Aus den Stadtteilen Initiative will Westwall-Markt stärken

Krefeld · Die Gruppe „Krefelder Freunde“ sammelte mit einem Fragebogen Vorschläge von den Marktbeschickern.

 Freitags ist der Westwall-Markt gut besucht – sogar bei Regen. Doch am Dienstag bleiben Kunden und Anbieter immer häufiger fern. 

Freitags ist der Westwall-Markt gut besucht – sogar bei Regen. Doch am Dienstag bleiben Kunden und Anbieter immer häufiger fern. 

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Seit Jahren schrumpft der Wochenmarkt auf dem Westwall. Vor allem der Termin am Dienstag wird stetig schlechter besucht, und auch die Beschicker sind entsprechend unzufrieden. Bereits im Programm vor seiner Wahl hatte Oberbürgermeister Frank Meyer versprochen, das Thema anzugehen. „Doch passiert ist bis heute wenig bis nichts“, sagt Sabine Höntzsch. Sie ist Mitglied der Interessengruppe „Krefelder Freunde“, die sich zusammengefunden hat, um Ideen zu sammeln, die das Leben in Krefeld verbessern, und sie im Dialog mit der Stadt vorzubringen.

„Weil von der Stadt bis dato nichts geschehen ist, haben wir uns des Themas angenommen. Wir haben einen Fragebogen ausgearbeitet, den wir allen Marktbeschickern gegeben haben. Von gut 40 Fragebögen haben wir immerhin 24 Rückläufer erhalten. Ich denke, das ist eine sehr gute Quote und zeigt, dass die Beschicker den Markt erhalten wollen“, sagt Höntzsch. Allerdings hätten viele der Anbieter auch klar gesagt, dass sie darüber nachdächten, den Markt zumindest am Dienstag nicht mehr aufzusuchen, was den Tod des Dienstags-Marktes an diesem Ort bedeuten könnte.

Die Vorschläge, die die Gruppe auch auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, sind vielfältig. „Viele Marktbeschicker wünschen sich beispielsweise Toiletten“, sagt die engagierte Krefelderin. Auch eine Änderung der Marktsatzung sei bei vielen Händlern erwünscht. So hätten viele angeregt, „dass keine zusätzlichen Saisonal-Anbieter zugelassen werden, die den ganzjährigen Anbietern den Markt kaputt machen. Ein Beispiel sind Spargelhändler, die nur zur Spargelzeit anbieten, während die Gemüsehändler, die das ganze Jahr den Markt beschicken, ihren Spargel schwerer verkauft bekommen“, schreibt die Gruppe auf Facebook.

Die Händler bemängeln nach Aussage der Krefelder Freunde vor allem, dass die Kommunikation mit der Stadt schlecht sei. „Das betrifft einerseits Antworten auf Anfragen, aber auch die Kommunikation des Marktes als solchem. Immer wieder wurde gesagt, dass die Beschicker sich mehr Werbung durch die Stadt für den Markt wünschen“, sagt Höntzsch, die hinzufügt: „Auch wir haben auf Anfragen oft keine Antwort erhalten. Darum haben wir im Oktober entschieden, selbst aktiv zu werden und die Befragung vorzunehmen. Im Januar haben wir nun ein Treffen mit OB Frank Meyer und möglicherweise auch dem Dezernenten Marcus Beyer, um die Vorschläge zu besprechen.“

Auch ein Abendmarkt am Dienstag werde dort Thema sein. „Die aktuellen Beschicker sagen zwar, dass sie das nicht dargestellt bekämen, aber vielleicht wäre ein Abendmarkt mit anderen Anbietern eine Lösung. Zumindest den Versuch wäre es unserer Ansicht nach wert“, sagt Höntzsch. Sie bringt auch noch ein anderes Thema vor: „Bei der Sanierung der Marktstraße wurde diese rund eine Hand breit tiefer als der Westwall angelegt. So entstand eine Stufe, die zwar mit einer weißen Linie kenntlich gemacht wird, aber bei voll bepackten Marktkunden oft zur Stolperfalle wird. Das beobachten wir selbst immer wieder und auch die Marktverkäufer haben dieses Problem vorgebracht. ‚Wer plant so etwas?’ war eine häufige Frage“, sagt sie.

Die „Krefelder Freunde“ hoffen, dass ihre Anregungen offene Ohren bei der Stadt finden und der Markt für Beschicker und Kunden auch zukünftig interessant bleibt.