Schulstatistik: Krefeld ist die Stadt der Gymnasien und Gesamtschulen

Schulstatistik : Krefeld ist die Stadt der Gymnasien und Gesamtschulen

Die eigentlichen Gewinner in der Seidenstadt sind die Gesamtschulen. Sie liegen knapp hinter den Gymnasien und weit über dem Landesdurchschnitt.

Krefeld ist die Stadt der Gesamtschulen - und der Gymnasien: Das Interesse der Eltern, deren Kinder im vergangenen Jahr auf eine weiterführende Schule wechselten, konzentrierte sich stärken als im Landestrend auf diese beiden Schulformen. Das ergibt sich aus der gestern veröffentlichten Analyse des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW).

Gewinner in der Seidenstadt sind die Gymnasien. Von den 1900 Jungen und Mädchen, die von den Grundschulen kamen, besuchen 785 ein Gymnasium. Das ist eine Quote von 41,3 Prozent - zwei Prozentpunkte mehr als noch vor zehn Jahren. Die Schülerzahl, die nach Klasse vier die Grundschulen verlassen ist im selben Zeitraum allerdings um 13,8 Prozent gesunken. In Nordrhein-Westfalen beträgt das Minus seit dem Jahr 2006 für diese Gruppe sogar 16,6 Prozent. Die Quote der Neu-Gymnasiasten für Krefeld liegt um 0,8 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt.

Welten liegen zwischen dem Mittel für Krefeld und dem für Nordrhein-Westfalen bei den Gesamtschulen - der Nummer zwei beim Interesse der Krefelder Grundschuleltern. 761 Jungen und Mädchen besuchen nach Abschluss der vierten Klassen der Grundschulen diesen Schultyp. Das sind 40,1 aller 1900 Krefelder Kinder, die in 2016 den Schritt auf eine weiterführende Schule gemacht haben. Zehn Jahre zuvor lag die Quote in der Seidenstadt lediglich bei 23,4 Prozent.

Auch der aktuelle Landesdurchschnitt bleibt um 12,6 Prozentpunkte zurück. Die Gesamtschulen sind in Krefeld eindeutig die Gewinner einer Entwicklung, aus der Real- und Hauptschulen als Verlierer hervorgingen. Diese beiden Schulformen blieben hinsichtlich Attraktivität für die Eltern und deren Kinder deutlich weiter zurück als im restlichen Nordrhein-Westfalen. 306 (16,1 Prozent) der ehemaligen Viertklässler lernen in einer Realschule, 0,1 Prozent - sprich ein Schüler - eine Hauptschule. Bekanntlich haben die Krefelder Schulpolitiker das Auslaufen dieser Schulform beschlossen. Zur Rettung der Realschule scheint diese Entscheidung nicht unbedingt beizutragen. Landesweit liegt die Quote um 4,5 Prozentpunkte höher.

Zu Beginn des zurzeit laufenden Schuljahres 2016/17 wechselten innerhalb Nordrhein-Westfalens 150.167 Schülerinnen und Schüler von der Grundschule auf eine weiterführende Schule. 27,5 Prozent der Kinder wechselten im Sommer 2016 auf die Gesamtschule; das waren 1,3 Prozentpunkte mehr als 2015 (damals: 26,2 Prozent. Auch die Sekundarschule wählten 2016 mit 6,5 Prozent mehr Schüler als noch ein Jahr zuvor (6,3 Prozent). Rückgänge verzeichneten die Schulen des dreigliedrigen Systems: 40,5 Prozent der Schüler wechselten im Sommer 2016 zum Gymnasium (2015: 41,2 Prozent), 20,6 Prozent zur Realschule (2015: 21,0 Prozent) und 3,9 Prozent zur Hauptschule (2015: 4,1 Prozent).

Weniger Schüler wechselten an die Gemeinschaftsschule (Quote: 0,4 Prozent; 2015: 0,5 Prozent) und zu einer Primus-Schule gingen - wie im Vorjahr - 0,1 Prozent der Schüler. Mit dem Schulversuch Primus-Schule sollen unter wissenschaftlicher Begleitung Erkenntnisse gewonnen werden, ob die Kinder und Jugendlichen durch längeres gemeinsames Lernen von Klasse eins bis zur Klasse zehn ohne Schulwechsel zu besseren Abschlüssen geführt werden können. In Krefeld gibt es keine solche Schule.

(sti)