Krefeld: Heiße Phase für Promenadenbau startet

Baumaßnahme in Krefeld : Komplette Promenade soll 2020 fertig sein

Der Bau der „Krefelder Promenade“ geht in die heiße Phase. Die geplante Verbindung von Linn bis nach Forstwald entlang der Bahnschienen soll in der Seidenstadt ein neues Kapitel im nicht motorisierten Verkehr aufschlagen.

Von der „Krefelder Promenade“ versprechen sich die Planer eine Menge: Sie soll eine gesteigerter Aufenthaltsqualität und eine verbesserte Mobilität im nicht motorisierten Verkehr liefern und die Stadt so moderner und attraktiver machen. Jetzt geht das Projekt in die heiße Phase. Die Bagger rollen, und der erste Abschnitt soll noch in diesem Sommer fertiggestellt werden. Das berichteten die Verantwortlichen des Krefelder Kommunalbetriebs (KBK) am Dienstag.

„Die Promenade ist ein Stück Krefelder Zukunftsmusik, die wir heute anfangen zu spielen“, erklärt Oberbürgermeister Frank Meyer. Die Promenade verläuft in Ost-West-Richtung durch das gesamte Stadtgebiet. Sie ist in 16 Streckenabschnitte aufgeteilt und umfasst eine Gesamtlänge von mehr als 16 Kilometern. Auf der Promenade soll das gemütliche Flanieren wie das schnelle Durchqueren verschiedener Stadtteile möglich sein, berichtet Meyer weiter. Zusätzlich soll eine Anbindung an die Region durch Vernetzung mit Radwegen, die durch das ganze Ruhrgebiet führen, geboten werden. Auch der geplante Fahrradschnellweg von Krefeld nach Mönchengladbach soll an das Netzwerk angeschlossen werden.

Der erste innerstädtische Abschnitt der Promenade verläuft zwischen den Straßen Zur Feuerwache und Trift/Weiden und hat eine Länge von 1,6 Kilometern. Der komplette Weg wird von Bäumen gesäumt, Beleuchtungsanlagen wie Sitzmöglichkeiten sind ebenfalls fest über die gesamte Länge eingeplant. Für Fahrradfahrer wird ein vier Meter breiter, asphaltierter Radweg bereitet. Der Fußweg soll zwei Meter breit sein und eine wassergebundene Wegedecke haben. Diese sei notwendig, um den Fußweg auch für Freizeitsportler wie Jogger attraktiv zu machen, erklärt Heino Thies vom KBK. Um das Sportangebot langfristig zu erhöhen, sollen ebenfalls Calisthenic-Geräte aufgebaut werden. Weiter verbaut im ersten Abschnitt sind zwei Hügelparks, für die auch Spielgerät für Kinder eingeplant sind. Die Fertigstellung dieses Abschnittes samt der Rampe am Dießemer Bruch ist für diesen Sommer geplant. Eine Rampe in Oppum ist für 2022 geplant. Der restliche Abschnitt bis zur Burg Linn soll bis Ende 2020 fertiggestellt werden. Dieser Abschnitt der Promenade ist enger angelegt, da der Weg von Privatgeländen und der Straßenbahnstrecke begrenzt wird. Daher fällt der Radweg mit 3,2 bis 3,4 Metern schmaler aus, berichtet Thies.

Ebenfalls eingebunden, aber noch nicht direkt verbunden mit der „Krefelder Promenade“, ist der Südbahnhof. Dieser wurde kürzlich zu diesem Zweck saniert und die wurde Stadtterrasse ausgebaut. Hier soll eine Rampe von außen die Stadtterrasse und somit die Promenade führen. Ein zweiter Zugang ist über eine Treppe im Inneren des Südbahnhofs, mit entsprechendem Aufzug, möglich.

Das Projekt „Krefelder Promenade“ besitzt mittlerweile 20 Jahre Vorgeschichte. Herbert Gaspard hatte 1999 als Architekt im Planungsamt den ersten Entwurf vorgelegt. Meyer ist froh, dass die Bauarbeiten jetzt starten. Weiter bezeichnet er die Planungsphase als „höchst komplex“ und spricht von einer „Herkulesaufgabe“, die die verantwortlichen Planer gestemmt haben. Thies berichtet: Ein Problem sei zum Beispiel der im frühen 20. Jahrhundert gebaute Damm gewesen, welcher mit allen möglichen Baumaterialien aufgeschüttet worden sei. Diese Altlasten sorgen jetzt für Herausforderungen im Promenadenbau, zum Beispiel bei der Wasserableitung. Sechs Kilometer der Promenade werden sich in Hochlage, also auf Abschnitten des alten Damms, befinden, berichtet Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung. Weiter sei die insgesamte Topographie mit Komplikationen verbunden. Die Rampe am Dießemer Bruch zum Beispiel ist geschlängelt, um die sechs Prozent Steigung, welche für Kinderwagen, Rollstuhlfahren oder Inlinefahrer notwendig ist, zu gewährleisten. Trotz dessen soll die Trennung vom Kfz-Verkehr auf 65 Prozent der Strecke geschafft, berichtet Hudde.