1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Franzosen im Bislicher Fährhaus L'Auberge mit neuem Konzept

Saisonstart am Donnerstag : Chopelin junior kocht jetzt im Weseler Fährhaus

Am Deich in Bislich startete L’Auberge St. Honoré am Donnerstag in ihre erste volle Saison. Beschleunigt werden sollen die Bedienabläufe für die Terrasse. Neuer Restaurantleiter ist der erfahrene Fachmann Bastien Chopelin.

Was ist los mit dem Fährhaus in Bislich bei Wesel? Diese Frage war öfter zu hören, nachdem das traditionsreiche Ausflugslokal nahe dem Bislicher Fährkopf Mitte Oktober unter französischer Leitung als L’Auberge St. Honoré neu an den Start gegangen war und ab Silvester ruhte. Nun gibt es Antworten. Die Winterpause ist vorbei. Die Auberge geht am Donnerstag in ihre erste volle Saison.

Mit am Start ist ein alter Bekannter aus Krefeld, genauer Uerdingen: Restaurantleiter Bastien Chopelin (39). „Ich habe hier eine neue Aufgabe gefunden“, sagt der erfahrene Restaurantfachmann. Gelernt hat er bei Sternekoch Jean-Claude Bourgueil im Kaiserswerther Schiffchen, sodann unter anderem bei weiteren Höchstdekorierten wie Dieter Müller in Bergisch-Gladbach sowie Alain Ducasse (vier Jahre) und Alain Passard in Frankreich gearbeitet.

Zuletzt wirkte er elf Jahre bei seinem in Feinschmeckerkreisen ebenfalls verehrten Vater Yves Chopelin im Casino Uerdingen. Als dieser Ende 2018 mit 69 in den Ruhestand ging, wollte Bastien Chopelin das 17 Jahre vom Vater geführte Haus übernehmen. Doch er wurde sich mit der Casino-Gesellschaft nicht über Vertragsinhalte einig. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Krefeld. An Wochenenden mit Hochbetrieb, so sagt er, werde er vermutlich nicht pendeln, sondern im Fährhaus bleiben. Es wird auch seinen Mitarbeitern als Domizil dienen, die im Ernstfall personell von Düsseldorf aus Unterstützung bekommen können.

  • Thomas Troisvallets, Alban Molines, Andrea Overbeck,
    Saisonstart am Donnerstag : Franzosen im Fährhaus mit neuem Konzept
  • Der große Schriftzug „L‘Auberge St. Honoré“
    Wesel : Franzosen malen Fährhaus an
  • 21.09.2018 /   Neueröffnung Dorfschänke Alt-Niederkassel 49
    Kommen und Gehen : Aus Dorfschänke wird die „Auberge St. Honoré“

Erfahrungen aus der Landeshauptstadt haben die Geschäftsführer Emmanuel und Pasacal Louvet sowie Thomas Troisvallets, die bereits in Düsseldorf drei Gastronomie-Objekte betreiben, genug. Sie haben am Konzept gefeilt, um den Ansprüchen der Hauptklientel besser gerecht zu werden. Das sind eindeutig Radler, Wanderer und Spaziergänger, die vor oder nach dem Übersetzen mit der „Keer tröch“ in traumhafter Lage am Rhein etwas zu sich nehmen möchten. Schnell, einfach und unkompliziert.

„Die Zeit im vergangenen Jahr war zu kurz, um uns als Restaurant zu etablieren“, sagt Emmanuel Louvet (39). Aber man habe wichtige Erfahrungen gemacht, sich für die Winterpause entschieden und Veränderungen vorgenommen. Die zeigen sich auf den Speisekarten mit ihren typisch franzosischen Gerichten nur marginal und auch im abendlichen Restaurant-Programm kaum. Um aber besonders in Stoßzeiten mit schnell wechselnden Gästemengen nicht in Not zu kommen, wird auf ein neues Bestell- und Servicekonzept umgestellt: Der Gast bestellt an der Kasse, nimmt sein Getränk idealerweise gleich mit und kann sich kurz darauf auch sein Gericht holen. „Ähnlich wie in bayerischen Biergärten oder einer Buvette in Frankreich“, beschreibt Louvet. Die Bedingungen wären perfekt, denn die Wege seien kurz.

„Wir wollen Wartezeiten vermeiden. Die Gäste sollen zufrieden sein“, erklärt Emmanuel Louvet. Das neue Konzept betrifft das Tagesgeschäft auf der 200 Sitzplätze aufweisenden Terrasse. Abends gibt es mit anderer Menükarte den üblichen Service eines Restaurants am Tisch des Gastes. Neben Bistro am Tag, Restaurant am Abend sowie Frühstücksbüffets am Wochenende wird die Auberge Catering und Partyservice anbieten, außerdem von Gesellschaften für Events wie Hochzeiten buchbar sein.