Krefeld: Hundekot liegen lassen kostet 500 Euro - neuer Bußgeldkatalog

Neuer Bußgeldkatalog : Hundekot liegen lassen kostet in Krefeld jetzt 500 Euro

Der Krefelder Rat hat einen neuen Bußgeldkatalog verabschiedet. Hundebesitzer, die nicht hinter ihren Lieblingen heräumen, müssen künftig bis zu 500 Euro zahlen. Die Regelung spaltet die Gemüter.

„Unangemessen“, lautet der Protest von Hundebesitzern, die geltend machen, dass zum Beispiel Drogenkonsum in der Nähe von Kitas nur mit 100 Euro geahndet werden soll. Es gibt aber auch und gerade Hundebesitzer, die diese drastische Drohung befürworten. Einer ist Frank Rühl, ehemals Sprecher der Krefelder „Hundelobby“, einem Verbund von Menschen, die sich für die Belange von Hundebesitzer in der Stadt eingesetzt haben und sich etwa für die Anlage von Hundekotstationen und eingezäunten Hundewiesen in Krefeld stark gemacht haben. „Ich finde es richtig, dass man diese Maßnahme ergreift“, sagt er auf Anfrage, „hohe Bußgelder sind letztlich der einzige Weg, etwas umzusetzen“.

Rühl wohnt im Krefelder Stadtteil Gellep-Stratum und berichtet, er sei entsetzt, wenn er die Düsseldorfer Straße entlanggehe. „Die Baumscheiben sind komplett zugekotet. Ich kann jeden Nicht-Hundebesitzer verstehen der sich darüber aufregt. Warum nehmen Hundehalte den Kot nicht auf und werfen ihn ordentlich weg?“, fragt er. Zu dem Argument , die Buße sei unangemessen hoch in Relation zu anderen Vergehen sagt er: „Ich kann doch nicht mein Fehlverhalten mit dem Fehlverhalten anderer entschuldigen!“ Rühl fragt sich allerdings, wie die Stadt das Hundekot-Verbot überhaupt umsetzen will. Er bezweifelt, dass die Stadt genügend Mitarbeiter hat, die das überwachen und dann auch Bußgelder verhängen.

Krefeld liegt mit seinem Wert nach einer Erhebung der Verbraucherplattform „bussgeldkatalog.org“ an der Spitze in Deutschland. Demnach liegen die Werte bundesweit zwischen zehn und höchstens 150 Euro (in Bayern und Baden-Württemberg). „Bussgeldkatalog.org“ vergleicht auf Bußgeldregelungen in ganz Deutschland zu allen möglichen Themenfeldern, beobachtet die Rechtsprechung und Neuerungen.

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