die Menschen von den Straßen in Parkhäuser und auf Parkplätze zu lotsen. Hier gebe es bald berührungsfreie Systeme, die automatisch den Bezahlvorgang abwickeln würden. Und durch autonomes Parken könne der Fahrer bald am Eingang das Fahrzeug verlassen, das sich dann eigenständig einen Stellplatz suche. Später würde der Fahrer am selben Ort wieder abgeholt.

„Gerade in Krefeld ist das Kernproblem, die Menschen zu den Parkhäusern zu bekommen“, sagt Puvogel. Gerade wer aus dem Krefelder Süden komme, sei von der Innenstadt fast hermetisch abgeschlossen. „Fast alle Navigationssysteme leiten Menschen aus dem Süden über die Gerberstraße. Zone 30, zugeparkt, Krefelder Kissen... Das ist ein ganz schlechter Weg.“ Das Ergebnis: Aus Oppum führe man an einem Samstag zum Behnisch-Haus 18 Minuten. Zur gleichen Zeit dauere der Weg auf die Königsallee in Düsseldorf nur 26 Minuten. Aus Fischeln sei das Verhältnis 14 zu 20 Minuten. „Das ist indiskutabel, wenn wir Menschen in die Krefelder Innenstadt locken wollen“, befindet Puvogel.

Aus Krefelds Süden ist Düsseldorf besser erreichbar, als die Innenstadt. Foto: Puvogel/Puvogel/Schaulandt

Wichtig sei also, die Verkehrsachsen zu öffnen. Auch sei es ein Irrglaube, billige Parkplätze an der Straße würden für eine höhere Frequenz in Geschäften sorgen. Deutschland habe ohnehin die niedrigsten Parkgebühren Europas, und Krefeld sei hier am unteren Ende des Landes. „Empirische Untersuchungen zeigen: Billiger Parkraum verleitet zum Dauerparken. Damit sind Parkflächen lange belegt und stehen nicht für neue Kunden zur Verfügung. Mangelnde Fluktuation sorgt für vermehrten Parksuchverkehr und damit für Lärm, Dreck und verstopfte Straßen. Ziel sollte es sein, die Menschen in Parkhäuser, auf Parkplätze und in Tiefgaragen zu leiten. Diese müssen dann aber einen Mehrwert bieten. Vor allem müssen sie sauber und sicher sein“, sagt der Experte.

  • Krefeld : Weihnachtsendspurt in der Krefelder Innenstadt

Ihm stimmt auch  Joachim Wahle, Geschäftsführer des Krefelder Unternehmens TraffGo zu. Sein Unternehmen bietet Lösungen für Bezahlsysteme an und arbeitet mit Parkopedia eng zusammen. „Krefeld zeigt sich bisher nicht sonderlich aufgeschlossen für neue Konzepte. Wir wollten damals in Krefeld beginnen, mittlerweile versorgen wir viele Städte mit Systemen zum optimierten Parken. Nur in Krefeld will man uns nicht. Dabei könnten wir viele Probleme in einer Kaffeepause lösen“, sagt er etwas überspitzt.

Einig sind sich die beiden Experten, dass Sensorsysteme, wie sie derzeit angeboten werden, unnötig seien und viel Geld verschlingen würden. Die Daten seien da - sie müssten nur genutzt werden. Gerade in Krefeld sei hier viel Optimierung möglich. Eine Entscheidung für besagte Sensoren würde die Stadt nicht nur viel Geld kosten, sondern auch den Status Quo zementieren.

Anmerkung der Redaktion: Die Navigationssysteme leiten über die Gerberstraße, nicht über die Dürerstraße. Wir haben dies geändert.

Mehr von RP ONLINE