Bürger Schützen Fischeln : Fischelns junges Königshaus

Bemerkenswerter Trend bei den Fischelner Bürger Schützen: Der Altersdurchschnitt sinkt stetig und liegt signifikant unter 50 Jahren. Jetzt ist ein junges Königshaus an der Macht, der neue Schützenkönig Holger Hannapel ist 25 Jahre alt.

Drei junge Schützen sind stolz, ihren Heimat-Stadtteil Fischeln in den kommenden zwei Jahren als Königshaus repräsentieren zu dürfen. Holger Hannapel, Jahrgang 1992, schoss, wie ausführlich berichtet, am Ende eines spannenden Zweikampfs den Vogel von der Stange und ist nun Oberhaupt der Fischelner Bürger Schützen Gesellschaft.

Die Entscheidung, gemeinsam mit seinen Kindheitsfreunden Christopher Schiffer und Maurice Münks als designierte Minister an seiner Seite zum Königsschießen anzutreten, fiel bereits vor zwei Jahren. Zum zehnten Geburtstag ihrer Kompanie der Musketiere, so der Plan, wollten die Nachwuchsschützen den König stellen. Die Bewerbung überreichten die drei jungen Männer dem Vereinsvorstand am Düsseldorfer Flughafen. „Wir waren gemeinsam mit vielen anderen Fischelner Schützen auf dem Weg nach New York zur Steuben Parade“, berichtet Holger Hannapel. Das war im September 2016. Genug Zeit, um Pläne zu schmieden, Geld zu sparen und die passenden Damen für das Königshaus zu finden: Giulia Anbergen ist Hannapels Königin, die Minister haben Nena Dennisen und Katharina Vogel an ihrer Seite. Ein bisschen kurios ist diese Kombination insofern, als Hannapel und Schiffer in festen Händen sind — und nun die Jahre als Königshaus mit anderen Frauen an ihrer Seite feiern werden. „Das hat sich so ergeben, weil die Pläne, uns um die Königswürde zu bewerben, älter sind als unsere Beziehungen“, erklärt Hannapel. Auch die Damen des Königshauses sind langjährige Weggefährtinnen des Trios. „Wir sind zusammen groß geworden“, erklärt Schiffer.

Erst nach 187 Schüssen fiel der Vogel, den Holger Hannapel als glücklicher Sieger des Wettschießens von der Stange holte. Foto: Mocnik,Mark(moc)

Fast wäre aus den Plänen nichts geworden: „Ich hatte Sieg schon fast abgeschrieben, als mein Konkurrent mit seinem Schuss den Vogel halb heruntergeholt hatte“, sagt Hannapel. Doch der Vogel verkeilte sich am Mast, so dass es insgesamt 187 Schüsse brauchte, um ihn endgültig abzuschießen — mit bekannt glücklichem Ende für Hannapel. „Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle“, erzählt er. Schießen geübt hatte er im Vorfeld übrigens nicht. Begeistert berichten die drei jungen Männer vor der tollen Atmosphäre am Marienplatz, wo hunderte Zuschauer bis zum Ende des spannenden Wettkampfes trotz Regen und Kälte ausharrten.

Hunderte Zuschauer harrten auf dem Marienplatz trotz widriger Witterungsverhältnisse aus, um den spannenden Wettkampf zu verfolgen. Foto: Mocnik,Mark(moc)

„Die Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre trägt nun Früchte“, sagt Bürger Schützen Geschäftsführer Klaus Hess und berichtet, dass auch im kommenden Jahr wieder zwei neue Jungschützen-Kompanien gegründet werden. Hess berichtet von einem bemerkenswerten Fischelner Schützen-Trend: „Unser Altersdurchschnitt sinkt stetig und liegt jetzt signifikant unter 50 Jahren.“ Über einen langen Zeitraum haben die Fischelner sich intensiv um die Jugend bemüht. „Und dann muss man auch den Mut haben, ein junges Königshaus zu installieren“, sagt Hess.

Das Musketier-Trio ist seit der Kindheit im Schützenwesen engagiert. „Wir sind im Schützenwesen groß geworden, mit fünf Jahren waren wir schon bei den Tell-Schützen“, berichtet Hannapel. Später gründeten sie mit einer Freunden die Musketier-Kompanie. Hannapels Vater war vor vier Jahren Schützenkönig, Junior Holger als dessen Minister dabei. „Damals konnte ich hautnah miterleben, was vom König erwartet wird. Deswegen kann ich sagen, dass ich mir den Schützenkönig auf jeden Fall zutraue.“

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