Krefeld: Fridays for Future: Buhrufe für Bürgermeisterin Klaer

Fridays for Future-Aktion : Klimaprotest: Buhrufe für Bürgermeisterin

Rund 1800 Teilnehmer hatte die „Fridays for Future“ Demonstration, die im Rahmen des zweiten globalen Klimastreiks stattfand. Bürgermeisterin Gisela Klaer wurde ausgebuht, als es um die Resolution zur Ausrufung des Klimanotstandes ging, die im Hauptausschuss des Rates Thema war.

Es war der zweite globale Klimastreik, zu dem „Fridays for Future“ aufgerufen hatte. Es gab Demonstrationen in 1600 Orten aus 119 Ländern, darunter Krefeld. Nach Veranstalter-Angaben kamen 1800 Teilnehmer zu der Demonstration durch die Stadt, meist Jugendliche. Ältere waren in der Minderheit.

Bei der Kundgebung vor dem Rathaus, zu der Vertreter aller Fraktionen eingeladen waren, gab es Buhrufe für Bürgermeisterin Gisela Klaer, als sie zu den Demonstranten sprach. Klaer kam auf die Resolution für die Ausrufung des Klimanotstandes zu sprechen. Die Resolution war von der Krefelder „Fridays for Future“-Gruppe per Bürgerantrag in den Haupt- und Beschwerdeausschuss eingebracht worden (wir berichteten). Zur Enttäuschung der Klimaschützer war die Resolution aber nicht verabschiedet, sondern in den Umweltausschuss weiterverwiesen worden. Klaer hatte die Entscheidung erläutert und erntete Buhrufe; auch ihre Aufforderung an die jungen Leute, sich politisch zu engagieren, kam nicht gut an. „Wir engagieren uns hier doch volle Kanne“, sagte ein Demonstrationsteilnehmer. Dass all die Aktivitäten von „Fridays for Future“ in Krefeld offenbar nicht als politisches Engagement wahrgenommen wird, sorgte erneut für Unmut auf dem Platz. Björna Althoff von „Fridays for Future“ Krefeld war nach der Demonstration bemüht, die Wogen wieder zu glätten. „Wir sind ja froh, dass die Resolution über den Umweltausschuss auch im Rat landet“, sagte sie.

Klimastreik in Krefeld: Hunderte Schüler demonstrieren bei "Fridays for Future"
1800 Menschen versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
„Er starb für unsere Umweltsünden“: Protest gegen das Eisbärsterben. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Dieser junge Mann protestiert gegen das Bienensterben. Foto: Jens Voss
Übergabe der „Klima-Uhr“: Sie besagt, dass die Menschheit noch acht Jahre Zeit hat, um die Klimakatastrophe abzuwenden. CDU-Ratsherr Stefan Galke (rechts), links SPD-Bürgermeisterin Gisela Klaer. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Plakatbotschaften - einer der Schlachtrufe lautete „Wir sind hier, wir sind viele, haltet euch an Klimaziele“. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Zeugnisvergabe mal andersherum: Die Jugendlichen geben der Erwachsenwelt in Moral eine Sechs und in Ignoranz eine Eins. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Witzige Wortschöpfung: auf etwas „herumtrumpeln“ - Anspielung auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Vor dem Rathaus wurde ein Plakat mit einer „CO2-Uhr“ an die Vertreter der Ratsfraktionen überreicht.  Auf der Uhr wird dargestellt, dass die Menschheit noch acht Jahre Zeit hat, bis so viel CO2 in der Atmosphäre ist, dass sich die Erde um 1,5 Grad Celsius erwärmt. Bei Erwärmung darüber hinaus erwarten Fachleute katastrophale Senarien. „Ich hoffe“, sagte Althoff,  „dass die Uhr nicht auf dem Müll landet, sondern gelesen wird.“

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