Krefeld: Gasbehälter für den Hafen sorgen für Unmut

Treffen in Linn : Streit um Gaslager im Hafen: „Krefeld rückt Wahrheit schweibchenweise raus“

Beim Erörterungstermin im Genehmigungsverfahren für ein Flüssiggas-Tanklager im Krefelder Hafen bekräftigte Meerbusch seine Kritik am Gebaren Krefelds.

30 Experten und rund 30 Zuhörer saßen den vier Einwendern in der Museumsscheune Linn gegenüber, als es beim Erörterungstermin der Bezirksregierung Düsseldorf als Genehmigungsbehörde um ein Flüssiggas-Tanklager im Krefelder Hafen ging. Die Caratgas GmbH, eine Tochter der Westfalengruppe, will dort eine Anlage bauen, die fünf große erdgedeckte Propan- und Butangasbehälter, eine Verladestation mit Schiffsanleger, eine Propanflaschenfüllanlage und einen Lagerplatz für technische Gase umfasst. Von den brennbaren Gasen sollen auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände rund 3730 Tonnen gelagert werden. Im Jahr werden dann 150.000 Tonnen umgeschlagen, die per Schiff, Kesselwagen und Lkw transportiert werden. „Wir wollen uns heute ein umfassendes Bild von den Auswirkungen des Vorhabens machen“, sagte Markus Gail, technischer Dezernent der Bezirksregierung, zur Begrüßung. Alle Aspekte, die relevant seien, sollten erörtert werden. Eine Entscheidung werde es an diesem Tag nicht geben.

Auf Seiten der Einwender hatten für die Stadt Meerbusch der technische Dezernent Michael Assenmacher, die für Umweltfragen zuständige Dana Frey sowie der Rechtsanwalt Martin Schröder Platz genommen. Den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vertrat Angelika Horster, den Nabu Hans-Georg Emmerich. Außerdem gab einen privaten Einwender, der sich als Klaus Jagusch, Mitglied des Bürgervereins Gellep-Stratum, vorstellte. Meerbusch stützt sich bei seinen Einwendungen darauf, dass die verkehrlichen Auswirkungen nicht ausreichend und transparent genug berücksichtigt worden seien. Schon heute werde Meerbusch in Nierst und in Lank-Latum mit Lkw-Verkehren aus dem Hafengebiet belastet, obwohl die dort ansässigen Firmen die Vorgabe haben, ihren Verkehr über Krefelder Gebiet abzuwickeln. „Unsere Fahrer kennen sich hier aus. Wir werden sicher stellen, dass sie die Vorschriften beachten“, unterstrich Gerhard Schlüter, Leiter Technik der Westfalengruppe. Man rechnet mit rund 60 Lkw, die täglich die Anlage anfahren werden. Der Verkehrsgutachter erläuterte, dass sein Institut auch die Gutachten für Amazon, Bauhaus und Südmilch erstellt und dabei den „worst case“ angenommen habe. Doch die prognostizierten Zahlen seien bis heute nicht erreicht worden.

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