1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Krefeld feiert das Theater

Krefeld : Krefeld feiert das Theater

Fast 4000 Besucher beim Theaterfest, 800 Zuschauer bei der "Faust"-Premiere – die Spielzeit startete mit einigen Knallern. Da tanzt "Gretchen" auch mal Cancan und Faust rührt zu Tränen.

Fast 4000 Besucher beim Theaterfest, 800 Zuschauer bei der "Faust"-Premiere — die Spielzeit startete mit einigen Knallern. Da tanzt "Gretchen" auch mal Cancan und Faust rührt zu Tränen.

Ein Programmdirektor braucht vor allem eines — einen silbernen Pokal. Darin sammelt er die Namen seiner Ensemblemitglieder. Im Losverfahren vergibt er dann die Auftritte. Das lernten die Besucher gestern beim Theaterfest.

Der Schauspieler Matthias Oelrich gab den knorrig-liebenswerten Hüter der Künstler-Lotterie. Die Zuschauer durften die Namen ziehen. Einen Tag lang standen alle Türen offen und das Publikum konnte sich vor und hinter den Kulissen ansehen, wie Theater gemacht wird.

Nach den langen Theaterferien hatten die Krefelder Lust auf Bühnenluft. Das Kinderkonzert, mit dem der Tag begann, war ausverkauft. Und über den Tag verteilt waren 4000 Besucher da, schätzt Theatersprecherin Saskia Fetten.

Die Kleinen ließen sich wie Wassermänner schminken und folgten dem Flossenmann im rot-weiß-gestreiften Badeanzug ins Foyer, wo er ihnen Geheimnisse von der "Kleinen Seejungfrau Rusalka" verriet, die Hauptfigur in der Kinderoper ist, die am 13. November Premiere hat. Auf der großen Bühne zeigte das Ballett erste Szenen aus "Fado" und was bei der täglichen Probenarbeit der Tänzer passiert.

Überraschungsshow im Foyer

Fast eine kleine Operngala leitet Chordirektorin Maria Benyumova am Nachmittag mit romantischen Liedern aus der Chormusik. Weniger romantisch ging es zeitgleich im Glasfoyer zu.

Bei der Überraschungsshow des Schauspielensembles zeigten die, die am Freitag noch fulminant im Faust geglänzt hatten, ungeahnte Stärken: Gretchen (Helen Wendt) tanzte Cancan gemeinsam mit Eva Spott, die als Marthe Schwertlein die Prosecco-Schwalbe gegeben hatte und in Faust 2 als Double von Angela Merkel auftrat.

Auch Felix Banholzer und Cornelius Gebert als schrulliges Spion-Duett kannte man so noch nicht. Selbst "Faust"-Darsteller Bruno Winzen durfte andere Töne anschlagen. "Ach, ich habe geweint", sagte Oelrich als Herr der Lose. Bei den meisten Zuschauern waren es eher Lachtränen.

Nach der gelungenen Faust-Premiere vor vollem Haus am Freitag war gelöste Heiterkeit in allen Winkeln spürbar. Das vierstündige Schauspiel war ein enormer Kraftakt, den sich ein Theater nicht ständig leisten kann.

Das betonte Generalintendant Michael Grosse auch bei der Premierenfeier. Er lobte nicht nur die, die in den Rollen glänzen konnten, "für die man ans Theater geht", sondern auch die vielen Statisten, Beleuchter, Techniker und Helfer, die hinter der Bühne die Abläufe regelten.

(RP)