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Krefeld: Hafen-Güterverkehr macht Linnern Sorge

Bauprojekt in Krefeld : Hafen-Güterverkehr macht Linnern Sorge

Auf einer Bürgerversammlung zu dem geplanten Trailerport des Rheinhafens brachten viele Bürger Bedenken gegen ein weiteres Anwachsen des LKW-Verkehrs vor und wiesen auf bestehende Gefahren für Fußgänger und Radfahrer hin.

Wie fügen sich die Arbeiten an dem neuen Kreisel Floßstraße in eine Gesamtplanung des Trailerports ein, der auf dem Bahnhofsgelände der Krefelder Hafenbahn geplant ist und dem Rheinhafen weiteren Auftrieb verschaffen soll? Dies war das Thema eines Bürgergesprächs, zu dem der Oppum/Linner – Ratsherr Stefan Galke (CDU) für den Ortsverband Linn der CDU in das Pfarrheim von St. Margareta geladen hatte. Begleitet wurde Galke von dem Vorstand des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK) Helmut Döpcke. Über 40 Linner Bürger, die meisten aus dem direkt betroffenen Carl-Sonnenschein-Viertel, waren der Einladung gefolgt.

Der Baufortschritt des Kreisels Floßstraße geht zügig voran und wird Mitte November fertiggestellt sein. Die zweispurige Zuführung der fünf „Finger“, von denen einer für die neu zu bauende Zufahrt zum Trailerport vorgesehen ist, reduziert sich kurz vor der Einmündung auf einen Streifen. Geschuldet ist dies dem um den Kreisverkehr herumführenden Radweg, um Gefahrensituationen für die Radfahrer durch einmündende LKW zu minimieren. Die Schleppkurven sind so geplant, dass auch überbreite LKW passieren können. Das Linksabbiegen von der Floßstraße in Richtung A57 wird weiterhin nicht möglich sein. Döpcke sprach die Hoffnung aus, dass sich nach der Eröffnung des Kreisels die unzumutbare Belastung der Anwohner an Mündelheimer und Düsseldorfer Straße wesentlich entspannen werde, zumal der kommende neue Anschluss den gesamten Zu- und Abfahrtverkehr des Trailerports aufnehmen werde.

Ratsherr Galke verdeutlichte an dieser Stelle noch einmal, dass nach der gemeinsamen Begehung des Trailerport-Geländes im August durch Politiker und betroffene Bürger eine Ableitung des Trailerport – Verkehrs über die Carl-Sonnenschein-Straße endgültig vom Tisch sei. Für den für die bauliche Planung des neuen Trailerports zuständigen KBK bleiben derzeit noch viele offene Fragen bis zur entscheidenden Antragstellung, nicht zuletzt, weil die Maßnahme drei unterschiedliche Hauptgenehmigungsverfahren durchlaufen muss. Für den Bereich der Gleise muss eine Planfeststellung des Eisenbahnbundesamtes erwirkt werden. Eine weitere Genehmigung ist notwendig für alle Installationen, die nicht Eisenbahn affin sind und dann braucht der Trailerport vor dem Hintergrund der neuen Zuwegung zur B 288 eine gesicherte Erschließung. Dies alles muss sich in eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durch den Betreiber einfügen. An deren Ende steht die politische Entscheidung des Krefelder Rates, den Trailerport zu errichten. Döpcke nannte es eine „spannende Zukunftsfrage“, ob man zur Entlastung der Bürger den gesamten Gewerbeverkehr aus den angrenzenden Gewerbegebieten über die Neubaustraße bedienen könne. Mit dem neuen Kreisel Floßstraße würden aber Voraussetzungen für die Entscheidungen in den Gremien geschaffen.

Längst haben Verkehrsplaner in Zusammenarbeit mit den Hafenbetrieben an bestimmten Straßenknotenpunkten Belastungsprognosen aufgestellt. Danach wird der Hafenverkehr weiter wachsen. Zu dem durch den Trailerport erzeugten LKW-Verkehr kommen die Verkehre aus der Ausbau von Cargill, Good Mills, VGG und Caratgas noch hinzu. Dies mache den Umgang mit dem Hafen kompliziert und schwierig. „Das Thema Verkehr werden wir in den nächsten Jahren massiv auf der Agenda haben“, warnte der KBK-Vorstand. Eingebttet ist die Planung des Trailerports in den seit 2014 in der Neuaufstellung befindlichen Bebauungsplan 777. Zwei neue Kreisverkehre sollen entstehen, die durch den Neubau der Mündelheimer Straße miteinander verbunden werden und den Container-Verkehr zum Logport ableiten sollen. Die Wohnbebauung an der Mündelheimer Straße wird durch eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand abgeschirmt, eine Kleingartenanlage wird 600 Meter weiter zum Rundweg verlegt.

Der wachsende Güterverkehr sei bei ihnen schon lange Tagesgespräch, erzürnten sich Linner Teilnehmer der im Übrigen sachlich und zielgerichtet verlaufenden zweieinhalbstündigen Diskussion. Es könne nicht angehen, dass andere den Mehrwert abschöpften und den Bürgern vor Ort nur Straßenlärm und Verkehrsgefahren blieben. Als besondere Gefahrenpunkte schält sich der Ampelübergang an der Königsberger Straße zum Kindergarten heraus. Hier würden immer mehr Eltern ihre Kinder begleiten, da sich nicht wenige LKW weder an die reduzierte Geschwindigkeit hielten noch das Rotlicht der Ampel beachteten. Ähnliches gelte für die Westpreußenstraße, die für Rad fahrende Kinder auf dem Weg zur Schule zu eng und damit lebensgefährlich bei auf einer Straßenseite parkenden LKW und zusätzlichen LKW im Begegnungsverkehr sei. Auf Hinweise habe die Stadt bis heute nicht reagiert. Die Anwohner fordern ein einseitiges Halt- oder Parkverbot und die Nutzungserlaubnis für die Bürgersteige für Radfahrer. Die Ossumer Straße sei nur für Anlieferverkehr geöffnet. Dies missachteten viele LKW-Fahrer, um schnell zur Auffahrt auf die A57 zu gelangen. Kontrolliert würde praktisch nicht.

Ratsherr Galke sprach von einem permanenten Dialog, den die Krefelder Politik auf nachfolgenden Veranstaltungen mit den Bürgern führen müsse. Der Abend ließ noch viele Fragen offen, inzwischen hat sich eine rührige Bürgerinitiative gegründet, die sich zusammen mit dem Linner Bürgerverein der Thematik angenommen hat.