Krefeld-Fischeln: Abrissarbeiten am Bunker Marienplatz gehen voran

Wohnen im Bunker: Bagger fräst Lichtschacht in Bunker

Ein Weltkriegsbunker wird zum Wohngebäude umgebaut: Auf dem Fischelner Marienplatz gehen die Abbrucharbeiten an dem Beton-Ungetüm zügig voran. Der erste Lichtschacht im Dach ist jetzt fertig geworden.

Die Abrissarbeiten am Bunker auf dem Fischelner Marienplatz gehen zügig voran. Ende kommender Woche werden die Arbeiten auf dem Dach abgeschlossen sein, teilt das Bauunternehmen Hambloch mit.  Der Weltkriegsbunker im Zentrum von Krefelds größtem Stadtteil wird, wie berichtet, umgebaut, dort entstehen 26 Wohnungen und fünf Büros.

Anfang Juli hatte ein Spezialunternehmen aus Norddeutschland damit begonnen, Trennschnitte mit Hilfe von Seilsägen herzustellen. An drei von vier Seiten sind bereits alle Schnitte für die späteren Fensteröffnungen gesetzt. Einen Schnitt herzustellen dauerte jeweils einen ganzen Tag. Die Flächen zwischen den Schnitten werden nun in einem weiteren Schritt abgestemmt.

Der Bagger fräst die Betondecke nach dem Prinzip eines „Käseraspels“ ab. Foto: Alexandra Weiß

Außerdem wird das Dach des Bunkers geöffnet. Dafür wurde ein Bagger auf das Gebäude gehoben. Seither hat sich einiges getan: Zunächst musste das Unternehmen ein Aluminiumdach demontieren, das vor einigen Jahren installiert worden war, um die Ruine vor Feuchtigkeit zu schützen. Dann wurden die Lüftungstürme des alten Bunkers abgerissen. Danach hat der Bagger die obere Betonschicht nach dem Prinzip einer „Käseraspel“ bis auf eine Dicke von 50 Zentimtern abgetragen. Seit gut einer Woche arbeitet das Abrissunternehmen nun an den Ausschnitten für die späteren Innenhöfe. Der erste Innenhof kann bereits von oben betrachtet werden — der Bagger hat sich durch die  Decke des Bunkers in die Tiefe gearbeitet.

Ende der Woche werden die Arbeiten auf dem Dach beendet sein, der Bagger wird dann mit Hilfe eines Krans wieder herunterbefördert. Foto: Hambloch
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Die Bauarbeiten auf dem Dach zu beobachten, ist für Passanten nicht möglich. Grund ist, dass das Abrissunternehmen rund um das Gebäude einen Sicht- aber vor allem als Schallschutz gedachten Zaun aus zehn Zentimeter dicken Styroporplatten errichtet hat. Auf dem Dach stehend öffnet sich jedoch ein spannender Blick in die Konstruktion des Weltkrieg-Relikts: Was auf den ersten Blick wie ein Gewirr von Stromkabeln aussieht, ist natürlich Metall, das jetzt Stück für Stück mit dem Abtragen der Stahl-Betonkonstruktion zum Vorschein kommt. Einer von zwei Lichtschächten für die geplanten gläsernen Innenhöfe, die später  Licht in alle Etagen und Flure bringen sollen, ist bereits geöffnet. Im nächsten Schritt wird dann der Innenbereich entkernt. Das Abbruchunternehmen wird noch bis November vor Ort sein.

Die Baustellen-Kulisse soll demnächst übrigens sogar zur Filmkulisse werden: ein Produktionsunternehmen aus Düsseldorf will dort für eine bekannte Baumaschinen-Marke Videoclips für einen neuen Youtube-Kanal drehen.

Das Projekt auf dem Marienplatz ist nicht unumstritten. Die Fischelner Schützen hatten immer wieder Sorgen geäußert, dass Schützenfest und Brauchtum in Gefahr sein könnten. Nach langem Streit waren schließlich in nicht-öffentlicher Sitzung des Hauptausschusses im September 2017 dann die Rahmenbedingungen für den Bunker-Umbau festgezurrt worden. Damit soll nun sichergestellt sein, dass der angrenzende Marienplatz für Markt und Brauchtum weiter genutzt werden kann — erstmals dann am übernächsten Wochenende, 24. bis 26. August, wenn beim Königsvogelschießen der neue Fischelner Schützenkönig ermittelt wird. Die Fertigstellung des revitalisierten Gebäudes „Marienhof“ ist für 2020 geplant.

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