Krefeld: In der Hansastraße hat die Down Town Gallery geöffnet

Street Art in Krefeld : Kunst im Bunker

Die Down Town Gallery an der Hansastraße hat geöffnet und stellt 22 Kunstwerke in einem sonst nur selten öffentlich zugänglichen Raum aus. Die Ausstellung ist Teil des Urban Art Festivals am Niederrhein.

Eine Prinzessin mit einem Schwarm tropisch-bunter Vögel, ein kleines Mädchen in silberner Spitze umgeben von einem Blütenmeer, Menschen auf einem Floß in blauen Wellen – das sind nur drei der Geschichten, die auf 22 Bildern im Bunker an der Hansastraße erzählt werden. Dort hat die Down Town Gallery geöffnet und holt Street Art an einen selten zugänglichen Raum. „Baukultur mit Tiefgang“ nennt das Stadtmarketing sein Projekt zum Perspektivwechsel.

Ihren gewandelten Blick formulieren alle Künstler in ein oder zwei Sätzen zu ihren Arbeiten, und sie schaffen ihn auch künstlerisch: Viele Arbeiten haben einen überraschenden 3D-Effekt. Um ihn erkennen zu können, stehen Lupen vor einigen Arbeiten: Ein beeindruckender Adler scheint sich von der Betonwand des Bunkers zu lösen und auf den Betrachter zuzufliegen. Der Effekt ist auch deutlich zu sehen, wenn man die Arbeiten fotografiert.

Doch nicht nur Gegenständliches haben die Künstler gemalt, sondern auch Abstraktes. Faszinierend ist etwa das Auge einer jungen Frau, das aus mehrfachen Schichten heraus schaut und so ins Surreale gleitet. Mit Bezug zur Umgebung hat einer eine Betonwand mit einem Durchbruch ins Blaue gemalt, ein anderer bezieht sich mit horizontalen, aber gebrochenen Betonbalken auf die Umgebung.

Einige Werke haben einen 3D-Effekt, wie dieses von Ivann Garc. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Bedrückend oder hoffnungsvoll — je nach Blick des Betrachters — ist ein Bild, auf dem rundherum verbrannter Wald zu sehen ist, in dessen Mitte aber eine Ameise auf drei frischen grünen Trieben sitzt.

Krefeld ist zum dritten Mal Bühne für Street Art: Down Town Gallery im Bunker ist Teil des „Urban Art Festval“ am Niederrhein, in Gemeinschaft mit Geldern, Mönchengladbach und Neuss. Verbindendes Element der vier Orte ist ein Entwurf zum Thema „Home Sweet Home“, der in allen vier Städten variiert wird. Hier im Bunker ist es ein Gemeinschaftsgemälde in goldenen Tönen, auf dem vier Dosen zu sehen sind.

Erst vergangenen Montag erschufen die Künstler die Werke. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Der Bunker ist ein spannender Ort“, sagt Claire Neidhardt vom Stadtmarketing, das dieses Festival organisiert hat, „was früher ein Schutzraum für Menschen war, ist nun ein Raum für Kunst.“ Die früheren Stationen waren 2015 die Wood-Art Gallery im Umweltzentrum Hüls und 2017 die Rhine-Side Gallery in Uerdingen. Jetzt ist die Kunst im öffentlichen Raum in der Innenstadt angekommen.

22 Künstler aus verschiedenen Ländern haben Ideen für die Räume entwickelt. Erst am Montag vor der Eröffnung sind sie an diesem ungewöhnlichen Ort zusammengekommen und haben ihre Ideen mitgebracht. Fredda Wouters, auch Street Art Künstlerin, hat die künstlerische Leitung für das Projekt: „Ich habe mir konzeptionelle Gedanken gemacht und die Beiträge in diese Ordnung gebracht.“

„It’s that time again“ heißt dieses Bild von Case. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Und so reihen sich die Kunstwerke aneinander, jeweils mit dem Namen des Künstlers und seiner Landesflagge versehen. Jeder Künstler hat seine Ideen bis zur Eröffnung umgesetzt. Es ist beeindruckend zu sehen, was ihnen eingefallen ist und wie sich mit Kunst die Atmosphäre eines so geschichtsträchtigen Ortes verwandelt hat. Sehenswert.

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