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Krefeld: Fair gehandelte Orangen als Zeichen gegen Sklaverei

Krefelder setzen ein Zeichen : Orangen gegen moderne Sklaverei

Mit dem fairen Verkauf von Orangen will das Team vom „Eine-Welt-Laden“ am Westwall ein Zeichen gegen Ausbeutung von Erntehelfern in Europa setzen.

Der „Eine-Welt-Laden“ in Krefeld startet mit einer besonderen Aktion in die Nikolauswoche. Mit einem speziellen Kontingent fair gehandelter Orangen will das Team unter dem Titel „süß statt bitter“ auf die Zustände aufmerksam machen, die üblicherweise bei der Orangenernte herrschen.

 Das Team des Eine-Welt-Ladens.
Das Team des Eine-Welt-Ladens. Foto: Redeker

„Große Teile der Orangen, die wir in Deutschland kaufen, stammen aus Italien. Gerade haben sie Hochsaison. Leider werden die Früchte oft unter menschenunwürdigen Bedingungen geerntet, die faktisch Sklaverei bedeuten. Die Erntehelfer, oft Flüchtlinge, leben bei nasskaltem Wetter in zugigen Zelten, sie bekommen für einen ganzen Tag knochenharter Arbeit oft nur 25 Euro und haben keinerlei soziale Absicherung. Niemand schert sich um sie“, erzählt Heiner Peters vom Weltladen am Westwall.

Dass solche Bedingungen mitten im Herzen Europas möglich sind, betrachtet er als Skandal. „Es ist eine Schande für Europa, dass Menschen hier so behandelt werden können und wir diese moderne Form der Sklaverei dulden“, kritisiert er. Solche Zustände gebe es auch bei der Ernte anderer Früchte wie Paprika, Tomaten, Oliven oder Zitronen. Das Weltladen-Team möchte hier ein klares Zeichen setzen.

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Darum gibt es nun Orangen der genossenschaftsähnlichen Initiative „SOS Rosarno“. Diese werden in der Gegend Rosarno in Kalabrien von Ökobauern angebaut. Die Bauern erhalten faire Preise, die es ihnen ermöglichen, die Wanderarbeiter entsprechend zu entlohnen. Diese erhalten einen Mindestlohn und eine Sozialversicherung.

Außerdem kommt ein Teil des Verkaufserlöses in den Läden der Aktion „Mediterranian Hope“ zu Gute. Dabei handelt es sich um ein kirchliches Flüchtlingsprogramm in Italien, wie Peters erklärt. „Die Initiative sorgt vor allem dafür, dass die Fahrräder der Erntehelfer mit Licht ausgestattet werden. Denn viele Helfer müssen mit alten, kaum noch fahrtauglichen Rädern jeden Tag bei Dunkelheit zwischen Plantage und Schlafstelle hin- und herfahren. Da die Räder schlecht oder gar nicht beleuchtet sind, sind viele, oft tödliche Unfälle die Folge.“ Die Verantwortlichen hoffen, mit dem fairen Handel etwas Gutes zu bewirken.

Ab heute können die Orangen bestellt werden unter der Rufnummer 02151 776376 oder per Email an info@weltladen-krefeld.de möglich. Auch eine Bestellung im Laden am Westwall 62 ist möglich.