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Krefeld: Evonik-Adler-Ehrenpreis für Günter Oehms

Auszeichnung für Krefelder : Evonik-Adler-Ehrenpreis für Günter Oehms

Der 82-Jährige engagiert sich seit Jahren als Handwebmeister im Krefelder Haus der Seidenkultur. Die Auszeichnung wird beim Kabarettabend des Vereins Adler Königshof am 22. November vergeben.

(RP) Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Handwebmeister im Krefelder Haus der Seidenkultur erhält der 82-jährige Günter Oehms den Evonik-Adler-Ehrenpreis 2018. Die Auszeichnung wird traditionell im Rahmen des Kabarettabends vergeben, den Evonik einmal jährlich mit dem Sportverein DJK SV Adler Königshof veranstaltet. Zu Gast im Kasino ist diesmal am Donnerstag, 22. November Martin Zingsheim mit seinem Programm „Kopfkino“. Der Abend ist ausverkauft.

Mit dem Evonik-Adler-Ehrenpreis zeichnen der Standort und der Sportverein seit 2002 Menschen aus, die sich ehrenamtlich für Krefeld und seine Bürger engagieren. Menschen, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, aber wie selbstverständlich Gutes tun, ihre Zeit und ihr Know-how verschenken und Vorbildcharakter haben. Menschen wie Günter Oehms. Er gibt Besuchern im Haus der Seidenkultur Einblicke in die traditionelle Handwerkskunst der Weberei und informiert über die Geschichte Krefelds. An den teilweise mehr als 100 Jahre alten Webstühlen erklärt er Schulklassen und anderen Interessierten, wie aus verschiedenen Garnen kunstvolle Muster entstehen.

„Günter Oehms ist ein Vorbild, ein Ehrenamtler mit Engagement und Leidenschaft. Viele Stunden und Wochenenden widmet er dem Ehrenamt und lässt im Haus der Seidenkultur Geschichte lebendig werden. Die Weberei gehört schließlich zu den ältesten Textiltechniken der Welt“, sagt Evonik-Standortleiter Armin Reimann.

In Trier geboren kam Oehms 1961 mit 26 Jahren nach Krefeld. „Morgens bin ich in der Eifel als junger Geselle losgefahren, und schon mittags hatte ich einen Job in einer Krefelder Handweberei“, erzählt er rückblickend. Zu Beginn seines Berufslebens fertigte er Krawatten noch von Hand an, später nur noch über das maschinelle Weben. Nach seiner Ausbildung belegte er Meisterkurse und gab sein Wissen an die jüngere Generation weiter. „Meine Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet. Diese wollte ich weitervermitteln und den Menschen zeigen, wie aus Samt und Seide kunstvolle Stoffe gewebt werden“, erzählt Oehms. Auch zuhause besitzt der 82-Jährige einen alten Webstuhl, an den er sich regelmäßig setzt und mit seinen Enkeln und Urenkeln webt. „Immer noch mit ruhiger Hand, auch wenn ich ein textiles Urgestein bin“, sagt er und schmunzelt. Seit 1960 ist er mit Ehefrau Susanne verheiratet, hat drei Kinder und sechs Urenkel.