Krefeld: In Gartenstadt müssen 60 Bäume gefällt werden

Pilz Crytostroma corticale : Rußrindenkrankheit: 60 Bäume werden in Gartenstadt gefällt

Die Rad- und Fußwegeverbindung zwischen Traarer Straße und Magdeburger Straße kann ab sofort für mehrere Tage nicht genutzt werden.

Die durch den Pilz Crytostroma corticale hervorgerufene Rußrindenkrankheit verursacht das Absterben des heimischen Bergahorns. Wie der Kommunalbetrieb Krefeld mitteilt, müssen deshalb kurzfristig in dem Waldstück zwischen der Werner-Voß-Straße und der Autobahn A57 etwa 60 Bäume gefällt werden.

Diese Maßnahme wird durch eine vollmechanisierte Holzerntemaschine (Harvester) durchgeführt. Durch die abgestorbenen Bäume ist die Verkehrssicherheit in dem betroffenen Bereich gefährdet. Die Arbeiten beginnen deshalb schon am Montag, 22. Juli, und dauern etwa drei Tage. Radfahrer oder Spaziergänger können den betroffenen Bereich, insbesondere die Rad- und Fußwegeverbindung durch das Wäldchen zwischen Traarer Straße und Magdeburger Straße, während der Fällungen nicht passieren.

Es ist nicht die erste Fällaktion, die der Kommunalbetrieb wegen der Rußrindenkrankheit in Krefeld durchführt. Vor einigen Wochen waren unter anderem Bäume in Uerdingen betroffen. 48 Bäume waren abgestorben beziehungsweise stark von Pilzen befallen. Nach Auskunft der Verwaltung können die Pilzsporen die Atemwege schädigen. Die betroffenen Bäume werden nach der Fällung verbrannt, damit durch die Sporen keine Menschen gefährdet und keine weiteren Bäume infiziert werden können. Für den heimischen Kamin ist das Holz nicht nutzbar.

Die Rußrindenkrankheit befällt in erster Linie Berg-, in seltenen Fällen auch Spitz-, Silber- und Feldahorne. Verantwortlich dafür ist ein Schlauchpilz mit Ursprung in Nordamerika. Die eingewanderte Pilzart Cryptostroma corticale, die in Deutschland das erste Mal im Jahr 2005 festgestellt wurde, verbreitet sich über Sporen. Durch Windabdrift können sich diese auch an der Rinde umliegender Bäume ablagern. Betroffenes Gehölz stirbt innerhalb eines oder mehrerer Jahre ab. Im Krankheitsverlauf wird auf dem Holz ein schwarzer rußartiger Belag sichtbar, auf dem sich die Sporen befinden. Diese können bei intensivem Kontakt eine allergisch bedingte Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen.

Ein besonderes Risiko besteht daher bei Fällung und Aufarbeitung betroffener Bäume. Auch Personen mit Vorschädigungen der Atemwege sind gefährdet. „An Straßen, Wegen und Plätzen sowie in Parks in Krefeld gibt es rund 5500 Bäume. Außerdem gibt es mit 92 Hektar und damit zehn Prozent des gesamten städtischen Waldbestandes Waldflächen, die im Wesentlichen aus Bergahorn bestehen“, so Lothar Leßmann, Pressesprecher des Kommunalbetriebs. Die größte Gefahr besteht derzeit durch herabstürzende Äste und Teile von Ästen, da der Pilzbefall die Stabilität der Bäume stark beeinträchtigt. „Die Pilzsporen befinden sich an und unter der Rinde der Bäume“, beschreibt Leßmann die Situation.

Zu den finanziellen Auswirkungen für die Stadt wollte der Kommunalbetrieb bisher keine genauen Angaben machen. „Die Kosten variieren wegen der Größe der befallenen Bäume und den unterschiedlichsten Standorten erheblich“, so der Verwaltungswirt. Außerdem seien die Baumkontrollen beim Bergahorn intensiviert worden. Experten gehen davon aus, dass der Bergahorn an optimalen Standorten nicht oder nicht so stark von der Rußrindenkrankheit betroffen sein dürfte. Weitere Jahre mit Dürre und Hitze können die Situation allerdings auch an optimalen Standorten verschlechtern. Eine Meldepflicht besteht bei der Rußrindenkrankheit bisher nicht.

(jon)
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