Krefeld investiert 140 Millionen in Schulen

Liste mit mehr als 1000 Maßnahmen : 140 Millionen Euro für Krefelds Schulen

Die Verwaltung hat eine Gesamtübersicht aller aktuell bekannten Bedarfe und Projekte im Bereich Schulneubau, -sanierung und -ausstattung erstellt, die bis 2022 ungesetzt werden. Die neue Liste umfasst mehr als 1000 Maßnahmen.

Bau- und Schulverwaltung der Stadt haben hervorragende Arbeit geleistet. Die Rathausmitarbeiter erstellten in den vergangenen Wochen ein mehr als 1000 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket zur Sanierung, Erneuerung und Ausstattung aller Krefelder Schulen, das am 9. Mai der Politik vorgelegt und dann abgearbeitet werden soll. Rund 140 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren in die 60 Schulen investiert werden. "Mit dem Vorhaben setzt Krefeld das von mir vor meiner Wahl 2015 zugesagte Versprechen einer breiten Initiative zur umfangreichen Modernisierung der Bildungslandschaft in der Stadt um", betont Oberbürgermeister Frank Meyer. "Alle Schulen werden mit entsprechenden Maßnahmen oder Projekten berücksichtigt." Den Schwerpunkt bilden Erweiterungen und Sanierungen. Der neue Schuldezernent Markus Schön hat für Mittwochnachmittag alle Leiter der Schulen eingeladen, um ihnen das Maßnahmenpaket vorzustellen.

Wichtig ist, dass in jedem Fall die Finanzierung gesichert ist. Knapp 52 Millionen Euro erhält die Stadt bis 2020 aus entsprechenden Fördertöpfen von Land und Bund, rund 58 Millionen Euro hat der Rat aus dem städtischen Etat bewilligt. "Ich gehe davon aus, dass die fehlende Restsumme in den Haushaltsplänen für 2021 und 2022 berücksichtigt werden wird", so Baudezernent Martin Linne. Für die zügige Abwicklung positiv: Die noch vor Wochen offenen zwölf Architekten- und Planerstellen in der Verwaltung sind inzwischen besetzt, auch im Schulamt arbeiten vier zusätzliche Kollegen an den Projekten mit. Rachid Jaghou, Leiter des zentralen Gebäudemanagements der Stadt, versichert: "Die Projekte sind so geplant, dass der Stadt kein Euro an Fördergeld verloren geht."

Nach der Fleißarbeit der Verwaltung wird in den kommenden Wochen auch die Politik eine Menge Zeit investieren müssen. Sowohl der Unterausschuss Schulbau, -sanierung und Ausstattung als auch der Finanzausschuss werden sich mit der jüngsten Vorlage befassen. "Neben den größeren Neubau-, Umbau- und Erweiterungsprojekten an den Schulstandorten Regenbogenschule, Geschwister-Scholl-Schule, Sollbrüggenschule, Bismarckschule, Robert-Jungk-Gesamtschule, Gesamtschule Uerdingen, Gesamtschule Oppum und den Gesamtschulen Kaiserplatz und Kurt-Tucholsky sollen rund 1000 Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden", so Oberbürgermeister Meyer. "Die Sanierung von Klassenräumen und Sanitäranlagen sowie die Schaffung einer Digitalisierungsinfrastruktur sind hierbei Schwerpunktthemen, ebenso die Sanierung der Sportstätten." Mit der "Gesamtübersicht Schulbau, -sanierung und Ausstattung" legt die Verwaltung erstmals ein Papier aller aktuell bekannten baulichen Bedarfe an den Schulgebäuden vor. Linne: "Der weit überwiegende Teil der Maßnahmen resultiert aus baulichen Notwendigkeiten der Unterhaltung, Sanierung, Verkehrssicherheit oder energetischen Optimierung der städtischen Immobilien. Hierdurch sollen der vorhandene Instandhaltungsstau sukzessive und nachhaltig abgebaut und die Lernatmosphäre in den Schulen verbessert werden."

Wichtig: Digitalisierungsprojekte (schnelle Internetanbindung, gebäudeinterne Vernetzung und Beschaffung von Endgeräten) wird es in allen Schulen geben: Die Priorisierung erfolgt nach dem Stand der Überlegungen zum Medieneinsatz in den einzelnen Schulen (Medienkonzepte). "Allerdings reden wir hier von keinem starren Konzept", erklärt Jaghou. "Wir werden uns immer den aktuellen Situationen anpassen."

Mehr als 37 Millionen Euro werden in 412 Projekte an den 28 Grundschulen investiert, an den 24 weiterführenden Schulen sind 444 Maßnahmen mit einem Volumen von knapp 81 Millionen Euro vorgesehen. 17 Millionen Euro sind für die vier Berufskollegs (104 Projekte) sowie knapp drei Millionen Euro für die vier Förderschulen (57 Projekte) eingeplant.

Parallel rechnet Krefeld für die kommenden Jahre mit steigenden Schülerzahlen. "Notwendige Kapazitätsanpassungen werden derzeit im Rahmen der Schulentwicklungsplanung ermittelt; Vorstellung der Prognosen und Vorschläge zu den daraus resultierenden Konsequenzen für die einzelnen Schulformen werden ab Juli im Schulausschuss vorgestellt", so Jürgen Maas, Fachbereichsleiter Schule. "So erfordert ein weiterer Ganztagsausbau an Grundschulen teilweise zusätzliche Raumanpassungen." In diesem Zusammenhang weist die Verwaltung darauf hin, dass in Abhängigkeit des angekündigten bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter über die aktuell gesetzten Prioritäten hinaus beschleunigte Ausbaubedarfe im Grundschulbereich entstehen werden. Maas: "Experten gehen dafür aktuell von einem 80-prozentigen Bedarf aus. Die aktuelle Quote in Krefeld liegt bei 37 Prozent."

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(RP)