Krefeld: In Fischeln hat der Werbering erstmals das Winterfest Freezing Fischeln veranstaltet.

Winterfest in Krefeld : Viele Besucher bei Freezing Fischeln-Premiere

Mehr Kunden am verkaufsoffenen Sonntag in die Fischelner Geschäfte locken: Das Konzept von „Freezing Fischeln“ ist aufgegangen, das Straßenfest war sehr gut besucht. Es gab aber auch Kritik.

Winterfest statt Weihnachtsmarkt, Kölner Straße statt Marienplatz: Der Werbering Fischeln ist mit der Premiere von „Freezing Fischeln“ das Wagnis eingegangen, mit der Tradition zu brechen und etwas Neues auszuprobieren. Die größte Sorge der Werbering-Vorsitzenden Ivona Matic, dass zu wenig Besucher zum verkaufsoffenen Sonntag unter neuem Motto kommen würden, erwies sich als völlig unbegründet. Den ganzen Nachmittag über tummelten sich viele Menschen auf der Kölner Straße.

Besonders für Familien mit Kindern gab es Attraktionen, an denen die Kleinen sichtlich Spaß hatten: darunter einen Hügel aus echtem Schnee, Reifen-Rodeln, eine Eis-Kletterwand und vieles mehr. Jugendzentrums-Leiter Jürgen Weiland vermeldete bereits gegen 16 Uhr, dass beim Spielmobil-Angebot Kerzenziehen so viel Andrang herrschte, dass bereits nach wenigen Stunden mehr Material verbraucht worden war, als beim früheren Weihnachtsmarkt an einem ganzen Wochenende.

„Was uns als Vertreter der Werbering-Mitglieder besonders wichtig war: die Geschäfte an der Kölner Straße wurden gut frequentiert und haben erfreuliche Umsätze gemacht“, sagt Matic. Der verkaufsoffene Sonntag sei für die Gewerbetreibenden endlich mal ein schöner Erfolg gewesen. Und das sei schließlich auch der Grund, die Veranstaltung auf die Kölner Straße zu holen: „Der Weihnachtsmarkt auf dem Marienplatz hat jedes Jahr dickes Minus gemacht, das von unseren Werbering-Mitgliedern bezahlt werden musste, hat aber keine Kunden in die Geschäfte gebracht.“

Zwischen Feuerwache und Rathaus war die Kölner Straße für Freezing Fischeln am Sonntag voll gesperrt worden. Insbesondere im Bereich um den Dorfplatz war den ganzen Nachmittag viel Betrieb. Anders als beim ebenfalls vom Werbering organisierten Klassiker „Fischeln Open“ hatten die meisten Einzelhändler entlang der Straße keine Stände vor ihren Geschäften aufgebaut, sondern lockten drinnen mit weihnachtlichen Angeboten, kostenlosem Glühwein und Mitmach-Aktionen. „Die Idee war ja auch, dass die Menschen in die Geschäfte hineingehen sollen“, sagt Ivona Matic. „Das hat hervorragend funktioniert.“

In den sozialen Netzwerken wurde die erste Ausgabe von „Freezing Fischeln“ heiß diskutiert und von vielen Schreibern teils harsch kritisiert. „Zu wenig weihnachtliche Dekoration, kein Flair, keine Musik, zu lange Wartezeit am Glühweinstand“ lauten die meist genannten Punkte. „Dass beim ersten Mal nicht alles perfekt ist, damit haben wir gerechnet“, sagt Frank Bertsche vom Werbering-Vorstand. Er gibt zu bedenken: „Wir als Werbering können nur eine Plattform geben. Was jedes Geschäft mit Schmuck und Deko daraus macht, ist diesem selbst überlassen.“ Dass es keine Musik gab, sei anders vereinbart gewesen, der Sponsor habe jedoch seine Zusagen nicht eingehalten, berichtet Ivona Matic mit Bedauern. „Und wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen“, erklärt sie die langen Wartezeiten für diejenigen, die am Zunftbaum Glühwein kaufen wollten. „Daraus werden wir fürs nächste Mal lernen“, sagt Matic.

Wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt: Bei den drei ehrenamtlich arbeitenden Werbering-Vorstandsmitgliedern, die monatelang die Veranstaltung in ihrer Freizeit vorbereitet haben, sorgt der teils aggressive Ton, mit der die Schreiber in den sozialen Netzwerken „Freezing Fischeln“ als totalen Flopp abkanzeln, für Frust. „Da kommt dann schon mal der Gedanke auf, warum man überhaupt so viel Zeit und Kraft und auch privates Geld investiert und ob man überhaupt weitermachen will“, sagt Matic.

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