Krefeld: Jochen Reckin betreibt einen Bounce-Ball Verleih

Fun-Sport in Krefeld : Kicken in der Kugel

So geht Bounce Football in Krefeld

Bounce-Ball ist eine Trendsportart, bei der die Spieler, ähnlich wie beim Fußball, aufs gegnerische Tor schießen. Dabei stecken sie in Plastikkugeln. Jochen Reckin verleiht das Zubehör. Seine Kollegen treten sogar bei Meisterschaften an.

Das Spiel läuft erst einige Sekunden, als es in der Torfabrik knallt. Wenig später kugeln zwei Spieler in riesigen Plastikbällen übers Feld.

Jochen Reckin hat seine Kollegen von der Berufsfeuerwehr Krefeld zu einer Partie Bounce-Ball geladen. Die Regeln dazu sind schnell erklärt: Ähnlich wie bei einem Fußballspiel geht es darum, den Ball in das gegnerische Tor zu schießen – nur, dass die Teilnehmer dabei selbst in durchsichtigen Kugeln stecken. Sie laufen darin, hüpfen und kullern über den Platz, rempeln ihre Gegner an oder versuchen sich mühsam wieder aufzurichten. Für den Zuschauer sind die „laufenden Wasserbälle“ ein witziger Anblick – für die Spieler ist es „eine Mords-Gaudi“, wie Stürmer Sven Hox erzählt. „Der Spaßfaktor ist riesig.“

Bounce Ball oder auch Bubble-Soccer ist ein Trendsport aus Skandinavien. Der Krefelder Jochen Reckin hat vor einigen Jahren ein solches Spiel gesehen und war sofort begeistert. Mittlerweile betreibt er einen Verleih, in dem er Zubehör für verschiedene Fun-Sport-Arten anbietet. Bounce-Ball ist eine davon. „In Deutschland ist die Sportart noch nicht sehr verbreitet“, erzählt er. Und da es keine richtigen Mannschaften mit festen Trainingszeiten gibt, verleiht er seine Ausrüstung hauptsächlich für Team-Events, an Sportvereine, Firmenfeiern, aber auch an Junggesellenabschiede und für Kindergeburtstage. Die Anfragen kommen aus Krefeld und der Umgebung. „Bei den Spielen bin ich dabei“, sagt Reckin. Nicht nur, um das Match als Schiedsrichter abzupfeifen, sondern auch, um den Umgang mit dem Ball – Bumperz wie sie die Profis nennen – zu erklären. „Es ist wichtig, dass sie richtig angezogen werden, sonst können die Spieler sich verletzen“, sagt Reckin und deutet auf eine der Kugeln. Sie ist an beiden Enden geöffnet, in ihrem Inneren befinden sich Gurte und Griffe, die dem Spieler Halt geben. „Diese hier wiegen acht bis neun Kilogramm“, sagt Reckin und fügt hinzu, „wir haben auch Leichtere. Die sind dann speziell für Kinder.“

In den Kugeln sind die Spieler gut geschützt. So ist auch Anrempeln ausdrücklich erlaubt. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Wer die Kilogrammzahl hört, kann sich vorstellen, dass Bounce-Ball nicht nur Spaß macht, sondern auch anstrengend ist. Einmal, was das Gewicht der Kugel getragen werden muss. Aber auch, weil in den Kugeln der Laufwind fehlt. „In den Bällen wird es mitunter sehr warm. Es ist wie in einer Sauna“, sagt Reckin. Ein Bubble-Ball-Spiel dauert deshalb auch nicht länger als zwölf Minuten. Außerdem bekommen die Spieler genug Gelegenheiten, um sich regelmäßig auszuwechseln.

Seit sieben Jahr versucht der Verein Deutscher Bubble Football Bund mit Sitz in Offenbach, die Sportart auch in Deutschland zu verbreiten. Er richtet seit 2013 die Deutsche Meisterschaft aus. Seit 2018 gibt es auch die offiziellen NRW-Meisterschaften – in diesem Jahr fanden sie in Krefeld statt. Beide Male holte die Mannschaft der Berufsfeuerwehr – die Florawache 09 Crefeld – den Titel.

Jenes Team, das nun mit Jochen Reckin in der Torfabrik kickt. Ein Ausnahme-Termin. „Es ist nicht so, dass bei uns regelmäßige Bounce-Ball-Trainings stattfinden“, erzählt Hox. Die Mannschaft hat sich ursprünglich für das gewöhnliche Fußballspiel gegründet. Das Spiel in der Kugel ist für sie nur ein spaßiger, wenn auch erfolgreicher, Zusatz.

Bounce-Ball in der Torfabrik. Anders als beim Fußball darf der Ball nicht nur am Fuß, sondern auch in den Kugeln transportiert werden. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Und wer weiß, vielleicht gibt es in Krefeld bald auch den Deutschen Meister im Bubble-Fußball.

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