Krefeld: Italienisches Restaurant Piazza Sorrento öffnet nach Wasserschaden wieder

Italiener am Stadtmarkt : Neubeginn nach Wasserschaden

Nach dem Überschwemmungs-Totalschaden kann das neapolitanische Restaurant Piazza Sorrento am Freitag wieder eröffnen. Der Familienbetrieb am Behnisch-Haus startet mit neuem Ambiente und überarbeiteter Speisekarte.

Rosa Alfano und ihre Familie können wieder mit Zuversicht nach vorne blicken: Am Samstag wird ihr Restaurant „Piazza Sorrento“ am Behnisch-Haus wieder eröffnet. Fast ein Jahr lang musste der Familienbetrieb geschlossen bleiben, nachdem ein Wasserschaden dazu geführt hatte, dass die Räumlichkeiten und das gesamte Inventar des italienischen Restaurants zum Totalschaden wurden.

Mit Schaudern erinnert sich Rosa Alfano an den Abend im März, als wegen eines verstopften Rohrs im Sanitärbereich des Gebäudes plötzlich Fäkal-Wasser aus allen Abflüssen in die Räumlichkeiten drang. Binnen kurzer Zeit stand das Restaurant unter Wasser, die übelriechende Kloake überschwemmte obendrein den Keller und löste dort einen Brand in der Elektroanlage aus.

Nach kurzer Zeit wurde klar, dass wegen der mit der Überschwemmung einhergehenden Verkeimung weder das Inventar noch die Räumlichkeiten jemals wieder genutzt werden könnten. Alles musste raus, alles saniert werden. Eine Biologin hat den Monate dauernden Sanierungsprozess permanent begleitet und überwacht. „Wir haben oft ans Aufgeben gedacht“, sagt Alfano rückblickend auf die schwere Zeit.

Jetzt liegen die Tage des Schreckens, die Sorge, ob es für den Familienbetrieb überhaupt weitergehen würde, der monatelange Kampf mit der Versicherung hinter der aus Neapel stammenden Familie. Am Samstag wird das „Piazza Sorrento“ neu eröffnet.

„Freunde haben uns während der ganzen Zeit unterstützt und getröstet, ein Satz, der oft gefallen ist, war ‚Krise als Chance’“, erzählt Rosa Alfano. Und so hat sich mit dem Desaster tatsächlich auch die Chance aufgetan, am Konzept des Restaurants zu feilen. „Wir hatten das Mobiliar übernommen, als wir 2013 von der Breite Straße an den Stadtmarkt gezogen sind“, berichtet Alfano. „Es hat mir nie so richtig gefallen, deswegen freue ich mich, dass wir das Piazza Sorrento jetzt so einrichten konnten, wie ich das immer schon gerne gehabt hätte.“ Neapel ist das große Thema, sowohl bei der Inneneinrichtung und selbstverständlich auch beim Essen. Die Gäste sitzen künftig in gemütlicher Atmosphäre an rustikalen Holztischen, haben Blick auf zwei riesige, beleuchtete Fotografien mit ganz viel Italien-Flair: Die Bucht von Neapel und — auch typisch für die Stadt in Süditalien — eine Altstadtgasse, in der flatternd die Wäsche auf der Leine trocknet.

Kulinarisch gibt es ebenfalls Veränderungen. Doch die Stammgäste müssen sich keine Sorgen machen, denn gut Bewährtes wie die beliebten Spaghetti Gamberoni bleibt natürlich auf der Sorrento-Karte. Neu ist ein Pizzaofen, in dem — und darauf legt Rosa Alfano wert — original neapolitanische Pizza gebacken wird. „Mein Schwager, der bei uns der Pizzabäcker ist, weigert sich deshalb, Pizza mit Ananas zu machen“, erzählt sie und lacht. Selbstverständlich werde auch nur Mozzarella verwendet, niemals Gouda-Käse. Ein Beispiel für die kulinarischen Vorlieben in der Region um Neapel sei Pizza, die mit Pommes und Wurst belegt ist. Auch diese ist unter dem Namen „Mario Merola“ auf der neuen Speisekarte zu finden. Genauso typisch und daher neu in der Dessertauswahl ist Pizza mit Nuss-Nougatcreme und Nüssen. Von der ständig wechselnden Tageskarte können Gäste künftig auch italienische Hausmannskost bestellen, zum Beispiel Nudeln mit Bohnen oder Linsen. Neu ist die Theke mit einem Angebot italienischer Wurstwaren. Gäste des Restaurants können sich die Leckereien nach Wunsch zusammenstellen lassen, möglich ist jetzt aber auch, Mortadella, Prosciutto, Salami und Co mit nach Hause zu nehmen.