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Krefeld: Jannis Niewöhner für Deutschen Filmpreis nominiert

Ein Krefelder macht Karriere : Niewöhner für Deutschen Filmpreis nominiert

Für seine Rolle als gefährlicher Demagoge und die Verkörperung eines neuen Typus von Rechtsradikalen in dem Film „Je suis Karl“ ist Jannis Niewöhner als bester Hauptdarsteller für den deutschen Filmpreis nominiert worden.

Der in Hüls geborene Filmschauspieler Jannis Niewöhner kann seinen feinen Smoking zum Aufbügeln aus seinem Kleiderschrank nehmen. In den kommenden Wochen wird er ihn häufiger benötigen. Der 29-Jährige wechselt das Set einmal mehr mit dem roten Teppich. Am kommenden Montag feiert er in der Essener Lichtburg im größten historischen Kinosaal Deutschlands mit Platz für 1500 Zuschauer die Premiere der Literaturverfilmung des Romanautors Thomas Mann. Niewöhner spielt die Hauptrolle in die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, und am 1. Oktober steht er auf der Bühne bei der Gala des Deutschen Filmpreises als Nominierter für die beste männliche Hauptrolle in dem Film „Je suis Karl“. Als Anführer einer neuen europäischen Rechten zeigt der Krefelder sein schauspielerisches Können in dem hochaktuellen Polit-Streifen. Die Weltpremiere war bei der Berlinale in der Bundeshauptstadt.

„Je suis Karl“ handelt vom Rechtsextremismus. Von einer neuen Generation der Macher und Mitglieder, die ohne Glatzen, Fliegerstiefel und Bomberjacken subtiler vorgeht, die im Zweifel eher über einen Oxford-Abschluss verfügt, als dumpfe Parolen zu grölen. Niewöhner verkörpert den gefährlichen Typus, der geeignet ist Sympathien zu erzeugen und gleichzeitig die Gesellschaft zu entzweien.

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Der Film des Regisseurs Christian Schwochow nach dem Drehbuch von Thomas Wendrich wurde außerdem in den Kategorien „Bester Film“, „beste weibliche Hauptrolle (Luna Wedler) und „Beste männliche Nebenrolle“ (Milan Peschel) für die Verleihung der begehrten Trophäe „Lola“ nominiert.

 Der Film „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ mit Jannis Niewöhner feiert Montag Premiere.
Der Film „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ mit Jannis Niewöhner feiert Montag Premiere. Foto: Bavaria film Thomas Kost/Bavaria Film Thomas Kost

Zunächst aber steht für den begehrten Darsteller die erste große Kinopremiere mit rotem Teppich und Publikum nach langer Corona-Pause am 23. August an.

Die Gästeliste dürfte hochkarätig sein. Mit Regisseur Detlev Buck darf ebenso gerechnet werden wie mit einem Teil des hochkarätigen Casts. Für seinen neuesten Film hat sich Buck („Männerpension“) an eines der Top-Werke von Schriftsteller-Titan Thomas Mann („Buddenbrooks“) gewagt.

 Jannis Niewöhner und Filmpartnerin Luna Wedler sind beide für ihre Hauptrollen in „Je suis Karl“ nominiert.
Jannis Niewöhner und Filmpartnerin Luna Wedler sind beide für ihre Hauptrollen in „Je suis Karl“ nominiert. Foto: Pandora Film

Die Titelrolle bekleidet der aktuell zu den Top-Namen des hiesigen Kinos zählende Krefelder, bekannt aus „Narziss und Goldmund“, „Der Fall Collini“ und zuletzt „Kids Run“. Im September wird er zudem mit dem Polit-Thriller „Je Suis Karl“ noch ein zweites Mal im Kino zu sehen sein. Die weiteren Hauptparts übernehmen David Kross („Der Vorleser“) und Liv Lisa Fries („Babylon Berlin“). Außerdem mit an Bord sind Joachim Król („Der bewegte Mann“), „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler, Nicholas Ofczarek („Nightlife“) sowie Desiree Nosbusch („Bad Banks“). Und natürlich verkörpert Buck selbst wieder eine herrliche Nebenrolle: den Militärarzt, bei dem der Titelheld zur Musterung antreten muss. Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ kommen am Donnerstag, 2. September, in die deutschen Kinos. 

Zur Geschichte: Die Neuverfilmung von Thomas Manns populärem Roman aus dem Jahr 1954 ist eine der ersten großen deutschen Kinoproduktionen in diesem Jahr. Schon von klein auf hat es sich Felix Krull (Jannis Niewöhner) zur Aufgabe gemacht, mittels Rollenspielen und Verwandlungen in immer neue Identitäten zu schlüpfen. Als er die Gelegenheit erhält, in einem Pariser Luxushotel als Liftboy zu arbeiten, zögert er nicht lange, sein altes Leben in einem gutbürgerlichen Haushalt hinter sich zu lassen. Im Hotel kommt ihm seine Anpassungsgabe zugute und er steigt in rasender Geschwindigkeit zum Oberkellner auf. Vor allem die weiblichen Gäste bekommen nicht genug von ihm.

Felix trifft auf Marquis Louis de Venosta (David Kross), der unglücklich in die lebhafte Zaza (Liv Lisa Fries) verliebt ist. Die beiden schmieden den Plan, ihre Identitäten zu tauschen, damit Felix ihm so ein Leben mit seiner Angebeteten ermöglichen kann. Für Felix bedeutet das zwar den Verlust seiner eigenen großen Liebe, die ebenfalls Zaza ist, aber damit kommt er zurecht. Schließlich ist seine noch größere Leidenschaft die Veränderung und der gesellschaftliche Aufstieg. Sein Meisterstück liefert Felix Krull schließlich am Königshof von Lissabon ab, wo er allen ein für alle Mal beweisen kann, dass ihm in Sachen Betrügereien und Irreführung niemand so schnell das Wasser reichen kann...