Firma IO Hawk in Fischeln Großbrand in Gewerbehalle in Krefeld – gut 1200 E-Scooter in Flammen

Update | Krefeld · Am Donnerstagabend kämpfte die Krefelder Feuerwehr gegen einen Großbrand in einer Gewerbehalle in Fischeln. Durch die große Hitze explodierten Akkus und Teile davon flogen durch die Luft. In der Halle lagerten gut 1200 E-Scooter.

Krefeld: Lagerhalle mit 1000 E-Scooter in Flammen
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Mehr als 1000 E-Scooter in Flammen – Großbrand in Gewerbehalle in Krefeld

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Foto: Samla Fotoagentur/samla.de

Am Tag danach war nichts mehr wie zuvor: Ein Großbrand am Donnerstagabend im Gewerbegebiet in Fischen am Höffgeshofweg zerstörte eine von  der Firma IO Hawk Invest genutzte Halle samt Inhalt komplett. Wie die Feuerwehr am späten Abend gegen 22.30 Uhr mitteilte, lagerten in der 30 mal 50 Meter großen Halle mehr als 1200 E-Scooter. Das Gebäude brannte in voller Ausdehnung und stürzte teilweise ein.

Die Akkus der E-Scooter explodierten und flogen durch die Luft.

Die Akkus der E-Scooter explodierten und flogen durch die Luft.

Foto: Samla Fotoagentur/samla.de

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Feuerwehr am Abend eine Nina-Warnmeldung abgesetzt, stufte den Rauch aber nach ersten Messungen als ungefährliche Geruchsbelästigung ein. „Für die Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung besteht keine Gefahr“, hieß es bei Nina; dennoch wurde Anwohnern empfohlen, Fenster und Türen zu schließen.

Das Gebäude am Höffgeshofweg ist eine Lagerhalle der Firma IO Hawk Invest GmbH. Das Unternehmen baut E-Scooter. Aufgrund der großen Hitze durch das Feuer explodierten in der Folge zahlreiche Akkus, Teile davon flogen durch die Luft bis auf die Straße  und stellten somit eine besondere Gefährdung und Herausforderung bei der Brandbekämpfung für die eingesetzten Kräfte dar. Wie ein Feuerwehrsprecher erläuterte, müssen die Akkus mit Wasser heruntergekühlt werden, und zwar auch eine Zeit lang nach dem eigentlichen Brand, um eine spätere Selbstentzündung zu verhindern.

Ein Feuerwehrmann sei bei einem Sturz verletzt und in ein Krankenhaus transportiert worden, wo er stationär zu weiteren Untersuchungen habe verbleiben müssen, so ein Feuerwehr-Sprecher am gestrigen Freitag.

Nach Eintreffen der Einatzkräfte wurden umfassende Löschmaßnahmen eingeleitet. Aufgrund der Größe des Brandes und dem damit einhergehenden großen Löschwasserbedarf wurden sämtliche Einheiten der Feuerwehr Krefeld hinzugezogen. Außerdem wurden ca. 80 überörtliche Kräfte aus benachbarten Städten und Kreisen, sowie die Werkfeuerwehren von Currenta und Henkel mit Spezialfahrzeugen angefordert. Insgesamt bekämpften 190 Einsatzkräfte den Brand. Dabei wurde auch umfassend das erforderliche Löschwasser über ein Wasserfördersystem an die Einsatzstelle gefördert. In der Spitze wurde der Großbrand mit mehreren Wenderohren und ca. 8000 Liter pro Minute bekämpft. Hierzu wurden auch Drehleitern der Feuerwehr, sowie Teleskopmastbühnen der Werkfeuerwehren eingesetzt. Des Weiteren wurden umfassende und umfangreiche Messungen auf Schadstoffe auch noch in einem weiten Radius um den Einsatzort durchgeführt. Dabei konnte eine Gefährdung für die Bevölkerung endgültig ausgeschlossen werden.

Gestern war die Feuerwehr noch mit zehn Kräften dabei, restliche Glutnester ausfindig zu machen und entsprechend abzulöschen. Dazu würden neben einer Drohne auch mehrere Wärmebildkameras eingesetzt, heißt es. Auch aufgrund der schnellen und hervorragenden Hilfe aus den Nachbarstädten Duisburg, Mönchengladbach, sowie dem Kreis Viersen und den Einheiten aus Willich, und Meerbusch-Lank, sowie die genannten Werkfeuerwehren wurden die Wehrleute auch von den Hilfsorganisationen des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks unterstützt, und es konnte ein Übergreifen auf benachbarte Betriebe verhindert werden.

 Auf Drehleitern versuchten Kräfte aus Krefeld und den umliegenden Städte das Feuer einzudämmen.

Auf Drehleitern versuchten Kräfte aus Krefeld und den umliegenden Städte das Feuer einzudämmen.

Foto: Samla Fotoagentur/Drabben Andreas
 Am Tag danach: Die Folgen des Feuers in der Nacht von Donnerstag auf Freitag an der Lagerhalle sind zu erkennen. Das Dach stürzte teilweise ein.

Am Tag danach: Die Folgen des Feuers in der Nacht von Donnerstag auf Freitag an der Lagerhalle sind zu erkennen. Das Dach stürzte teilweise ein.

Foto: Samla Fotoagentur/samla.de
Ein greller Feuerschein ist ein Beleg für das Ausmaß des Brandes in Fischeln im Gewerbegebiet.

Ein greller Feuerschein ist ein Beleg für das Ausmaß des Brandes in Fischeln im Gewerbegebiet.

Foto: Samla Fotoagentur/Drabben Andreas

Der Rettungsdienst war vorsorglich mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort. Die Einsatzkräfte aller Freiwilligen Feuerwehreinheiten aus Krefeld stellten außerdem in der Hochphase des Einsatzes den Grundschutz für das gesamte Krefelder Stadtgebiet dar. Der Einsatz läuft auch derzeit noch und somit muss auch weiterhin mit Verkehrseinschränkungen im dortigen Umfeld gerechnet werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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