Krefeld: Konzept Pförtnerloge - Finanzierung ist bis 2021 sicher

Kunst in Krefeld : Pförtnerloge: Kunstraum bis 2021 sicher

Die finanzielle Unterstützung ist für drei Jahre gesichert. Die bildenden Künstler vom Niederrhein stellten jetzt ihren zweiten Katalog und die Planung für 2019 vor.

Seit 2012 organisieren Brigitta Heidtmann und Claudia Reich vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Niederrhein die Reihe „Pförtnerloge – raumbezogene Kunst“. Den Namen haben sie nach dem Ausstellungsraum beim Entrée in die Fabrik Heeder gewählt. „Wahrscheinlich war das hier wirklich die Pförtnerloge“, sagt Reich. Das Besondere an diesem Ausstellungsraum ist, dass nur bei Vernissage, Finissage oder einem zusätzlichen Programmpunkt die Räume geöffnet sind. Ansonsten erhascht der Betrachter einen Blick ins Innere nur durch die Fenster: „Wir zeigen hier Kunst en passant.“

Die ausgewählten Künstler stellen mit ihren Arbeiten immer einen Bezug zu Raum und Ort her. Wie das in den drei vergangenen Jahren ausgesehen hat, kann der Kunstfreund am neuen zweiten Katalog ablesen. In einer 17 x 12,5 Zentimeter großen grauen Pappschachtel haben Heidtmann und Reich neun sehr gelungene Momentaufnahmen von den neun Ausstellungen versammelt. Zwei Broschüren erläutern die Reihe und geben Auskunft zu den Künstlern. Der erste Katalog war übrigens eine schokoladenbraune Schachtel mit Fotokarten zu den Jahren 2012 bis 2015.

Beim Blick auf die Ausstellungen wird deutlich, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen die Künstler hatten. Nicky Schwarzbach etwa hat Schraubgläser von der Decke herabhängen lassen. Martin Lersch hat eine Geschichte in Bildern über die Pförtnerfamilie erzählt. Bei „NB“ (für Nicht Betreten) stand eine Tür mit einem Spion im Raum. Tina Tonagel hat die Fenster in Bewegung versetzt: Ein Spiel mit Mechanik, Optik und Licht. Die letzte Ausstellung des Jahres hat einen inhaltlichen Bezug. „Tapetenwechsel“ von Sabine Schellhorn bezieht sich auf die einstige Papier- und Tapetenfabrik an diesem Ort.

Die Nachfolgefirma der Heederschen Fabrik, Wellkistenfabrik Fritz Peters in Moers, ist Sponsor für diese Ausstellung; und auch die Sparkassenkulturstiftung: „Ohne diese Unterstützung könnten wir die Reihe nicht stemmen“, sagte Heidtmann. Dankbar sind sie auch dem Kulturbüro, das eine weitere Förderung für die kommenden drei Jahre zugesagt hat. „Die Pförtnerloge ist eine Bereicherung unseres Gesamtprogramms“, schildert Kulturbürochef Sauerland-Freer, „am Zuschuss für die nächsten drei Jahre sehen wir die ausdrückliche Unterstützung von Oberbürgermeister Frank Meyer.“ Gilbert Scheuss, Vorsitzender des BBK Niederrhein, betont: „Wir betreiben mit dieser Reihe auch Kunstförderung.“

Drei Ausstellungen für 2019 sind schon geplant: Die Bremerin Annemarie Strümpfler wird den Raum im Frühsommer in eine begehbare Camera obscura verwandeln. Im Herbst stellt die Kölnerin Friederike Graben ein Stadtmodell aus Steckkarten vor – ein „house of cards“ mit Bezug zu Stadtplaner Vagedes und einem Jubiläum. Er stellte seinen Plan für die Wälle 1819 vor. Die Winter-Präsentation wurde im geheimnisvollen Dunkel gelassen: „Es wird ein performativer Eingriff“, sagte Reich.

Box 2 enthält: Nicky Schwarzbach, „Universum der Kellerkinder“; Martin Lersch, „Die Familie Dehrée“; Christa Hahn, Michi Kloesters-Imari, Petra Wittke, „Projekt /—NB—/; Tina Tonagel, „Schein und Sein“; Jáchym Flaig: „Shift“; Nicole Peters, „Imagine Peace III“; Frank Louis, „Brutkasten“; Brigitte Baldauf, „Makulatur“; Sabine Schellhorn,“Tapetenwechsel.

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