Krefeld: Kita am Lutherplatz feiert Richtfest

Lutherplatz: Krefelds größte Kita feiert Richtfest

In den Gebäuden des Clarenbachhauses und des Hauses der Familie entsteht am Lutherplatz für 155 Kinder eine Kita.

Zimmermann Stefan Brandstedt kletterte auf die höchste Ebene des Gerüstes. Mit einem Glas Sekt in der Hand sprach er den traditionellen Richtspruch, mit dem er dem Gebäude und allen künftig darin Ein- und Ausgehenden Glück wünschte. Dann warf er das in einem Zug geleerte Glas von oben herab, damit die umherspringenden Scherben böse Geister vertreiben. Das Richtfest des Umbaus des früheren Clarenbachhauses und des Hauses der Familie am Lutherplatz im Südbezirk zu einer der größten Kindertagesstätten in NRW unterbrach die umfangreichen Umgestaltungsarbeiten nur kurz.

Drinnen hatte der Bauherr, die Jackstädt Zukunft-Invest aus Wuppertal, ein entkerntes Rohbauzimmer für ein kurzes Beisammensein der zahlreichen Gäste hergerichtet. Die Eigentümerin des Grundstücks ist eine Tochtergesellschaft der ebenfalls in Wuppertal beheimateten „Dr. Werner Jackstädt“-Stiftung, die sich seit ihrer Gründung 2002 neben Projekten im Wissenschafts-, Medizin-, Kultur- und Sozialbereich besonders auf Einrichtungen für die Jugend vom Kinderhospiz bis zur Kindertagesstätte spezialisiert hat und derartige Einrichtungen bisher mit einem Gesamtspendenaufkommen von 62 Millionen Euro fördern konnte.

Stiftungsvorstand Marc Kanzler hob bei seiner Begrüßung hervor, dass sich die Jackstädt-Stiftung mit der Errichtung neuer Kitas ein besonders geeignetes zukunftsträchtiges Anlagefeld erschlossen habe, denn es mangele überall an Kitaplätzen. Kanzler vergaß auch nicht, auf die Herausforderungen des Standortes hinzuweisen. Mit Blick auf die Obdachlosen- und Trinkerszene, die sich nach der damaligen Renovierung um die Bänke des Lutherplatzes herum gebildet hat, forderte er die Stadt auf, sich im Interesse der Kinder und ihrer Eltern für eine alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung einzusetzen.

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Die Vorsitzende der Bezirksvertretung Süd, Gisela Brendle-Vierke, setzt darauf, dass ein Vorstoß der Bezirksvertretung bei der Stadt positiv aufgenommen wird, die Aufsicht am Lutherplatz zu intensivieren. Auch Dietmar Krebbers, der Vorsitzende des Presbyteriums der Lutherkirche, hofft, dass die Szene den Lutherplatz verlässt, wenn sie sich durch den starken Publikumsverkehr der neuen Kita gestört fühlt. Da viele Kinder aus dem Gemeindebereich die Kita besuchen werden, geht er davon aus, dass die Verbindung zwischen Kita und Kirchengemeinde eng verlaufen wird. „Alles wird aber von den handelnden Personen abhängen“, sagt Krebbers.

Auf rund 3150 Quadratmetern Grundfläche entsteht am Lutherplatz eine Kita für 155 Kinder von bis sechs Jahren. Mit acht Gruppen wird sie zu den größten Kitas in NRW zählen. Träger wird die Stadt Krefeld sein, die ihrerseits Plätze für den aufzulösenden Betriebskindergarten des benachbarten Helios-Klinikums zur Verfügung stellt. Da sich das Klinikum weiter ausdehnen möchte, wird der Platz dieser Einrichtung für eine anderweitige Nutzung benötigt.

„Die Helios zur Verfügung gestellten Plätze werden in die Kita-Gruppen integriert, ebenso die zehn Inklusionsplätze, die die neue Kita anbieten wird“, erklärte Sascha Radusch, Jugendhilfeplaner der Stadt Krefeld. Ob die neue Kita auch über männliche Erzieher verfügen kann, ist unklar. „Der Markt ist leergefegt“, erläutert Planer Radusch, „derzeit sind wir froh, wenn wir überhaupt genug Erzieher anwerben können.“

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