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Krefeld: Jugend forscht auch diesmal nur online

Verlegung in den Sommer war keine Option : Jugend forscht auch diesmal nur online

„Wir haben 123 Anmeldungen mit 218 beteiligten Jugendlichen. Das ist eine gute Zahl. Zumal wir eine vergleichsweise hohe Abbrecherquote hatten. Das führen wir auf Corona zurück“, sagt Ralf Wimmer von der Unternehmerschaft.

Die vergangenen beiden Sieger des Regionalwettbewerbs von Jugend Forscht zeigen: Der Wettbewerb führt nicht nur junge Menschen an die Wissenschaft heran, er bringt auch unmittelbare Ergebnisse für das Hier und Heute. So wie im Falle von Vorjahressiegerin Maximiliane Otto. „Ich habe bei einer Facharbeit die Idee gehabt, dass es bei der Corona-Prävention ein großes Spannungsfeld gibt. Nämlich das zwischen Infektionsprävention auf der einen und Klimaschutz auf der anderen Seite. Wenn ich ständig lüfte und parallel die Heizungen laufen, dann verschwende ich viel Energie. Lüfte ich zu wenig, dann steigt das Infektionsrisiko“, sagt die 17-Jährige, die in diesem Jahr ihr Abitur am Moltke-Gymnasium machen will. Ihre Lösung: „Ich habe mir verschiedene Zahlen von Instituten wie dem Max-Planck-Institut geholt und daraus ein Excel-Tool entwickelt, mit dem die optimale Lüftungszeit abhängig von Raumgröße, Anzahl und Art der Fenster, der Belegung des Raums, Innen- und Außentemperatur und so weiter ermittelt wird“, erläutert sie. Das Tool wird von den Lehrkräften ihrer Schule genutzt, auch wenn die Schule sich in der Hauptsache an Vorgaben des Ministeriums hält.

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Ihre Vorgängerin, die Siegerin 2019, Anna Karl, wiederum entwickelte ein chemisches Verfahren, um Katalysatoren zu verbessern und Stickoxide aus Abgasen zu filtern. „Es gab sogar Interesse aus der Industrie. Leider ist das dann durch Corona etwas eingeschlafen“, erzählt die 22 Jahre alte Medizin-Studentin. In diesem Jahr aber wird vieles von dem, was sie am Wettbewerb packte, nicht zu erleben sein. „Die Abschlussveranstaltung ist richtig toll. Es ist eine Messeatmosphäre, es sind andere Teilnehmer, Eltern, Juroren, alle kommen an Deinen Stand. Bei der Preisvergabe steht man vor 1000 Menschen und nimmt die Urkunde in Empfang, das ist ein unglaubliches Erlebnis“, schwärmt die Moerserin.

Diese Erfahrung werden die Teilnehmer 2022, ebenso wie auch Vorjahressiegerin Otto, nicht machen. „Wir haben uns aufgrund der ausufernden pandemischen Lage dazu entschieden, auch in diesem Jahr die Veranstaltung online durchzuziehen. Es ist derzeit nicht absehbar, dass sich die Situation bis Anfang März merklich bessern könnte. Im Gegenteil. Im Vorjahr haben wir gute Erfahrungen mit der Onlineversion gemacht und werden es auch in diesem Jahr wieder auf diese Art machen“, erklärt Ralf Wimmer, der stellvertretende Geschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein, die als Organisator auftritt.

Für die Jury und die Teilnehmer ist das eine Herausforderung. „Wir haben aber im Vorjahr gesehen, dass es gut klappt. Wir werden die Abläufe wieder etwas verändern, die Präsentation der Sieger wird beispielsweise erneut zwei Tage nach der Präsentation stattfinden. Diese läuft so, dass die Teilnehmer für die Juroren freigeschaltet werden. Dann haben sie fünf Minuten Zeit, ihr Projekt zu präsentieren. Es folgen zehn Minuten Befragung. Dann ist die nächste Gruppe oder der nächste Teilnehmer an der Reihe“, betont der Leiter des Regionalwettbewerbs, Thomas Zöllner.

Der Leiter des Krefelder Gymnasiums am Moltkeplatz sieht Vor- und Nachteile des Onlineformats. „Generell wünschen wir uns natürlich Präsenz und die Erfahrung der Abschlussveranstaltung. Aber es ist auch nicht alles schlecht. Die Jury komplett zusammenzubringen ist so beispielsweise viel einfacher“, berichtet der Pädagoge. Seit 2018 ist er in dieser Funktion verantwortlich für den Wettbewerb. Zuvor war er selbst Jurymitglied.

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen sei auch in diesem Jahr die Veranstaltung sehr erfolgreich. „Wir haben insgesamt 123 Anmeldungen mit 218 beteiligten Jugendlichen. Das ist eine gute Zahl. Zumal wir eine vergleichsweise hohe Abbrecherquote hatten. Das führen wir auf Corona zurück. In Anbetracht dieser Tatsache ist die Zahl derer, die am Ende wirklich etwas abgegeben haben, wirklich sehr gut“, schätzt Wimmer die aktuelle Beteiligung ein.

Übrigens: Eine Verlegung in den Sommer, wenn die Inzidenzen wieder zurückgehen sollten, war keine Option. „Es folgen ja der Landes- und Bundeswettbewerb. Und auch die sind nicht beliebig verlegbar, weil es dann in die Ferien und den Wettbewerb des nächsten Jahres geht“, erläutert er weiter. So blieb, aus Gründen der Verantwortung für die Gesundheit, nur die Entscheidung für eine Online-Version. Und die Hoffnung auf die Zukunft. „Dass wir es überhaupt online machen können, ist eine Corona-Sonderregel. Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir 2023 all das hinter uns gelassen und wieder eine Präsenzveranstaltung haben“, sagt er. Die jungen Erfinder würde es fraglos freuen.