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Krefeld: Feuer im Hochhaus Bleichpfad - Rettungseinsatz

Großeinsatz in Krefeld beendet : Feuer in Hochhaus – Bewohner evakuiert

Bei einem Brand im „Mississippi-Dampfer“ genannten Hochhaus am Bleichpfad sind rund 20 Menschen von den Einsatzkräften aus ihren Wohnungen geholt worden. Einige kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Feuer im Hochhaus am Bleichpfad, das im Volksmund Mississippi-Dampfer genannt wird. Ein Großeinsatz hat am Freitag die Krefelder Einsatzkräfte in Atem gehalten. Der Brand begann im sechsten Obergeschoss  des Gebäudeteils D mit insgesamt zwölf Stockwerken. Dichter Rauch verteilte sich auf vier Etagen und erschwerte die Arbeit der Retter. Sie evakuierten 40 Menschen, die sich im betroffenen Bereich aufhielten. Neun wurden wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Das mit 67,3 Metern höchste Wohnhaus der Stadt hat 23 Stockwerke.

Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde sie um kurz nach 9 Uhr zum Hochhaus Bleichpfad im Ortsteil Cracau gerufen. Angesichts der zahlreichen  möglichweise betroffenen Personen und der Lage des Hochhauses mitten in der Innenstadt wurde für alle Wachen im Stadtgebiet Vollalarm ausgelöst. Mit Hochdruck retteten die rund 90 Einsatzkräfte die Menschen aus den gefährdeten Bereichen und begannen parallel dazu mit umfassenden Löschmaßnahmen, die mehrere Trupps unter Atemschutz durchführten. Alle evakuierten Bewohner wurden vom Notarzt gesichtet und konnten sich, soweit sie nicht ins Krankenhaus mussten, in zwei Bussen der SWK aufhalten.

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Beeindruckt von der Professionalität der Feuerwehrleute zeigte sich Angelo Buccini, Angestellter der Hausverwaltung. „Es war wegen des Rauchs sehr schwierig, die Leute zu evakuierten. Doch die Einsatzkräfte haben das toll gemacht und sind sehr strukturiert vorgegangen“, lobte er und berichtete, dass vier Etagen komplett schwarz seien.

Zum Teil nur spärlich bekleidet verließen die Evakuierten, in Decken gehüllt, das Gebäude. Anwohner der anderen Gebäudeteile hatten sich ebenfalls vorsorglich ins Freie geflüchtet und warteten frierend in der Zufahrt. Darunter auch Marion Grewal. Sie wohnt in der 17. Etage des Gebäudeteils A und ist nach unten gegangen, als sie die zahlreichen Einsatzwagen mit Blaulicht ankommen sah. „Ich habe alle Stecker rausgezogen und schnell die Wohnung verlassen“, erzählte sie.

Vor der Kälte flüchteten einige Betroffene auch in den benachbarten Supermarkt. Die Angestellen duldeten die zumeist älteren Menschen, die auf Rollatoren sitzend auf das Ende des Einsatzes warteten. Auch eine 28-jährige Krefelderin war mit ihrer Mutter gekommen. „Meine Schwester wohnt im Hochhaus. Als wir von dem Brand gehört haben, sind wir sofort losgefahren. Ich habe mir noch nicht mal Socken angezogen“, sagte die junge Frau.

Unterstützt wurden Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Krefeld von Einsatzkräften des Kreises Viersen und des Löschzugs St. Tönis. Auch Rettungskräfte des Malteser Hilfsdienstes waren vor Ort. Auf den zehn Etagen des Gebäudetraktes D leben über 100 Menschen. Die obersten zwei Stockwerke werden als Abstellräume genutzt und mussten nicht geräumt werden.

Die Entlüftung der betroffenen Etagen war laut Aussage von Feuerwehrsprecher Christoph Manten zeitintensiv. „Das Brandgeschoss und zwei weitere Geschosse sind aktuell nicht mehr bewohnbar. Dies bedeutet, dass derzeit 18 Wohnungen nicht nutzbar sind. Die davon betroffenen 50 Bewohner dieser notwendigen Maßnahme wurden deshalb von Einsatzkräften der Feuerwehr und der Polizei begleitet, um zumindest noch wichtige Dinge wie Medikamente, persönliche Dokumente und Kleidung aus ihren Wohnungen zu holen“, erklärte Manten. Diese Betroffenen würden nun entweder bei Verwandten und Bekannten unterkommen oder vorübergehend in Notunterkünften untergebracht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Evakuierung bei Brand in Hochhaus in Krefeld

(vo)