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Krefeld-Gartenstadt: Eine Textrolle verbindet die Kirchen

Aus den Kirchen : Ökumenische Textband-Aktion in Gartenstadt

Eine Lukasrolle verband am Samstag die Kirchen in Gartenstadt. Rund 150 Bürger machten bei der besonderen Andacht mit.

Etwa 700 Meter trennen die katholische Kirche St. Pius X. und die evangelische Lukaskirche in Gartenstadt. Am Samstag wurde die Entfernung besonders gestaltet und überwunden. Die beiden Kirchen verbanden sich durch eine Endlos-Lukas-Rolle, zusammengesetzt aus einzelnen Papierbahnen zwischen 13 und 30 Metern und mit Texten aus dem Lukas-Evangelium beschrieben.

„Ihr habt den Weg in der Hand - sicheren Grund erfahren (Lk 1,4)“ – unter diesem Motto stand die ökumenische Aktion in Gartenstadt. „Die Idee, die Kirchen mit einem Band zu verbinden, entstand im Ökumenischen Arbeitskreis“, berichtete Mareike Herwig, Diakonin in der Evangelischen Kirchengemeinde Nord. „Gemeinsam haben wir die Idee praktisch umgesetzt.“ Herwig und Pfarrer Andreas Bühner von St. Pius X. wählten Worte und Texte zum Thema „Weg“ aus dem Lukas-Evangelium aus und schnitten dazu passend die Papierbahnen zu. Wege – das können Lebenswege sein oder tatsächliche Wege, Wege im übertragenen Sinn. „Die Bibel steckt voller Wege“, meinte Bühner im ökumenischen Gottesdienst, der in St. Pius X. begann. „13 Geschichten wurden auf 24 Rollen geschrieben. Sie werden heute zu einem verbindenden Weg. Das zeigt, wir sind miteinander unterwegs und vor allem mit Gott.“

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150 Menschen machten sich auf den Weg. Ein Textband wurde entrollt, von vielen Händen gehalten, gelesen, dann auf dem Weg abgelegt und mit Steinen beschwert, damit der Wind die Bahnen nicht davon trug. Während die nächste Bahn entrollt wurde, wurde gesungen – Gesänge für unterwegs, verstärkt mit einem tragbaren Lautsprecher.

Zwei Teile aus der Weihnachtgeschichte hatten Schulkinder im Religionsunterricht mit Ute Stettien gestaltet. Auch die Kita St. Pius war mit dabei. Angelika Bönders schrieb sogar drei Rollen ganz alleine. „Das hat viel Spaß gemacht“, erklärte sie.

Der Singkreis von Pius hatte sich zwei Rollen zum Thema „Jesus auf Abwegen“ ausgesucht. „Die haben wir am Dienstagabend geschrieben“, berichtete Andreas Meyer. „19 und 22 Meter sind sie lang.“ Lisa Reuter übernahm eine Bahn mit fünf anderen Frauen: „Wir kennen uns seit 35 Jahren, damals hießen wir Die jungen Mütter.“

Den wunderbaren Fischfang des Paulus gestalteten die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft zum Text passend mit Fischen, Netzen und gemalten Booten. Nein, meinten einige schmunzelnd, die Fische hätten sie nicht extra entworfen. Die seien noch im Karnevalsfundus vorhanden gewesen.

Der Ökumenische Gottesdienst endete in der Lukaskirche. Zunächst wurden die letzten drei Bahnen entrollt. Eine hatten Ute Stettien und Presbyterin Gisela Detzner mit einer Flüchtlingsgruppe gestaltet. „Wir haben den Text gemeinsam erarbeitet“, erklärte Detzner, „wir haben jeden Satzabschnitt erklärt, viele einzelnen Worte erarbeitet und dabei viel gelernt.“ Wort- und Weggedanken teilte Pfarrer Christoph Tebbe von der Lukaskirche mit. „Die Verbindung zwischen unseren beiden Kirchen ist schon da, als stetes Band.“