Gewinner bei „Jugend musiziert“ Junges Musiktalent erhält Stipendium

Krefeld · „Es gab für mich nie die Überlegung ein anderes Instrument zu spielen.“ Der 16-jährige Klarinettist Malte Jansen erzählt über seinen Weg in die Musik. Er ist ein besonderes Talent, ein aufstrebender Künstler.

 Malte Jansen (16) mit seiner Klarinette der Firma Schwenk & Seggelke. Der neue Klarinettensatz wurde ihm von der Krefelder Günter Stockhausen-Stiftung gestiftet und dauerte zwei Jahre in der Herstellung.

Malte Jansen (16) mit seiner Klarinette der Firma Schwenk & Seggelke. Der neue Klarinettensatz wurde ihm von der Krefelder Günter Stockhausen-Stiftung gestiftet und dauerte zwei Jahre in der Herstellung.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der Krefelder Malte Jansen ist Gewinner des 56. Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“. Zusammen mit der Düsseldorfer Pianistin Mona Masuyama überzeugte er in der Kategorie „Duo: Holzblasinstrument und Klavier“ auf ganzer Linie - 25 von 25 möglichen Punkten verteilte die Jury. Es ist nicht sein erstes Mal bei „Jugend musiziert“. Seit 2012 nimmt Malte in verschiedenen Ensembles an dem Wettbewerb teil. Die volle Punktzahl dieses Jahr sei für ihn allerdings „einzigartig und überwältigend“ gewesen, erzählt der Nachwuchsklarinettist stolz.

Seine musikalische Laufbahn hat Malte einer besonderen Aktion zu verdanken: Als er in der Musikschule auf seinen Bruder warten musste, fiel Malte „ein bärtiger Mann“ auf. Der ungarische Klarinettenlehrer Laszlo Dömötör strahlte auf den fünfjährigen Malte eine Faszination aus. Als sich der Junge am Tag der offenen Tür selbstbewusst vor Dömötör hinstellte und ohne Vorkenntnisse einen Ton auf der Klarinette spielen konnte, überzeugte er den Ungarn, der ihn als Schüler übernahm. „Ich verehre und schätze ihn, ich bin froh, dass er mich unterrichtet hat“, schwärmt Malte. Bis zur Pension war Dömötör Maltes Lehrer. Jetzt wird der 16-Jährige als Jungstudent von Ulrike Warnecke an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf unterrichtet. Alle zwei Wochen werden ganztägig Inhalte wie Gehörbildung, Rhythmik und Musikgeschichte gelehrt. Das Jungstudium ist eine Vorbereitung auf das Vollzeitstudium, welches Malte nach dem Abitur anstrebt.

„Am Orchester gefällt mir die Gemeinschaft“, berichtet der junge Musiker. Aktuell spielt er im Landesjugendorchester und in der Jungen Bläserphilharmonie. Bei den Jungen Bläsern ist Malte der stellvertretende Konzertmeister, das heißt, er führt die 70 Mitglieder des Orchesters an und ist Ansprechpartner der 14- bis 24-jährigen Musiker. Seinen Erfolg lässt sich Malte allerdings nicht zu Kopf steigen. Privat hört er viel Radiomusik und Pop. In seiner Freizeit geht er ins Fitnessstudio. „Manchmal brauche ich einfach etwas Abwechslung.“ Seine Musikkarriere zeigt trotzdem starken Einfluss auf seine Freizeit: Als Musiker ist der Jungklarinettist bereits viel gereist, jedes zweite Wochenende gibt es einen Auftritt in einem der Ensembles. Für diesen Sommer ist bereits ein Konzert des Landesjugendorchesters im Schloss Compiègne angesetzt. Anschließend geht die Junge Bläserphilharmonie in Italien auf Tournee und spielt unter anderem Florenz und Riva del Garda.

Maltes letzter großer Auftritt fand im Nachklang des Landessieges bei „Jugend musiziert“ in der Tonhalle Düsseldorf statt. Die „sowieso große Ehre“ zu spielen, wurde dem Sieger-Duo kurz vor dem Auftritt zusätzlich versüßt: Für ihre Leistung erhielten beide ein Stipendium zu einem zehntägigen Meisterkurs an der Europäischen Akademie für Musik und darstellende Kunst Montepulciano. „Nach der Info waren wir richtig motiviert auf die Bühne zu gehen. Ich finde, wir haben ein super Konzert gegeben“, berichtet Malte. Ein Auftritt auf großer Bühne sei für ihn „ein Kick wie für andere eine Achterbahnfahrt.“ Dass mit diesen Auftritten zusätzlich viele Reisen einhergehen, erfreut den Jungmusiker zusätzlich: „Ein erfolgreicher Musiker reist viel, das ist das schöne daran.“

Doch Malte bleibt bodenständig. Zwar sei der auf der ganzen Welt berühmte Soloklarinettist Andreas Ottensamer eine Inspiration für ihn, sein großes Vorbild ist allerdings Thorsten Johanns, Klarinettenprofessor in Weimar. Einige Parallelen sehe er in sich und seinem Idol: „Auch Johanns ist aus Krefeld und wurde von meinem ehemaligen Klarinettenlehrer unterrichtet.“ Sein Studium möchte Malte in Weimar absolvieren, um bei seinem Vorbild zu lernen. Auch wenn er es sich vorstellen könnte Solist oder Dozent zu werden, plant Malte nach dem Studium zunächst weiter Teil eines Orchesters zu sein. „Für mich ist Musik ist wie eine Sprache“, so der Klarinettist. Und er liebe es auf der Bühne mit dem Publikum zu sprechen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort