Krefeld: Großer Zapfenstreich der Schützenvereine

Krefelder Schützen: Großer Zapfenstreich vor dem Rathaus

Abordnungen der Krefelder Schützenvereine kamen Freitag auf Einladung des Stadtoberhauptes zusammen, um in Frieden und Eintracht gemeinsam mit den Bürgern ihr Brauchtum und ihre Heimat im Herzen der Stadt zu feiern.

Die Nacht hat sich über das Krefelder Zentrum gesenkt, als die beiden Kanonen Leopold I und II nacheinander die Stille zerreißen. Zunächst ganz leise und von ferne, dann immer lauter weht nun Marschmusik durch die Carl-Wilhelm-Straße zum Rathaus. Weit hinten erscheinen Uniformierte, Fackeln flackern in der Nacht und Menschen recken die Köpfe. Immer näher ziehen die Krefelder Schützen, bis sie auf dem Von-der-Leyen-Platz angekommen sind und ihn bald mit Fahnen und Standarten umrahmen.

Einmal im Jahr finden sich hier Abordnungen der Krefelder Schützenvereine auf Einladung des Stadtoberhauptes zusammen, um in Frieden und Eintracht und gemeinsam mit den Bürgern ihr Brauchtum und ihre Heimat im Herzen der Stadt zu feiern – und einen der ihren besonders zu Ehren. Dabei war es ein gut gehütetes Geheimnis, wer in diesem Jahr mit dem „Schützenorden des Oberbürgermeisters für besondere Verdienste um das Schützenwesen” geehrt werden sollte.

Bürgermeisterin Karin Meincke machte es bis zum Schluss spannend und bat erst vor dem vollständig angetretenen Schützenregiment – und nach heftigem Kampf mit einem störrischen Mikrofon – mit Horst Krischer den neuen Träger dieses außergewöhnlichen Verdienstordens nach vorn. Der Präsident der Fischelner Bürger-Schützengesellschaft verstehe es jedenfalls, stets im richtigen Augenblick zur Stelle zu sein, wenn es gelte, sich für die Schützen und die Heimat zu engagieren. Im Amt habe er immer den Familienmenschen vorgelebt und so auch die Schützen zu einer Familie gemacht, lobte Meincke.

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Zusammen mit dem Geehrten sowie dem Venloer Oberbürgermeister Antoin Scholten, Stadtschützenkönigin Gabriele Leigraf und zahlreichen Königshäusern und Ehrengästen nahm sie anschließend den Großen Zapfenstreich auf dem Platz vor dem Rathaus ab. Die großartige Kulisse verlieh auch akustisch den Klängen des Tambourcorps Gut Schlag Krefeld und des Pfarrorchesters St. Andreas Gellep-Stratum eine massive Wucht.

Scholten, der zugleich Schirmherr der mit angereisten Ackersmansgilde mit ihrem König Bert Roodbeen ist, kennt diese Tradition aus der niederländischen Heimat zwar so nicht, findet sie aber großartig. Begeistert überlegte das Stadtoberhaupt, solch einen Abend für die Schützen von Venlo einzuführen. Bis dahin sprach er aber eine Einladung zum 425-jährigen Jubiläum der Ackersmansgilde im Mai aus. Schon am Abend zeigten sich einige Königshäuser von der Idee angetan und werden vermutlich in einigen Monaten den Weg an die Maas antreten.

Antoin Scholten selbst ist für die Krefelder Schützen auch kein Unbekannter, schon zum zweiten Mal ist er an den Niederrhein gekommen, um den Krefelder Zapfenstreich zu erleben.

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