Krefeld hat einen Zuwachs von 5000 Erwerbstätigen im Kernbereich

Wirtschaft : Krefeld hat einen Zuwachs von 5000 Erwerbstätigen im Kernbereich

Die Zunahme in Krefeld resultiert vor allem aus dem Plus bei den „atypischen Arbeitsverhältnissen“ — das sind unter anderem geringfügige Beschäftigte und Zeitarbeiter.

Die gute Nachricht: Die Zahl der so genannten Kernerwerbstätigen hat in Krefeld im vergangenen Jahr gegen den Trend in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen. Statt 89.000 Arbeitsplätze standen 94.000 zu Buche. Das ist eine Zunahme innerhalb von zwölf Monaten um 5,6 Prozent. Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) geht dabei unverändert von 10.000 Selbstständigen aus. Die Zahl der abhängig Beschäftigten stieg also von 79.000 auf 84.000, was ein Plus von 6,3 Prozent bedeutet.

Vor allem die Gewerkschaften sowie die Wohlfahrts- und Sozialverbände dürften an dieser Stelle entschieden ein großes „Aber“ in die Runde werfen. Der Zuwachs an Kernerwerbstätigen resultiert nur zu 1,7 Prozent (das sind 1000 Stellen) aus Normalarbeitnehmern. 4000 Stellen entfallen auf die „atypischen Arbeitsverhältnisse“. Zu den atypisch Beschäftigten zählen Teilzeitbeschäftigte mit einem Arbeitsumfang von bis zu 20 Stunden je Woche, befristet oder geringfügig Beschäftigte sowie Angestellte bei Zeitarbeitsfirmen.

Der Anteil der atypischen Beschäftigten an allen Kernerwerbstätigen liegt in Krefeld bei 27,9 Prozent deutlich höher als im Landesdurchschnitt. Er stieg innerhalb eines Jahres in der Seidenstadt um 3,9 Prozentpunkte, während er in Nordrhein-Westfalen insgesamt um 0,1 Prozentpunkte gesunken ist. Besonders betroffen von der Entwicklung sind Frauen, die in Krefeld 16.000 der 23.000 atypischen Beschäftigungsverhältnisse für sich reklamieren und damit 40 Prozent aller abhängig beschäftigten Frauen ausmachen.

Im Jahr 2017 standen in Nordrhein-Westfalen 1,75 Millionen Kernerwerbstätige in ihrer Haupttätigkeit in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Wie die amtliche Statistikstelle des Landes anhand von Ergebnissen des Mikrozensus 2017 mitteilt, waren das 25,0 Prozent der insgesamt 6,97 Millionen abhängig Beschäftigten in NRW. Der Anteil der atypisch Beschäftigten lag damit auf Vorjahresniveau (2016: 25,1 Prozent).

1,14 Millionen der atypisch Beschäftigten Männer und Frauen  übten eine Teilzeittätigkeit aus. Jeweils 560 000 waren befristet angestellt oder geringfügig beschäftigt und 190 000 waren bei Zeitarbeitsfirmen angestellt. Hierbei ist zu beachten, dass mehrere dieser Merkmale auf eine Person zutreffen können: Betroffenen können zum Beispiel sowohl befristet als auch teilzeitbeschäftigt sein.

Mit 1,22 Millionen waren mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer (520 000) atypisch beschäftigt. Damit gingen 36,7 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen und 14,3 Prozent der abhängig beschäftigten Männer einer atypischen Beschäftigung nach. Hauptgrund hierfür ist, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten oder öfter geringfügig beschäftigt sind als Männer.

Die amtlichen Statistiker des Landes NRW weisen darauf hin, dass hier nur so genannte Kernerwerbstätige betrachtet werden. Hierunter werden Erwerbstätige im Alter von 15 bis unter 65 Jahren verstanden, die sich nicht in schulischer oder beruflicher Aus- und Weiterbildung oder in einem Freiwilligendienst befinden. Neben den abhängig Erwerbstätigen in Normalarbeitsverhältnissen bzw. in atypischer Beschäftigung zählen hierzu auch Selbstständige und mithelfende Familienangehörige. Seit dem Jahr 2017 werden im Mikrozensus Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, bei den Ergebnissen zur Erwerbstätigkeit nicht mehr berücksichtigt.

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