1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Es gibt einen vierten Plan Stadt stellt Varafür den Bunker Bockum

Stadt stellt Variante 4 vor : Überraschungsplan für Bunker in Bockum

Das Bauprojekt Bockumer Bunker könnte größer werden als gedacht. Eine vierte Variante überraschte am Donnerstag die Bezirksvertreter Ost.

Der Bockumer Bunker könnte in wesentlich größerem Umfang umgebaut werden als bisher bekannt. Das teilte die Stadt am Donnerstag in der Bezirksvertretung Ost mit und stelle eine vierte Variante des Bebauungsplans 821 vor. Der B-Plan zeigte bisher drei Varianten der Umgestaltung (wir berichteten). In dem Bunker an der Friedrich-Ebert-Straße Ecke Schönwasserstraße war bis vor einem Jahr die Krefelder Tafel untergebracht, die wegen eines Sturmschadens ausziehen musste. Sie soll nach dem Umbau dort wieder unterkommen.

Die Unterlagen zu der neuen Variante waren den Bezirksvertretern erst am Tag selbst zugegangen und hatten sie dementsprechend überrascht. „Ich fühl mich veräppelt“, sagte Angelika Brünsing (CDU) angesichts der neuen Pläne, die sich deutlich von den Varianten eins bis drei unterscheiden. Dem stimmten die Vertreter der anderer Parteien zu und ließen die Verwaltung spüren, dass sie ein solches Vorgehen nicht akzeptabel finden.

In der Vorlage der Verwaltung heißt es als Erklärung: „Vom Investor wurde kurzfristig eine weitere Variante (Variante 4) zur Umnutzung des Bunkergeländes vorgestellt, die städtebaulich eine interessante Alternative zur den bereits entwickelten Nutzungskonzepten darstellt.“ Besonders attraktiv sei aus Sicht der Stadt die Neugestaltung und Entwicklung des Plangebietes, die über die bisher vorgestellten Ziele hinausgehe.

In der neuen Variante wird der Bunker um ein weiteres Geschoss aufgestockt, wird aber die heutige Höhe des Gebäudes nicht überschreiten. Zusammen mit dem Erdgeschoss würde er dann über neun Geschosse verfügen. Der Flachdachbunker würde bis zur Kellerdecke abgerissen und einem Neubau Platz machen, der maximal zwölf Meter hoch sein darf. Dort sollen Wohnungen entstehen.

Nach Aussage der Verwaltung würde das Grundstück durch diesen Neubau deutlich aufgewertet. Ausreichend Stellplätze soll es in Form einer Tiefgarage im Keller des Flachbunkers geben. Diese Garage soll über den bestehenden Stichweg von der Friedrich-Ebert-Straße aus zu erreichen sein.

Von einem „städtebaulichen Mehrwert“ sprechen die Experten bei der Stadt. Ein „Hochhaus“ befürchten die Bezirksvertreter, die dem Vorhaben skeptisch gegenüberstehen. Sie hatten sich damals gemeinsam für eine schnelle Umgestaltung des Bockumer Bunkers eingesetzt, um der Krefelder Tafel zu helfen.

Den Dringlichkeitsbeschluss unterschrieben am 31. August 2018 Sprecher aller Fraktionen. „Das Anliegen der Tafel stand bei unseren Überlegungen und auch bei den bisherigen Planungen immer klar im Vordergrund. Nun rückt der ursprüngliche Gedanken nach hinten. Ich finde die Entwicklung bedenklich und frage mich, warum diese vierte Variante so kurz vor der Sitzung aufgetaucht ist. Eine Antwort aus der Verwaltung habe ich dazu bisher nicht bekommen“, sagte Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel (SPD) auf Anfrage der Redaktion.

Übel aufgestoßen ist auch den anderen Bezirksvertretern, dass sie ein Bauprojekt per Dringlichkeitsbeschluss auf die Überholspur gebracht haben, das durch Variante 4 nun deutlich größer dimensioniert ist als geplant. Joachim C. Heitmann (FDP) kritisiert, dass es sich bei dem B-Plan nicht um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt: „Wir wissen nicht, was in dem Bunker passieren soll. Es hinterlässt ein Gefühl des Unwohlseins, dass der Investor sich nicht festlegen muss und wir im Dunkeln tappen.“

Von einer Variante 4 ist auch der Tafel bislang nichts bekannt. Vorsitzender Hansgeorg Rehbein zeigte sich von der neuen Entwicklung überrascht. Nun befasst sich am 27. Februar der Planungsausschuss mit dem erweiterten B-Plan 821/1. Im Raum steht die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.