Krefeld: Informationsveranstaltung zum B-Plan 550 Fette Henn

Aus dem Stadtteil : Verwaltung informiert über den Bebauungsplan 550 für Hüls

Die Stadt Krefeld lud zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Bebauung an der Fette Henn in Hüls ein. Befürworter der Bebauung übergaben eine Liste mit 400 Unterschriften.

Die geplante Bebauung auf dem Gelände Fette Henn/ Hinter der Papenburg in Hüls polarisiert. Während die CDU den Standpunkt vertritt: „Die Fette Henn muss grün bleiben“, setzt sich die SPD für eine Bebauung im Ortskern von Hüls ein. Der Bebauungsplan 550 gehört deshalb zu den ewigen Streitthemen in der Bezirksvertretung Hüls. Nun lud die Verwaltung alle Beteiligten, vor allem aber die Eigentümer der betroffenen Grundstücke, zu einem Gespräch ein.

Im Zuge der seit Jahren anhaltenden politischen Diskussion haben sich Bürgerinitiativen pro und contra geplante Bebauung gebildet. So setzt sich „Lebenswertes Hüls“ für den Erhalt der „einzigartigen Gartenlandschaft“ zwischen den Straßen Fette Henn, Kretenbäskesweg, Hinter der Papenburg und Klever Straße ein. Jedes Jahr veranstaltet die Initiative einen „Tag der offenen Gärten“, bei dem sie das Gelände und seine Schönheit präsentiert.

Die Befürworter der Bebauung nennen sich „Jung und Alt - Gemeinsam für den B-Plan 550“ und stellten ihr Anliegen erstmals im vergangenen Jahr auf dem Bottermaat vor. Sie vertreten die Meinung, dass Veränderungen für Hüls wichtig seien. „Junge Familien, die sich gerne in Hüls niederlassen würden, finden kein Bauland. Veränderungen müssen dringend her“, sagt Mitglied David Drink.

Eine Veränderungen, die er und seine Mitstreiter sich wünschen, ist der Bau einer Wohnsiedlung nahe des Hülser Ortskerns. Erfreut nahmen die Befürworter bei der Informationsveranstaltung im Hülser Rathaus zur Kenntnis, dass die Krefelder Stadtverwaltung momentan die Umsetzung einer solchen Maßnahme prüft. Auch die Grundstückseigentümer des Gebietes, so die Aussage der Befürworter, seien nahezu vollständig an einer Bebauung interessiert.

Die Mehrzahl von ihnen nahm an der Veranstaltung im Hülser Ratssaal teil. Experten des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung, allen voran ihr Chef Norbert Hudde, informierten über das weitere Vorgehen, die Bezirksvertreter, darunter auch Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD), beteiligten sich am Austausch mit den interessierten Hülser Bürgern.

Die Verwaltung teilte mit, dass momentan von den Fachbereichen verschiedene Gutachten erstellt und ausgewertet würden. Bei der Bürgeranhörung 2017 hatten Mitarbeiter der Stadt zwei Varianten der Bebauung vorgestellt. Variante 1 dieser Vorentwurfsplanung sieht wie berichtet 59 Wohnungen in Einzel-, Doppel- und vier Mehrfamilienhäusern vor; der Grünflächenanteil liegt bei 38 Prozent.

In Variante 2 sind ausschließlich Einzel- und Doppelhäuser für 39 Wohnungen vorgesehen; der Grünflächenanteil beträgt in diesem Fall lediglich 30 Prozent. Die Erschließung des neuen Wohngebietes ist von den Straßen Fette Henn und Hinter der Papenburg vorgesehen, was besorgte Anwohner bei der Bürgerbeteiligung kritisch hinterfragten und ihre Sorge äußerten, die genannten Straßen seien für so viel Verkehr gar nicht ausgelegt. Die Fläche des alten jüdischen Friedhofs soll unbebaut bleiben.

Bereits Ende 2018 hatten die Eigentümer schriftlich ihre Zustimmung zu diesem Bauprojekt gegeben. Zusätzlich sammelten die Befürworter nun auch noch Unterschriften. Über 400 Bürger sprachen sich in den vergangenen Wochen für die Bebauung an der Fette Henn aus. Diese Unterschriftenliste wurde bei der Veranstaltung dem Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung überreicht.

Doch auch die Gegner des Bebauungsplans sind weiter aktiv. Zum siebten Mal veranstalteten sie Anfang Mai die „Offenen Gärten“ und präsentierten allen Interessierten das „ökologische Kleinod“ an der Fette Henn mit seinen wertvollen Niedermoortorfböden, das es vor einer Bebauung auf jeden Fall zu schützen gelte.

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