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Krefeld-Hüls: Trinkwasser ist verseucht - Gesundheitsamt warnt

Gesundheitsamt warnt : Das Trinkwasser in Krefeld-Hüls ist belastet

Das Trinkwasser in Hüls ist verseucht und sollte wegen einer mikrobiologischen Auffälligkeit derzeit nur eingeschränkt genutzt werden. Bei Routine-Kontrollen wurde eine Belastung mit Enterokokken festgestellt.

Bei einer routinemäßig durchgeführten Untersuchung des Trinkwassers für den Bereich Hüls ist eine Belastung mit Enterokokken festgestellt worden. Dies teilten die Stadtwerke am Mittwochnachmittag mit. Enterokokken sind Bakterien, die Streptokokken ähneln. Die Ursache für die Verseuchung wird von Experten des Gesundheitsamtes und des Netzbetreibers NGN gesucht. Es wurden weitere Proben entnommen. Ergebnisse oder eine mögliche Entwarnung werden für Donnerstag oder Freitag erwartet. Hüls hat knapp 16.000 Einwohner.

Da Enterokokken bei immungeschwächten Personen zu Durchfall führen können, ruft das Gesundheitsamt dazu auf, kein Leitungswasser zu verwenden beziehungsweise das Wasser vor Gebrauch abzukochen, bevor es zur Zubereitung von Nahrung, zum Abwaschen von Lebensmitteln wie Salaten, Gemüse und Obst, zum Zähneputzen oder  für medizinische Zwecke wie der Reinigung von Wunden oder Nasenspülung verwendet wird.  Als Brauchwasser wie beim Duschen oder Waschen kann es weiterhin verwendet werden, sofern das Wasser nicht getrunken wird oder auf offene Wunden gelangt.

Bei Rückfragen zur Verwendung des Trinkwassers können sich Bürger unter der Rufnummer 02151/ 863502 oder per Mail über gesundheitsamt@krefeld.de an das Gesundheitsamt der Stadt Krefeld wenden. Über die Qualität des Krefelder Trinkwassers informiert die NGN unter 02151 / 98300.

Wie eine SWK-Sprecherin auf Anfrage erläuterte, kann aufgrund der belasteten Probe gesagt werden, dass sich der Bereich des möglicherweise verseuchten Trinkwassers auf Hüls beschränke. Wo genau die Probe herstammt, wollte sie nicht sagen. Zurzeit würden weitere Proben untersucht, auch um zu klären, ob die Bakterien wirklich aus dem Trinkwasser oder aus einer anderen Quelle stammen. Ergebnisse seien für Donnerstag oder Freitag zu erwarten, erklärte sie weiter. Routineproben werden überall im Netz genommen, erläuterte die Sprecherin, sowohl in den Wasserwerken direkt als auch in Haushalten.

Bestimmte Enterokokken können bei Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, Infektionen auslösen. Enterokokken sind vor allem als Ursache für Harnwegsinfektionen, Infektion der Herzklappen (Endokarditis), Infektionen der Haut und des Unterhautgewebes (Zellulitis), Infektion der Prostata, Wundinfektionen sowie Abszesse im Bauch zu finden. Bekämpft werden sie mit Antibiotika.