Krefeld: Im Stadtgarten wurde eine Mutter verprügelt

Stadtgarten Krefeld: Mutter auf Spielplatz verprügelt – keiner hilft

Eine Mutter ist am Donnerstagabend vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes auf dem Spielplatz im Stadtgarten erst schwer beleidigt und dann von einem Mann und einer Frau zusammengeschlagen worden. Obwohl viele den Vorfall beobachteten, half niemand, berichtet das Opfer.

Der dreijährige Sohn musste zusehen, als seine Mutter am Donnerstagabend von zwei Männern und drei Frauen angepöbelt wurde, ein Paar schlug und trat auf die Frau ein. Die junge Frau schilderte das Geschehen anschließend bei Facebook. Die Polizei bestätigte ihre Aussage und sucht nun nach Zeugen.

Der Vorfall ereignete sich Donnerstag gegen 21.35 Uhr auf dem Spielplatz im Stadtgarten, in direkter Nachbarschaft zum Landgericht. Die 23-jährige Mutter war mit ihrer 31-jährigen Nachbarin und den Kindern auf dem Spielplatz und beobachtete, wie ein unangeleinter Hund ein Kleinkind bedrängte. Was dann geschah, beschreibt sie bei Facebook so: „Den Hundebesitzern sagte ich, dass sie den Hund anleinen sollen, da Kinder hier spielen. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, und ich wurde von fünf Erwachsenen dafür zusammengeprügelt.“

Besonders erschreckend fand sie das Verhalten der anderen Spielplatzbesucher, die ihr nicht zur Hilfe kamen. „Der Spielplatz ist voller Menschen, ich habe Verständnis dafür, dass die Frauen mir nicht geholfen haben, weil sie ihre Kinder beschützen wollten. Aber ich finde es traurig, dass die Männer es nicht für nötig gehalten haben, einer kleinen Frau, die von fünf Erwachsenen vermöbelt wird, zu helfen!“

Im Polizeibericht heißt es, die 35-jährige Angreiferin habe die junge Mutter beleidigt und ihr plötzlich ins Gesicht geschlagen. Die 23-Jährige stürzte. Noch während sie am Boden lag, trat die 35-Jährige weiter auf sie ein, würgte sie und zog an ihren Haaren. Der 51-jährige Freund der Angreiferin kam hinzu und schlug ebenfalls auf die Mutter ein. Zwei andere Frauen und ein Mann beleidigten das Opfer laut Polizei „auf rassistische Weise“. Eine dieser Frauen habe aber später eingegriffen und die Angreifer von der Frau getrennt.

Die 31-jährige Nachbarin kümmerte sich während des Angriffs um die Kinder und rief per Handy die Polizei. Als die Beamten eintrafen, konnten sie den 51-Jährigen in der Nähe des Spielplatzes stellen. Er war stark alkoholisiert. Die Beamten nahmen ihn mit zur Wache. Dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Seine 35-jährige Freundin konnte vor Ort nicht mehr angetroffen werden. Auf sie wartet nun ein Strafverfahren.

Die 23-Jährige beschreibt bei Facebook die Folgen des Angriffs: „Ich hab einen angeknacksten Ellenbogen und mehrere Kopfverletzungen erlitten, neben den ganzen Prellungen! Mein Sohn, ein dreijähriger Junge, der zusehen musste, wie seine Mutter von so vielen auf dem Boden geprügelt wird, fragte, ob seine Mama tot sei!“ Als „unglaublich kränkend“ empfand die Mutter, dass viele zwar zuschauten, aber keiner ihr half. Sie kann erst recht nicht verstehen, warum die Zuschauer nicht wenigstens zu einer Zeugenaussage bei der Polizei bereit waren. Sie habe einen Mann sogar gezielt angesprochen und um seine Aussage gebeten – ohne Erfolg. Nun hofft sie auf die Polizei und bittet via Facebook Zeugen darum, sich bei der Behörde zu melden. Die Polizei sucht vor allem die zwei Frauen und den Mann, die während des Vorfalls daneben standen und das Opfer beleidigten.

Alle Spielplatzbesucher, die den Vorfall beobachtet haben, kommen als Zeugen in Betracht und werden gebeten, sich bei der Polizei Krefeld unter der Rufnummer 02151 6340 oder per E-Mail an hinweise.krefeld@polizei.nrw.de zu melden.

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